Dienstag, 17. Oktober 2017

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Kurshausse bei Rüstungsfirmen So feiert die Wall Street Trumps Milliarden-Waffendeals

Gut gewappnet: Beim Besuch Donald Trumps in Saudi-Arabien wurde ein gigantischer Waffendeal vereinbart

Der Gleichschritt hat beim Militär eine lange Tradition, in Deutschland geht er auf Fürst Leopold I. von Anhalt-Dessau zurück, der mit dieser Erfindung um 1700 erstmals die Soldaten des preußischen Heeres beglückte. Inzwischen ist die synchrone Gangart nicht nur bei militärischen Einheiten weltweit etabliert - auch an der US-Börse lässt sie sich beobachten: Dort marschieren zurzeit die Aktien amerikanischer Rüstungsfirmen im Gleichschritt - und zwar aufwärts.

Die Banken, die Ölindustrie, das Baugewerbe, ja mit ein wenig Verzögerung sogar die Tech-Firmen aus dem Silicon Valley - viele Branchen der US-Wirtschaft erlebten unmittelbar nach dem Wahlsieg Donald Trumps einen unerwarteten Aufschwung am Aktienmarkt. So erging es insbesondere auch der amerikanischen Rüstungsindustrie.

Die Besonderheit: Rüstungsfirmen wie Lockheed Martin Börsen-Chart zeigen oder Northrop Grumman Börsen-Chart zeigen wurde bereits eine rosige Zukunft vorhergesagt, als es im vorigen Jahr noch nach einem Wahlsieg der Demokratin Hillary Clinton aussah. Clinton wurde aufgrund ihrer Vergangenheit im Außenministerium den "Falken" in der Verteidigungspolitik zugerechnet. Folglich erwarteten Investoren im Falle ihres Einzugs ins Weiße Haus eine Ausweitung der Verteidigungsausgaben.

Bekanntlich kam es anders, und der Republikaner Donald Trump wurde US-Präsident. Dem Optimismus der Aktionäre von US-Rüstungsfirmen tat das keinen Abbruch. Im Gegenteil: Die Erwartung eines höheren Verteidigungs-Etats nahm sogar noch zu.

Tatsächlich hat Trump inzwischen bereits im März einen Entwurf für einen von ihm gewünschten US-Etat vorgelegt. Demzufolge plant der Präsident Kürzungen in verschiedenen sozialen Bereichen sowie bei der Gesundheit. Das Budget des Verteidigungsministeriums jedoch will Trump um mehr als 50 Milliarden Dollar erhöhen.

Die Folge: Seit Monaten befinden sich die Aktienkurse von Lockheed, Northrop, General Dynamics und anderen Big Playern der Branche auf dem Weg nach oben, und zwar in so harmonischem Einklang, als würde eine Marschkapelle ihnen den Takt dafür vorgeben.

Den jüngsten Auftrieb erhielten die Kurse nun Anfang dieser Woche, als die Wall Street die Nachrichten vom Wochenende zu verarbeiten hatte. Im Falle der Rüstungsindustrie galt es dabei, jene Milliardenaufträge einzupreisen, die im Zuge von Trumps Reise nach Saudi-Arabien abgeschlossen wurden.

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