Dienstag, 28. April 2015

Börse Patt in Italien führt zu Kursrutsch im Dax

Börse in Frankfurt: Berlusconi bringt die Indizes ins Taumeln

Das politische Patt in Italien hat den Dax tief ins Minus gedrückt. Auch eine leichte Erholung an der Wall Street kann die europäischen Märkte nicht aus der Depression befreien. Der Dax verliert mehr als 2 Prozent und schließt nur knapp über Tagestief. Aktien der Deutschen Bank stürzen ab.

New York / Frankfurt am Main - Kursrutsch an Europas Börsen: Der Leitindex Dax Börsen-Chart zeigen baute im späten Handel seine Verluste erneut aus und schloss 2,3 Prozent schwächer bei 7597 Punkten, nur 8 Punkte über Tagestief. Zu den größten Verlierern im Index zählten die Aktien von Deutsche Bank Börsen-Chart zeigen und BASF Börsen-Chart zeigen, die jeweils um knapp 5 Prozent nachgaben.

Auch eine leichte Erholung in den USA konnte den Kurssturz nicht bremsen: Der Dow Jones Börsen-Chart zeigen setzte mit einem Plus von 0,4 Prozent zu einer zaghaften Erholung an, dies konnte die Stimmung in Europa aber nicht verbessern.

Ernüchterung nach Italien-Wahl

Nach Auszählung der Stimmen in Italien herrscht Ernüchterung. In der drittgrößten Euro-Volkswirtschaft droht nach den Parlamentswahlen politischer Stillstand. Laut der Landesbank Baden-Württemberg sind die Märkte enttäuscht, dass das Mitte-Links-Bündnis um Spitzenkandidat Pier Luigi Bersani nicht wie erhofft als klarer Sieger hervorgegangen sei.

"Die Nervosität ist nachvollziehbar, da in Italien dringlicher Reformbedarf besteht", gaben die Experten zu bedenken. Mit der Patt-Situation steigt die Unsicherheit über den künftigen Kurs der italienischen Wirtschafts- und Europa-Politik.

Deutsche Bank stark unter Druck

Wegen der politischen Sorgen gerieten die am Vortag noch freundlichen Aktien aus dem Bankensektor in Deutschland und auch europaweit besonders deutlich unter Druck, womit sie ihre Talfahrt der letzten Wochen wieder aufnahmen. Die Titel der Commerzbank Börsen-Chart zeigen büßten rund 3 Prozent ein, und die der Deutschen Bank Börsen-Chart zeigen waren mit einem Abschlag von knapp 5 Prozent Schlusslicht im Dax. Auch die Titel der Allianz Börsen-Chart zeigen mischten sich unter die Verlierer.

Steigendes Vertrauen der US-Verbraucher hilft Dax nicht

Auch unerwartet gute US-Konjunkturdaten haben Europas Aktienanleger nicht von der politischen Misere in Italien abgelenkt. Das Verbrauchervertrauen in den USA war im Februar deutlich höher als erwartet ausgefallen. Auch der Eigenheim-Absatz im Januar fiel besser als prognostiziert aus. Zugleich verteidigte Fed-Chef Ben Bernanke die Null-Zins-Politik und die Anleihe-Käufe der Fed zur Stimulierung der Wirtschaft. .

An den Anleihemärkten halfen die guten Daten aus den USA den angeschlagenen italienischen Bonds ebenfalls nicht. Die zehnjährigen Papiere notierten 3,75 Punkte im Minus, was die Rendite auf 4,85 (Vorabend 4,37) Prozent in die Höhe sausen ließ.

BASF nach Jahreszahlen sehr schwach

Weit hinten im Dax reihten sich außerdem die Aktien von BASF Börsen-Chart zeigen nach der Zahlenvorlage ein. Für sie ging es um rund 4,5 Prozent nach unten. Analyst Laurent Favre von der Investmentbank Merrill Lynch wertete das Ergebnis vor Zinsen und Steuern als überraschend schlecht. Auch die Experten von Equinet und der DZ Bank kritisierten das operative Abschneiden des Chemiekonzerns. Insgesamt wurde die Zahlen aber als im erwarteten Rahmen angesehen.

Fresenius und FMC stemmen sich gegen den Trend In dem allgemein trüben Umfeld gab es nur zwei positive Ausnahmen im Dax: Aktien von Fresenius Börsen-Chart zeigen und deren Tochter Fresenius Medical Care Börsen-Chart zeigen stemmten sich nach Zahlen mit Kursgewinnen gegen den allgemein schwachen Markt.

Die Meinungen zum Zahlenwerk der beiden defensiv eingeschätzten Werte fielen eher positiv aus. Beide Unternehmen hätten über den Marktprognosen liegende Ergebnisse gemeldet und mit ihren Ausblicken die Erwartungen erfüllt, schrieb etwa Analyst Sven Kürten von der DZ Bank.

Bayer erhöht Dividende

Die Aktien von Bayer Börsen-Chart zeigen konnten sich dem schwachen Markt trotz positiver Meldungen nicht entziehen. Sie reduzierten ihr frühes Minus von bis zu drei Prozent aber am Nachmittag auf nur noch ein Prozent, nachdem der Chemie- und Pharmakonzern eine überraschend hohe Dividende angekündigt hatte. Eine weitere US-Zulassung für das Krebsmedikament Stivarga war zuvor noch wirkungslos verpufft.

la/dpa-afx

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