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08.02.2013
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Aktien
Banken oder Versicherer?

Von Lutz Reiche

Risiko: Große Banken sind anderen und größeren Risiken ausgesetzt als Versicherer - behauptet zumindest die Assekuranz
DPA

Risiko: Große Banken sind anderen und größeren Risiken ausgesetzt als Versicherer - behauptet zumindest die Assekuranz

Als volatil und risikoreich gilt das Geschäft der einen, als stabil und relativ sicher das der anderen. Banken und Versicherer trennen Welten, was auch ihr aktueller Geschäftserfolg zeigt. Welche Aktien sind noch einen Kauf wert?

Hamburg - Das Vertrauen der Deutschen zu Banken und Versicherern hat stark gelitten: In einer Umfrage des Nürnberger GfK-Vereins belegt der Banken- und Versicherungsssektor in Deutschland den letzten Platz unter den abgefragten Branchen. Das wird die Assekuranz wurmen. Bestehen ihre Lobbyisten doch darauf, mit Banken nicht stets in einem Topf zu landen. Beide Branchen trennen Welten, nicht zuletzt im Geschäftsmodell, betonen die Versicherer.

Im Grundsatz ist das richtig. Dabei wird jedoch oft übersehen, dass Policen zu einem großen Teil auch über den Bankschalter verkauft werden, dass Versicherer Hypothekenkredite vergeben, dass ein Konzern wie die Allianz Chart zeigen einen der weltweit größten Vermögensverwalter unter seinem Dach beherbergt.

Dennoch: In ihrem Kerngeschäft sind Versicherer ganz anderen Risiken als Banken ausgesetzt. Diese Risiken müssen sie genauso wie die Zahlungsströme oft über Jahrzehnte im Voraus berechnen und ihre Kapitalanlage danach ausrichten. Kurzfristiges Profitdenken verbietet sich damit.

Und wer dieser Tage die Berichte deutscher Großbanken und Versicherer verfolgt, kann tatsächlich den Eindruck gewinnen, dass sie Welten trennen.

Die Deutsche Bank Chart zeigen ist zuvorderst damit beschäftigt, ihre Altlasten zu entrümpeln. Sie reduziert Bilanzrisiken radikal, schreibt Milliardenwerte ab und stellt Milliarden für Rechtsrisiken zurück. Alles folgt dem Ziel, die Kapitaldecke aufzubessern, die künftigen Basel-III-Anforderungen zu erfüllen. Der Druck ist groß, glaubt Analyst Konrad Becker von Merck Finck: "Wer als internationale Bank weiter bestehen will, muss die Anforderungen schaffen. Das verlangt der Markt. Wer nicht liefert, ist weg vom Fenster."

Die neue Doppelspitze der Deutschen Bank, Anshu Jain und Jürgen Fitschen, stärkt die geforderte Kernkapitalquote, der Preis ist hoch: Im vierten Quartal steht unter dem Strich ein Milliardenverlust und auf Jahressicht 2012 das schwächste Konzernergebnis seit 2008. Eine Prognose gibt das Management nicht, auch weil zusätzliche Milliardenlasten durch weitere Rechtsrisiken wie den Libor-Skandal drohen.

Banken kämpfen mit Altlasten, Versicherer schwimmen in Geld

Bei der Commerzbank Chart zeigen zeichnet sich auch im vierten Jahr nach der Rettung durch den Staat keine Besserung ab. Sie kämpft ebenso mit Altlasten, die noch aus der Übernahme der Eurohypo und Dresdner Bank resultieren. Das Kerngeschäft mit Privatkunden und dem Mittelstand wirft viel zu wenig ab. Nach einem hohen Nettoverlust bricht das Jahresergebnis auf sechs Millionen Euro ein. Investoren vermissen eine überzeugende Strategie.

Ganz andere Signale senden die großen Versicherer aus. Die Branche schwimmt derzeit in Geld und wird ihren Aktionären im Gegensatz zu den deutschen Großbanken kräftig steigende Dividenden überweisen. Sieben Euro je Anteilsschein sind es bei der Münchener Rück Chart zeigen - die zweithöchste Dividende in mehr als zwei Jahrzehnten.

Der weltgrößte Rückversicherer kann sich das leisten. Im abgelaufenen Jahr hat sich sein Nettogewinn mit 3,2 Milliarden Euro mehr als vervierfacht. Die Hannover Rück Chart zeigen glaubt den für 2012 erwarteten Rekordgewinn von "mindestens" 800 Millionen Euro annähernd auch in diesem Jahr erreichen zu können. Die Dividende für die Aktionäre dürfte um fast ein Viertel steigen. Und so viel ist klar: Die Allianz Chart zeigen wird für 2012 ihr operatives Ergebnis auf mehr als neun Milliarden Euro schrauben.

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