Donnerstag, 24. August 2017

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Geldanlage Aktien auf Rekordniveau - warum Sie jetzt noch kaufen können

Skeptischer Blick: Manch einer schreckt beim aktuellen Kursniveau vorm Aktienkauf zurück

Dax Börsen-Chart zeigen, MDax Börsen-Chart zeigen, TecDax Börsen-Chart zeigen - nahezu durch die Bank befinden sich deutsche Aktien zurzeit auf Rekordniveau. Zudem bewegen sich die Kurse auch an anderen wichtigen Handelsplätzen weltweit auf bislang ungekannten Höhen.

Viele deutsche Sparer dürften sich nun beruhigt zurücklehnen: Sie schrecken vor den Risiken des Aktienhandels ohnehin zurück, und auf dem aktuellen Preisniveau - nein, da kann nun wirklich niemand mehr von ihnen erwarten, noch in den Markt einzusteigen.

Doch das ist ein Denkfehler. Tatsächlich ist der gegenwärtige Zeitpunkt für den Aktienkauf genauso gut wie jeder andere.

Der Grund: Ausschlaggebend ist die Grundsatzentscheidung für oder gegen das Aktieninvestment. Wer sich jedoch erst einmal zugunsten der Aktie entschieden hat, für den spielt das Timing des Markteinstiegs kaum eine Rolle - im Gegenteil: Die Erfahrung hat gezeigt, dass es selbst für ausgebuffte Börsianer nahezu unmöglich ist, den richtigen Zeitpunkt für den Ein- oder Ausstieg zu wählen, um das Auf und Ab der Kurse optimal zu nutzen. Wer das versucht, macht mit häufigen Kauf- oder Verkaufsorders in der Regel lediglich seinen Broker reich.

Und vieles spricht aus Anlegersicht für den Gang an die Börse - vorausgesetzt, man hat es auf eine langfristige Geldanlage abgesehen, nicht auf kurzfristige Kursgewinne. Schließlich konnten am Aktienmarkt in der Vergangenheit über Zeiträume von zehn, 20 oder gar 30 Jahren regelmäßig erkleckliche Renditen erzielt werden, die allemal über dem lagen, was bei Banken derzeit an Zinsen zu holen ist.

Ein paar Dinge müssen am Aktienmarkt selbstverständlich beachtet werden: Um das Risiko zu reduzieren, sollten die Gelder auf möglichst viele Papiere verschiedener Regionen oder Branchen gestreut werden, etwa über Aktienfonds. Zudem hat sich der regelmäßige Kauf von Aktien oder Aktienfondsanteilen zu jeweils gleichen Beträgen bewährt, denn dann gelangen bei Kursschwächen automatisch größere Stückzahlen ins Depot ("Cost-Average-Effekt").

Nur ein Argument jedoch könnte gegenwärtig rechtfertigen, vor dem Einstieg in den Markt komplett zurückzuschrecken, und das ist, wenn der Investor glaubt, dass ein heftiger Kurseinbruch tatsächlich unmittelbar bevorsteht. In dem Fall würden wohl selbst ultra-rational und mit langem Atem handelnde Aktienprofis wie der legendäre US-Investor und Multimilliardär Warren Buffett ihr Pulver zunächst trocken halten.

Aber gibt es derzeit Anlass zu dieser Sorge? Wohl kaum. Eine Überhitzung ist am Aktienmarkt noch nicht zu erkennen. Die Wirtschaft befindet sich in vielen Ländern - darunter als Zugmaschinen insbesondere Deutschland und die USA - in gutem Zustand, der Großteil der Konzerne macht gute Geschäft. Die Aussicht auf eine Wirtschaftspolitik des US-Präsidenten Donald Trump, die zumindest vielen US-Unternehmen das Leben noch angenehmer machen wird, ist nach wie vor gegeben.

Und die US-Notenbank Fed hat zwar mit vorsichtigen Zinserhöhungen begonnen - insgesamt halten die Zentralbanken die Geldhähne aber vielerorts nach wie vor geöffnet, sodass der Börse auch von dieser Seite vorläufig weiter reichlich Treibstoff zur Verfügung steht.

Christoph Rottwilm auf Twitter

Kurzum: Kurskorrekturen wird es angesichts der jüngsten Gewinne in nächster Zeit wohl immer wieder mal geben. Ein echter Crash steht aber kaum bevor. Deshalb ist es für diejenigen, die Aktien kaufen wollen, auch jetzt noch nicht zu spät, in den Markt einzusteigen.

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