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27.02.2013
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Rückschlag
Italien zahlt nach Wahl höhere Zinsen

Börse in Mailand: Staatsanleihen Italiens zu höheren Zinsen als zuletzt an den Mann gebracht
AP

Börse in Mailand: Staatsanleihen Italiens zu höheren Zinsen als zuletzt an den Mann gebracht

Italien muss die unklarenpolitischen Machtverhältnisse mit steigenden Zinskostenbezahlen. Bei der ersten Versteigerung einer zehnjährigen Staatsanleihe nach der Wahl kletterte die Rendite auf 4,83Prozent - und damit auf den höchsten Wert seit Oktober 2012

Rom - Italien hat sich neues Geld bei internationalen Anlegern geliehen, die neuen Italo-Bonds bekam das Land auch problemlos los - allerdings nur zu deutöich schlechteren Konditionen für Italien als zuletzt: Bei der ersten Versteigerung einer zehnjährigen Staatsanleihe nach der Wahl kletterte die Rendite auf 4,83 Prozent - und damit auf den höchsten Wert seit Oktober 2012. Im Januar hatten Investoren nur 4,17 Prozent verlangt.

Immerhin: Der Zins blieb unter der psychologisch wichtigen Marke von 5 Prozent. Auch waren die Papiere bei Investoren gefragter als erwartet. Das sorgte an den Börsen für Erleichterung. Die Europäische Zentralbank (EZB) verlangt von Italien, am Sparkurs festzuhalten.

Auch bei der Auktion eines fünfjährigen Bonds stieg der Zins spürbar: von 2,94 Prozent im Januar auf nun 3,59 Prozent, wie die Finanzagentur des Landes am Mittwoch mitteilte. Insgesamt nahm der Staat bei den beiden Versteigerungen mit 6,5 Milliarden Euro den zuvor anvisierten Höchstbetrag ein. Die Auktionen waren jeweils gut 1,6-fach überzeichnet. Der Euro Chart zeigen kletterte daraufhin über die Marke von 1,31 Dollar, der Frankfurter Aktienleitindex Dax Chart zeigen legte leicht zu.

"Die Nachfrage war ganz ordentlich", sagte Analyst Nick Stamenkovic vom Wertpapierhändler RIA. "Allerdings verlangen die Investoren auch eine deutlich höhere Risikoprämie." Unicredit-Experte Luca Cazzulani sprach von einer guten Auktion - "gerade wenn man bedenkt, in was für einem angespannten Umfeld sie stattgefunden hat".

Italien-Rating in Gefahr

Bei der Wahl hat keiner der politischen Blöcke eine eigene Mehrheit errungen. Nun wird eine neuerliche Eskalation der Schuldenkrise befürchtet, weil die angedachten Reformen blockiert werden könnten. Um die Krise nicht wieder anzufachen, warnen Notenbanker und Politiker vor einer Rolle rückwärts. "Wir rufen die Regierungen in der Euro-Zone auf, die Bemühungen um die noch nötigen Reformen aufrechtzuerhalten", sagte EZB-Chefvolkswirt Peter Praet.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) forderte im ZDF die Politiker in Italien auf, für Stabilität zu sorgen. "Es liegt nun an den politisch Verantwortlichen in Italien, aus diesem Wahlergebnis das zu machen, was das Land braucht - nämlich eine stabile Regierung, die den erfolgreichen Kurs der Reformen fortsetzt."

Die italienische Linke war zwar als stärkste Kraft aus der Wahl hervorgegangen. Sie errang die meisten Stimmen im Abgeordnetenhaus. In der zweiten Parlamentskammer, dem Senat, fehlt ihr aber eine Mehrheit. Zur Regierungsbildung wäre sie auf eine Koalition angewiesen. Der frühere Ministerpräsident Silvio Berlusconi, den die Märkte und viele Politiker in Europa für die wirtschaftliche Misere des Landes verantwortlich machen, könnte dabei eine wichtige Rolle spielen.

Wegen der instabilen Lage droht dem Land nun auch eine Herabstufung durch die Rating-Agentur Moody's. Der Wahlausgang wirke sich negativ auf die Kreditwürdigkeit aus, weil Neuwahlen und damit eine noch längere Phase der politischen Instabilität im Raum stünden. Moody's bewertet Italien seit Juli 2012 mit "Baa2". Diese Note steht nur für eine durchschnittliche Kreditwürdigkeit. Zudem ist der Ausblick "negativ", was auf eine weitere Herabstufung hindeutet. Allerdings gibt es auch erste Signale für eine leichte Besserung der Konjunktur.

Die Stimmung in den Chefetagen der italienischen Unternehmen verbesserte hat sich im Februar überraschend. Der Geschäftsklima-Index stieg um 0,2 auf 88,5 Punkte, wie das Statistikamt mitteilte. Die Firmen berichteten von einer etwas besseren Auftragslage und schätzten die Aussichten für die Produktion günstiger ein. Die Umfrage fand in der ersten Monatshälfte und damit vor der Parlamentswahl statt.

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