Dienstag, 11. Dezember 2018

Wichtige Beimischung im Depot Warum Anleger jetzt auf Schwellenländer schauen sollten

Einstieg nach Kurssturz? Die Börse in China ist in der ersten Jahreshälfte gefallen, so wie andere Emerging Markets ebenfalls - Experten sehen den Tiefpunkt nun erreicht.
AP/Shan he - Imaginechina
Einstieg nach Kurssturz? Die Börse in China ist in der ersten Jahreshälfte gefallen, so wie andere Emerging Markets ebenfalls - Experten sehen den Tiefpunkt nun erreicht.

Aufstrebende Länder wie China, Brasilien oder Indien gelten als Investmentziele mit Risiken, aber auch großen Chancen. Ideal also als kleine Beimischung für ein Fondsdepot - und der Augenblick scheint günstig.

Auf der Suche nach einem lohnenden Investment können Anleger derzeit womöglich im Segment der Schwellenländer fündig werden. Ohnehin raten Investmentexperten dazu, das Anlageportfolio breit zu streuen, allein schon, um auch die Risiken besser zu verteilen. In Bezug auf die regionale Allokation bedeutet das: Investoren sollten nicht allein auf die etablierten Industriestaaten etwa in Europa oder Nordamerika schauen. Ein kleinerer Teil der Investments kann vielmehr in aufstrebende Staaten - sogenannte Emerging Markets - wie China, Brasilien oder Indien gesteckt werden.

Dort ist zwar in der Regel mit größeren Schwankungen und mitunter auch herben Rückschlägen zu rechnen. Gleichzeitig bestehen aber auch zusätzliche Renditechancen, denn solchen Ländern, die ökonomisch zum Großteil schon aktuell stark expandieren, werden auch künftig generell höhere Wachstumsaussichten eingeräumt.

Gerade gegenwärtig könnte der Zeitpunkt für ein Investment in den Schwellenländern günstig sein. Die Aktienmärkte dort haben sich in der ersten Hälfte des Jahres deutlich schlechter entwickelt als die Börsen etwa in Europa oder den USA. Notiert beispielsweise der breite US-Index S&P 500 seit Jahresanfang mit etwa 6 Prozent im Plus, so steht der hiesige Dax Börsen-Chart zeigen hauchdünn im negativen Bereich. Der Schwellenländerindex MSCI Emerging Markets dagegen steht zurzeit bei minus 6 Prozent.

Entscheidend jedoch: Vor wenigen Wochen lag der MSCI EM bereits mit 10 Prozent im Minus. Seither hat das Segment der Schwellenländer - wie manch andere Börse auch - eine kleine Rallye hingelegt. Einige Experten glauben, dass der Tiefpunkt damit durchschritten ist, und dass in nächster Zeit weitere Kursgewinne zu erwarten sind.

Die Analysten der US-Bank Goldman Sachs etwa schrieben jüngst in einer Betrachtung, der EM-Markt habe sein Tal hinter sich. In der zweiten Hälfte seien nun weitere Kursgewinne zu erwarten. Laut Goldman Sachs kommt es im Schwellenländer-Sektor regelmäßig zu vergleichbaren Schwankungen zu Jahresanfang. "Die Bewegung dieses Jahr passt genau ins Bild der Vergangenheit", steht in der Analyse, aus der die Nachrichtenplattform Bloomberg zitiert. Hinzu komme, dass auch die Wachstumszahlen der fraglichen Länder zuletzt stabiler ausgesehen hätten.

Ähnlich sieht es Markus Tischer, leitender Portfolio-Manager beim Investmenthaus Bantleon. "Das Risiko einer weiteren markanten Underperformance in den kommenden drei Monaten ist aus historischer Sicht klein", sagt er. "Die bisherige Underperformance hat das historische Maximum fast erreicht."

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