Freitag, 22. März 2019

Neunmonatstief Brent-Öl fällt unter 100-Dollar-Marke

Rohstoffbörse Chicago: Der Preisverfall für Öl beschleunigt sich

Die Anleger sind verunsichert. Schwache Konjunkturdaten und die Anschläge in Boston haben die Rohstoffpreise zusätzlich unter Druck gesetzt. Die Nordsee-Ölsorte Brent fällt erstmals seit neun Monaten unter 100 Dollar. Auch Silber und Kupfer verlieren.

Frankfurt am Main - Die Furcht der Anleger vor einer schwächeren Nachfrage hat den Preis für Brent-Öl Börsen-Chart zeigen am Dienstag erstmals seit neun Monaten unter die psychologisch wichtige Marke von 100 Dollar je Barrel gedrückt. Der Terminkontrakt auf die richtungsweisende Nordsee-Sorte rutschte um bis zu 2,6 Prozent ab und war mit 98 Dollar so billig wie zuletzt Juli 2012. Der Preis für das US-amerikanische Öl-Sorte WTI fiel um bis zu 3 Prozent auf ein Viermonats-Tief von 86,06 Dollar.

Die Stimmung am Rohöl-Markt habe sich seit Jahresbeginn sukzessive verschlechtert, sagte Rohstoff-Experte Tony Nunan von Mitsubishi Corp. Die schwache Nachfrage in Europa komme nicht überraschend, enttäuschend sei dagegen die Entwicklung des US-Arbeitsmarktes. "Die jüngsten China-Daten sind da der letzte Sargnagel", fügte Nunan hinzu. Das Wachstum des weltweit zweitgrößten Ölverbrauchers nach den USA fiel im ersten Quartal geringer aus als erwartet.

Weltweit schwächeres Wachstum und die Anschläge beim Boston-Marathon hatten zuvor bereits die die asiatischen Aktienmärkte am Dienstag belastet. Der Anschlag geschah etwas mehr als eine Stunde vor Börsenschluss in New York, wo der Dow Jones Industrial mit einem Einbruch von 265 Punkten den schwächsten Tag des Jahres erlebte.

Auch die Rohstoffpreise sanken. Der Silberpreis verlor in der Spitze 13 Prozent, die Goldnotierung sackte 11 Prozent ab - ein Zweijahrestief. Die Notierung für Kupfer fiel gar auf den niedrigsten Stand seit 2011. Als Reaktion auf die Nachricht von dem Anschlag in Boston beschleunigte der Dow seine Talfahrt.

rei/dpa-afx

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