Freitag, 30. September 2016

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Börse Dax unter Druck, Dow schließt im Plus

Händler in Frankfurt: Zypern verdirbt die Kauflaune

Die Unsicherheit über den Ausgang der Zypern-Krise belastet den Dax. Vor allem europäische Bankentitel geben nach. In Athen, Rom und Madrid tauchen die Indizes ab. Der Euro markiert ein Dreimonatstief. An der Wall Street dagegen bleiben die Anleger gelassen.

New York / Frankfurt am Main - Der unklare Ausgang der europäischen Rettungsaktion für Zypern hat Anleger am Dienstag verunsichert. Vor allem italienische und spanische Anlagen wurden aus den Depots geworfen. Der EuroStoxx 50 Börsen-Chart zeigen ging 1,2 Prozent niedriger bei 2672 Punkten aus dem Handel, der Dax Börsen-Chart zeigen verlor 0,8 Prozent auf 7948 Zähler. Das Nein des zyprischen Parlaments zum Hilfspaket der Euro-Partner wurde erst nach Börsenschluss in Frankfurt bekannt.

An der Wall Street wurde die Ablehnung des EU-Hilfspakets auf Zypern jedoch mit großer Gelassenheit aufgenommen. Der US-Leitindex Dow Jones Börsen-Chart zeigen schloss sogar 0,1 Prozent im Plus, nachdem er im Tagesverlauf überwiegend im roten Bereich tendiert hatte. An der Nasdaq begrenzte der Composite Index seine Verluste auf 0,2 Prozent.

Hilfspaket im Parlament von Zypern gescheitert

Trotz der geplanten Ausklammerung von Kleinsparern war Zyperns Präsident Nikos Anastasiades schon vor der Abstimmung davon ausgegangen, dass die Parlamentarier das Programm ablehnen werden. Aus Angst vor Ansteckungseffekten verkauften Anleger vor allem Aktien aus den ebenfalls in Schwierigkeiten steckenden Euro-Länder. Der spanische Leitindex rutschte um 2,2 Prozent ab, der italienische um 1,6 Prozent.

Bankenindex und griechische Börse stark unter Druck

Besonders groß war der Verkaufsdruck in Griechenland; der dortige Leitindex fiel um fast vier Prozent. Die in Schieflage geratenen zyprischen Banken sind eng verwoben mit den griechischen Instituten. Der griechische Bankenindex sackte um fast zehn Prozent ab. Der Branchenindex für die Banken der Euro-Zone verlor knapp vier Prozent. Seine Pendants für die spanischen und die italienischen Geldhäuser verloren ähnlich stark.

Die zyprische Börse blieb - wie auch die Banken - am Dienstag geschlossen. Sie soll erst am Donnerstag wieder öffnen.

Euro fällt auf Dreimonatstief

Am Devisenmarkt bekam der Euro den Vertrauensverlust der Investoren zu spüren und fiel auf den tiefsten Stand seit drei Monaten. Für die Gemeinschaftswährung wurden noch 1,2851 Dollar gezahlt; seit Ende vergangener Woche hat sie damit zwei US-Cent an Wert eingebüßt.

"Der unsichere Ausblick für Zypern birgt Ansteckungsgefahren für anderer Euro-Länder, und das könnte den Euro weiter belasten", sagte Marktstratege Joe Manimbo von Western Union Business Solutions. Bond-Anleger kauften die als sicher geltenden Bundesanleihen und trieben so den richtungsweisenden Bund-Future um 79 Ticks auf 144,73 Zähler.

Goldpreis zieht um knapp zehn Dollar je Unze an

Auch am Rohstoffmarkt war die Unsicherheit der Investoren greifbar. Der Goldpreis zog um fast zehn Dollar auf 1613,90 Dollar je Feinunze an. Das Edelmetall wird in turbulenten Zeiten gern als sicherer Hafen angesteuert.

Aus Angst vor einem neuerlichen Dämpfer für die Konjunktur fiel dagegen der Ölpreis. Ein Fass der richtungsweisenden europäischen Brent-Sorte verbilligte sich um 1,3 Prozent auf 108 Dollar. Auch Kupfer und andere Industriemetalle wurden günstiger gehandelt.

Wall Street: Citigroup und Häuserdaten stützen

Die US-Börsen hielten sich demgegenüber am Abend recht robust, die Indizes Dow Jones Börsen-Chart zeigen und Nasdaq Composite Börsen-Chart zeigen tendierten jeweils um den Vortagesschluss. Ermutigende Daten vom Immobilienmarkt lockten einige Anleger am Dienstag an den Markt: Die Zahl der Baugenehmigungen stieg im Februar aufs Jahr hochgerechnet um 36.000 auf 946.000 und damit auf den höchsten Stand seit 2008, wie das Handelsministerium am Dienstag mitteilte.

Unter den Einzelwerten standen Citigroup Börsen-Chart zeigen im Blick. Der Kurs des Geldhauses zog um 1,3 Prozent an. Die Großbank legt mit der Zahlung von 730 Millionen Dollar einen Rechtsstreit mit Anlegern bei. Die Einigung sei ein weiterer signifikanter Schritt, um die Ansprüche, die direkt aus der Finanzkrise stammen, zu begleichen, teilte Citigroup mit.

BMW-Aktie schwankt nach Bilanzvorlage stark

In Frankfurt hielt ein positiver Impuls für BMW nicht lange an. Der Ausblick des Autobauers für das laufende Jahr fiel zwar besser aus, als einige Investoren befürchtet hatten. Die Titel von BMW Börsen-Chart zeigen drehten zeitweise ins Plus, rutschten dann im späten Handel jedoch wieder ab und verloren knapp 2 Prozent an Wert.

Der Autobauer BMW Börsen-Chart zeigen will nach dem Rekordjahr 2012 auch im laufenden Jahr wieder Bestwerte beim Verkauf erzielen , mehr Geld werden die Münchner aber möglicherweise damit nicht verdienen. "Angesichts hoher Aufwendungen für neue Technologien und Modelle sowie Investitionen in das Produktionsnetzwerk erwarten wir ein Konzernergebnis vor Steuern in der Größenordnung des Jahres 2012", sagte Konzernchef Norbert Reithofer. Finanzvorstand Friedrich Eichiner hatte noch im Dezember gesagt, BMW wolle "wenn es irgendwie möglich sein wird" 2013 mehr Geld verdienen.

ThyssenKrupp prüft Kapitalerhöhung

ThyssenKrupp Börsen-Chart zeigen rutschten mit einem Minus von rund 6 Prozent an das Dax Ende. Der Stahlkonzern zieht dem "Handelsblatt" zufolge eine Kapitalerhöhung in Erwägung. Es spreche viel dafür, dass die Maßnahme noch in diesem Geschäftsjahr komme und ein Volumen von mehr als einer Milliarde Euro habe, berichtete die Zeitung. Ein Händler hält dies wegen der Stahlwerke in Amerika und möglicher Strafen im Schienenkartell für wahrscheinlich und das bringt wegen der zu erwartenden, erheblichen Verwässerung für die Altaktionäre Druck auf den Titel.

mg/la/dpa-afx/rtr

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