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19.02.2013
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Kurssprung
Knauf wird Großaktionär bei Klöckner

KlöCo-Zentrale in Duisburg: Die Milliardärsfamilie Knauf will im Stahlgeschäft wachsen und sieht die Beteiligung an Klöco als strategische Investition
DPA

KlöCo-Zentrale in Duisburg: Die Milliardärsfamilie Knauf will im Stahlgeschäft wachsen und sieht die Beteiligung an Klöco als strategische Investition

Der Dortmunder Baustoffmilliardär Albrecht Knauf hat seine Beteiligung am Stahlhändler Klöckner & Co. auf knapp 8 Prozent ausgebaut. Das beflügelt Übernahmespekulationen und sorgt an der Börse für ein Kursfeuerwerk.

Frankfurt am Main - Die zum Imperium des Baustoff-Milliardärs Albrecht Knauf gehörende Knauf Interfer kündigte am Dienstag an, sie wolle im Stahlhandel auf Wachstumskurs gehen. Vor diesem Hintergrund sei die Beteiligung an Klöckner & Co. eine "strategische Investition".

Das Unternehmen aus Essen hatte am Montagabend einen Anteil von 7,82 Prozent an dem börsennotierten Duisburger Konzern offengelegt und damit Spekulationen um die Motive Knaufs ausgelöst

Investoren erwarten nun, dass Knauf seinen Anteil weiter aufstockt: Aktien vo Klöckner & Co. Chart zeigen schossen um knapp 10 Prozent auf 10,29 Euro in die Höhe. Knauf Interfer machte zudem deutlich, dass beide Unternehmen sich gut ergänzten: KlöCo sei ein global tätiger Stahlhändler, der auch in den USA und China präsent sei, hieß es in der Mitteilung weiter. Knauf Interfer SE habe dagegen einen Schwerpunkt vor allem in Deutschland und Europa.

Ein KlöCo-Sprecher unterstrich indes erneut, das Unternehmen wisse nicht, was Knauf mit dem Einstieg bezwecke. Für Marktanalyst Heino Ruland von Ruland Research hat Knauf auch wegen der günstigen Kurse zugegriffen: "Die Aktien sind sehr preiswert, daher kommt ein solcher Schritt nicht überraschend."

Knauf scheint aber nicht nur auf Schnäppchenjagd zu sein. Finanzkreisen zufolge hat er die Deutsche Bank Chart zeigen engagiert. Zunächst blieb aber unklar, wie weit er seinen Anteil an KlöCo aufstocken will. KlöCo ist an der Börse rund 937 Millionen Euro wert.

Klöco litt zuletzt unter Stahlkrise

Knauf Gips mit Sitz im unterfränkischen Iphofen ist der Kern der Gruppe, die mit 23.000 Mitarbeitern auf die Herstellung von Baustoffen spezialisiert ist. Der Stahlhandel war bisher ein Randgeschäft.

Klöckner & Co ist mit einem Umsatz von 7,1 Milliarden Euro ungleich größer als Knauf Interfer, die laut Bundesanzeiger im Jahr 2011 mit 1500 Mitarbeitern auf 1,05 Milliarden Euro Umsatz und einen mageren Gewinn von 3,4 Millionen Euro kam. Dennoch gehört das Unternehmen zu den größten herstellerunabhängigen Stahlhändlern in Deutschland.

Albrecht Knauf hatte sich auch als Miteigentümer der Fluggesellschaft Eurowings und zeitweise als Vizepräsident und Großaktionär des Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund Chart zeigen einen Namen gemacht.

KlöCo hatte sich zuletzt der Stahlkrise in Europa nicht entziehen können. Der Konzern hatte erst im November angekündigt, über 1800 Stellen einsparen zu wollen. Auch für 2013 hatte sich KlöCo nicht allzu zuversichtlich gezeigt: In Europa rechne er in diesem Jahr trotz manch positiver Anzeichen noch nicht mit einem Wachstum des Stahlverbrauchs, hatte KlöCo-Chef Gisbert Rühl Mitte Januar gesagt. Die Talsohle müsse im ersten Halbjahr erst noch durchschritten werden.

Die Nachfrage in den USA werde hingegen weiter robust wachsen - und davon profitiere auch KlöCo. Rühl hatte bekräftigt, dass 2012 der Gewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen (Ebitda) und Restrukturierungen wohl auf 130 bis 140 Millionen Euro einbrechen wird. 2011 hatte der Konzern noch 217 Millionen Euro eingefahren. Die genauen Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr will der MDax-Konzern Anfang März vorstellen.

mg/rtr/dpa-afx

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