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22.02.2013
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10 Prozent der Anteile
Evonik schleicht sich auf das Börsenparkett

Zentrale des Chemiekonzerns Evonik in Hauptbahnhofsnähe in Essen: Teilbörsengang rückt näher
dapd

Zentrale des Chemiekonzerns Evonik in Hauptbahnhofsnähe in Essen: Teilbörsengang rückt näher

Nach drei gescheiterten Anläufen wagt sich der Essener Chemiekonzern Evonik nun doch an die Börse - allerdings nur mit weniger als 10 Prozent der Anteile. Die Evonik-Eigentümer haben bereits einen gleichgroßen Teil ihrer Aktien an ausgewählte institutionelle Investoren abgegeben.

Essen - Die Eigentümer des Spezialchemiekonzerns Evonik aus Essen starten offenbar einen neuen Anlauf für den Börsengang des Unternehmens. Als ersten Schritt haben die Eigentümer RAG-Stiftung und der Finanzinvestor CVC Capital Partners bereits einen gleichgroßen Teil ihrer Aktien an ausgewählte institutionelle Investoren abgegeben, hieß es am Freitag in einer gemeinsamen Mitteilung der Evonik-Eigentümer. Zunächst sollen allerdings nur weniger als 10 Prozent der Evonik-Anteile an die Börse kommen.

Die Entscheidung für den Teilbörsengang basiere auf einem spürbar verbesserten Kapitalmarktumfeld und dem gestiegenen Interesse von Investoren. Zum Kaufpreis machten die Eigentümer zunächst keine Angaben. Die Aktie soll an der Frankfurter Börse notiert werden.

Der Aktienpreis liege deutlich über der Preisindikation aus dem abgesagten Börsengang vom Juni 2012, hieß es. Damals hatten Investoren Abschläge von 25 Prozent oder mehr verlangt. Der genaue Umfang der Anteile, die damals an die Börse sollten, wurde offiziell nicht bekannt. Mehrfach war von einem Drittel der Anteile die Rede. Ein neuer IPO-Anlauf war nach der Schlappe erst für den Herbst 2013 in Aussicht gestellt worden.

Die "Rheinische Post" (Freitag) berichtete unter Berufung auf Kuratoriums-Kreise, dass die Käufer nun bereit seien, für die Evonik-Aktien einen Preis zu zahlen, der die gute Börsen-Entwicklung der vergangenen Monate widerspiegele.

3 Prozent an Privatanleger

Nach Informationen der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung ("WAZ") geben die Gesellschafter RAG-Stiftung (74,99 Prozent) und der Finanzinvestor CVC (25,01 Prozent) jeweils 3,5 Prozent an institutionelle Investoren wie Investmentfonds, Banken oder Versicherungen ab. Für eine Aktiennotierung an der Börse wollen die Eigentümer weitere 3 Prozent Privatanlegern über Banken anbieten, hieß es. Aus einem Vorstandsschreiben der RAG-Stiftung an das Kuratorium der Stiftung gehe hervor, dass seit der ersten Februarwoche bereits Anteile im Wert von 550 Millionen Euro verkauft worden seien. Damit sei schon etwa die Hälfte der geplanten sieben Prozent platziert.

Dem Vernehmen nach liegt der Wert des gesamten Unternehmens nun jenseits von 14 Milliarden Euro, so die WAZ weiter. Dies sei deutlich mehr als im Frühsommer 2012, als das Unternehmen mit insgesamt rund 11,5 Milliarden Euro bewertet worden sei.

Die RAG-Stiftung steuert den schrittweisen und für die Mitarbeiter sozialverträglichen Ausstieg aus dem deutschen Steinkohlebergbau. Die Stiftung erwirtschaftet aus Evonik-Dividenden und einem geplanten Börsengang des Unternehmens Erträge für die sogenannten Ewigkeitslasten der Kohleförderung. Dabei geht es vor allem um das dauerhafte Abpumpen von Wasser aus den mehreren tausend Stollen unter dem Ruhr- und Saargebiet.

kst/dpa-afx

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