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03.02.2013
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Erstes Nachkriegs-IPO
Asiacell feiert Börsendebüt in Bagdad

Zeichen der Normalität: Anleger beobachtet Kurstafel in der Börse Bagdad
REUTERS

Zeichen der Normalität: Anleger beobachtet Kurstafel in der Börse Bagdad

Im Irak ist die erste große Aktienemission seit dem Krieg gelungen. Der Mobilfunkanbieter Asiacell nimmt 1,4 Milliarden Dollar ein. Ein Konzern aus Katar investiert groß in den Wachstumsmarkt. Zugleich erinnert ein tödlicher Anschlag an die bedenkliche Lage im Land.

Bagdad - Der irakische Mobilfunkbetreiber Asiacell steuert auf ein glanzvolles Börsendebüt in Bagdad zu. Die Nachfrage bei der mit 1,4 Milliarden Dollar ersten großen Neu-Emission seit der US-Invasion vor zehn Jahren am Sonntag war hoch. Der Chef der Bagdader Börse, Taha Abdulsalam, sagte Reuters, es seien Aufträge für alle angebotenen 67,5 Milliarden Aktien eingegangen. Dies entspricht einem Viertel des Stammkapitals. Ein Anteilsschein wurde für 22 Irakische Dinar (0,02 Dollar) verkauft.

Die Emission gehört zu den größten Börsengängen im Nahen Osten in den vergangenen Jahren. Sie galt auch als Test für das Vertrauen der Anleger in Iraks Wirtschaft, die sich langsam vom Krieg, finanziellen Sanktionen und politischer Instabilität erholt. Einige der größten heimischen Asiacell-Anteilseigner nutzten offenbar den Sprung aufs Börsenparkett, um ihre Beteiligung zurückzufahren.

Im Gegensatz dazu wurde erwartet, dass der katarische Telekommunikationskonzern Qatar Telecom (Qtel), der bereits knapp 54 Prozent an Asiacell hält, seinen Anteil erhöht. Der Handel mit Asiacell-Aktien sollte am Montag starten.

Regierungskrise, mindestens 30 Tote bei Überfall auf Polizeigebäude

Außerhalb der Börse war von Normalität im Irak zuletzt wenig zu spüren. Bei einem schweren Angriff auf das Polizeihauptquartier im nordirakischen Kirkuk sind mindestens 30 Menschen getötet und 70 weitere verletzt worden. Ein Selbstmordattentäter sprengte sich am Sonntagmorgen am Haupteingang des Gebäudes in die Luft, wie ein Polizeivertreter der Nachrichtenagentur AFP sagte. Dann stürmten drei Männer in den Komplex und warfen Granaten, bevor sie laut Augenzeugen getötet wurden.

Offenbar hätten die Angreifer zunächst erfolglos versucht, das Gebäude zu stürmen, sagte der Chef des örtlichen Rettungsdienstes, Polizeigeneral Natah Mohammed Sabr. Daraufhin sprengte sich ein Selbstmordattentäter in einem Auto in die Luft, das als Polizeifahrzeug getarnt war.

Zu dem Attentat bekannte sich zunächst niemand. Sunnitische Rebellen, darunter Al-Kaida im Irak, verüben jedoch regelmäßig Anschläge auf die irakischen Sicherheitskräfte, um das Land zu destabilisieren. Allein im Januar wurden nach einer Zählung von AFP 246 Menschen bei Angriffen im Irak getötet.

In Kirkuk leben Araber, Kurden und Turkmenen. Die ölreiche Provinz im Norden des Irak wird sowohl von der Regierung in Bagdad als auch von der Führung der autonomen Kurdenregion beansprucht. Beobachter halten den Territorialstreit auf lange Sicht für die größte Gefahr für die Stabilität des Landes.

Der Irak befindet sich in einer schweren politischen Krise: Seit Ende Dezember ist der schiitische Regierungschef Nuri al-Maliki im Zentrum einer Protestkampagne der sunnitischen Minderheit, die etwa ein Viertel der irakischen Bevölkerung ausmacht. Die Sunniten fühlen sich an den Rand der Gesellschaft gedrängt und fordern al-Malikis Rücktritt.

Vize-Regierungschef Hussein Schahristani sagte am Sonntag, in den vergangenen Wochen seien rund 3000 Gefangene freigelassen worden. Zudem seien alle weiblichen Häftlinge in Gefängnisse in ihren Heimatprovinzen verlegt worden, verkündete Schahristani nach einem Treffen mit sunnitischen Stammesältesten, religiösen Würdenträgern und Vertretern von Demonstranten aus dem nordirakischen Mossul. Damit erfüllte die Regierung zwei Forderungen der sunnitischen Demonstranten.

ak/rtr/afp

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