27.03.2013
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Börse
Comeback der Euro-Krise drückt den Dax

Börse in Frankfurt am Main: Der Dax stürzt unter die Marke von 7800 Zählern
DPA

Börse in Frankfurt am Main: Der Dax stürzt unter die Marke von 7800 Zählern

Die Unsicherheit über den Umgang der Euro-Zone mit Bankeinlagen sowie die politische Lähmung Italiens sorgen für Verkäufe. Der Dax fällt unter 7800 Zähler. Der Euro stürzt auf ein Viermonatstief.

Frankfurt am Main - Die Euro-Krise lähmt die Börsen: Der Dax Chart zeigen schloss 1,2 Prozent schwächer bei 7789 Zählern. Der EuroStoxx 50 Chart zeigen gab ein Prozent auf 2614 Punkte nach. Auch die US-Börsen verzeichneten Verluste - der Dow Jones Chart zeigen notierte am Abend 0,4 Prozent schwächer.

Anleger fürchten, dass das Modell zur Zypern-Rettung Schule machen könnte. Die Regierung des überschuldeten Euro-Landes hatte sich am Wochenende mit ihren Geldgebern darauf verständigt, dass vermögende Bankkunden einen Sanierungsbeitrag leisten müssen - Kleinsparer sind ausgenommen.

Nervosität herrschte an den Märkten auch deshalb, weil am Donnerstag die Banken in Zypern wieder öffnen sollten. Auf der Mittelmeerinsel wurde ein Ansturm auf die Geldinstitute erwartet.

Zur schlechten Stimmung trugen zudem Konjunkturdaten aus der Währungsunion und Großbritannien bei: Im Vereinigten Königreich war die Wirtschaft im vierten Quartal um 0,3 Prozent geschrumpft, was den Erwartungen entsprach. Zugleich weitete sich aber das Defizit in der Leistungsbilanz überraschend weiter aus.

Unterdessen trübte sich in der Euro-Zone das Wirtschaftsklima im März wieder ein. Das entsprechende Umfragebarometer rutschte um 1,1 auf 90,0 Punkte ab, wie die EU-Kommission mitteilte. Dass es an den Aktienmärkten so deutlich bergab ging, führten Börsianer aber auch auf Glattstellungen und Gewinnmitnahmen vor dem Monats- und Quartalsende an Ostern zurück.

Euro auf Viermonatstief

Der Euro Chart zeigen wiederum hat allein seit Freitag um gut zwei US-Cent nachgegeben. Viele Analysten rechnen mit weiteren Kursverlusten bei der Gemeinschaftswährung - zumal auch von konjunktureller Seite vieles für den US-Dollar spricht. Die weltgrößte Volkswirtschaft zeige Belebungstendenzen auf breiter Front, hieß es in einem Kommentar der Metzler Bank. Zuletzt stimmten vor allem Daten vom Arbeits- und Immobilienmarkt die Anleger zuversichtlich, dass sich die US-Wirtschaft nachhaltig auf dem Erholungspfad befindet.

Stillstand in Italien

Zusätzlich belastet wurden die Märkte durch den politischen Stillstand in Italien seit dem Wahlpatt Ende Februar. Auch die etwas schwächere Nachfrage bei der Auktion neuer italienischer Anleihen drückte aufs Gemüt mancher Börsianer. "Die politische Situation in Italien ist einfach schrecklich - noch immer gelingt es nicht, eine Regierung zu bilden", sagte ein Händler in Mailand. "Hinzu kommen Ängste, dass das Modell der Zypern-Rettung auch auf andere Länder in Europa übertragen werden könnte. Die ersten Konsequenzen zeigen sich bereits an den italienischen Anleihen, deren Renditen wieder anziehen."

Die Risikoaufschläge für die Bonds mit zehnjähriger Laufzeit legten auf 4,761 von 4,596 Prozent am Vortag zu. Der Mailänder Index verlor 0,9 Prozent.

Finanztitel im Dax sehr schwach

Unter den Einzelwerten im Dax zählten die Finanztitel zu den größten Verlierern. Deutsche Bank Chart zeigen und Commerzbank Chart zeigen büßten 2,6 und 1,9 Prozent ein. Bei der Deutschen Bank kam noch der negative Ausblick der Ratingagentur Standard & Poor's hinzu. Der Bankenindex für die Euro-Zone gab 1,1 Prozent nach. Wegen der Unklarheit über den Umgang mit Bankeinlagen in der Euro-Zone stehen die Finanzwerte bereits seit Tagen unter Druck.

Verluste verzeichnete zudem die Allianz Chart zeigen nach der Übernahme des türkischen Versicherers Yapi Kredi Sigorta. Die Aktien schlossen 2,3 Prozent schwächer. Börsianer führten die negative Kursreaktion darauf zurück, dass der eigentlich positiv gewertete Deal bereits erwartet worden war.

Immobilienkonzern IVG im freien Fall

Für einen Schock sorgte der im SDax Chart zeigen notierte Immobilienkonzern IVG Immobilien Chart zeigen. Dessen Papiere sackten um mehr als ein Drittel ab. Das unter hohen Verlusten leidende Unternehmen stellt nun seine Finanzierung auf den Prüfstand und hat begonnen, ein Maßnahmenpaket zur nachhaltigen Finanzierung zu erarbeiten. "Die Nachricht ist alles andere als gut - vor allem das neu anzufassende Finanzierungskonzept macht Sorgen", sagte Analyst Manuel Martin von Close Brothers Seydler Research. Die Bilanz zeige eine sehr hohe Verschuldung. Nun sei zu befürchten, dass hier ein Problem aufkomme

Am Rentenmarkt sorgte die Nervosität für Zukäufe beim Bund-Future. Der gern als sicherer Hafen angesteuerte Terminkontrakt stieg um bis zu 13 Ticks auf ein Drei-Wochen-Hoch von 144,95 Punkte.

Ölpreise leicht gesunken

Die Ölpreise sind am Mittwoch leicht gesunken. Nach der überwiegend festen Tendenz seit Wochenbeginn sprachen Händler von einer Gegenbewegung. Im frühen Handel kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent Chart zeigen zur Mai-Lieferung 109,29 US-Dollar. Das waren sieben Cent weniger als am Dienstag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) sank ebenfalls leicht um 23 Cent auf 96,11 Dollar.

Für Belastung sorgten am Ölmarkt neue Lagerzahlen aus den USA. Nach Angaben des American Petroleum Institute (API) vom Dienstagabend haben die Rohölvorräte in der vergangenen Woche deutlich zugelegt. Am Mittwoch werden offizielle Regierungsdaten erwartet. Die überwiegend festen Aktienmärkte Asiens stützten indes die Ölpreise

mahi/rtr/dpa-afx

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