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01.02.2013
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Kursanstieg
Die Angst fährt mit

Von Arne Gottschalck

Wall Street: Der Dow Jones hat die Marke von 14.000 Punkten zurückerobert und notiert so hoch wie seit Herbst 2007 nicht mehr. Sind Aktien schon wieder zu teuer geworden?
AFP

Wall Street: Der Dow Jones hat die Marke von 14.000 Punkten zurückerobert und notiert so hoch wie seit Herbst 2007 nicht mehr. Sind Aktien schon wieder zu teuer geworden?

Die Börsen sind im Vorwärtsgang. Der Dax nimmt die Marke von 8000 Punkten ins Visier, doch manche Papiere sind inzwischen recht teuer geworden. Lohnt der Einstieg noch?

Aktienanlage ist eigentlich ganz einfach - wenn man die richtigen Unternehmen findet. Die an der Börse notierten Konzerne sollten nicht zu hoch bewertet und bitteschön auch in der Lage sein, ihre Gewinne in der Zukunft kräftig zu steigern. So weit die Theorie. In der Praxis ist es aber weitaus schwieriger, solche Unternehmen herauszufiltern.

Beispiel Beiersdorf Chart zeigen. Der recht biedere Konsumgüterhersteller ("Nivea") zählt mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von fast 30 inzwischen zu den teuersten Werten im Dax - er ist deutlich ambitionierter bewertet als etwa der Software-Hersteller SAP (17) oder der Autobauer BMW (10). Der Börsenwert des Hamburger Nivea-Konzerns ist 30mal so hoch wie sein aktueller Jahresgewinn - damit liegt das KGV etwa doppelt so hoch wie im Dax-Durchschnitt.

Ist die Beiersdorf-Aktie damit schon wieder zu teuer? Oder wird der Konzern in der Lage sein, durch die geplante Expansion in den Schwellenländern seine Gewinne so stark zu steigern, dass Raum für weitere Kursgewinne bleibt? In der Bewertung der Aktie, die in den vergangenen 12 Monaten rund 50 Prozent zugelegt hat und dem Dax enteilt ist, steckt zumindest sehr viel Optimismus - der rasch enttäuscht werden kann.

"Einige Aktien sind nicht mehr billig", sagt Stephen Thornber. Er verwaltet für die Fondsgesellschaft Threadneedle den Global Equity Income und kann daher weltweit nach Aktien suchen. Was ihm seine Aufgabe derzeit etwas erleichtert - es sollen Aktien sein, die hohe Dividenden zahlen. Und die sind laut Thornber im Schnitt derzeit sogar günstiger bewertet als der breite Marktschnitt. In Europa beispielsweise liegt das KGV für den Markt im Schnitt bei 10. Im Fall der Aktien mit den höchsten Dividendenrenditen liegt das KGV derzeit bei 8. Wären Dividendenstärke der alleinige Treiber für Aktienkurse, wie viele Fondsmanager nahelegen, die Bewertung der entsprechenden Aktien sähe anders aus - ihr KGV wäre höher.

Deutsche Skepsis: Substanzwerte sind beliebt

Trotz der jüngsten Rally am Aktienmarkt: Investoren in Deutschland wagen sich nur zögerlich zurück. Und sie setzen nicht mehr auf verheißungsvolle Börsenstories, sondern vor allem auf jene Unternehmen, die ein einfaches Geschäftsmodell haben, Produkte des täglichen Lebens herstellen und mit der Konjunktur mehr oder weniger mitschwingen. Unternehmen wie Beiersdorf eben.

"Ein Konsumgüterhersteller im Kosmetikbereich mit medizinischer Nähe", ordnet John Manieri ein, der bei der Fondsboutique Adamant auf diese Aktien spezialisiert ist. "Die sehr starke Marke und die Fantasie für das Wachstum ausserhalb Europas, besonders in den Emerging Markets, zeigt sich bereits in der Bewertung von Beiersdorf." Will sagen: Die Aktie ist bereits ambitioniert bewertet, das Unternehmen muss hohe Erwartungen erfüllen, um seinen Börsenwert zu rechtfertigen. Klappt das nicht, drohen Kursverluste.

Für Thornber gehören Beiersdorf-Aktien daher nicht zu den Hinguckern. Für interessanter hält er Aktien von Unilever Chart zeigen oder BASF Chart zeigen; "Gute Unternehmen, weltweit aufgestellt, und eigentlich ziemlich langweilig." Der Vorteil: Papiere des Chemieriesen BASF seien mit einem KGV von knapp 13 noch moderater bewertet als Beiersdorf.

Sind Aktien also doch nicht zu teuer? "Das durchschnittliche KGV deutscher Aktien ist gemessen an den Schätzungen für das Jahr 2014 mit 9,95 historisch tief", schreibt der Anleihenverwalter Bantleon. "Hinzu kommt, dass die Dividendenrendite mit 3,81 Prozent als äußerst attraktiv einzustufen ist."

Doch die Kurse steigen bereits seit Monaten. Ist es schon wieder zu spät, um einzusteigen? Für Guy Wagner, Chefökonom der Banque de Luxembourg, ist die Antwort klar. Er setzt auf Unternehmen mit Geschäft in den Schwellenländern und "konjunkturabhängige Qualitätsunternehmen mit attraktiver Dividendenrendite".

Ein Gutes hat die Unsicherheit - sie zeigt, dass Investoren noch über das Bewertungsniveau von Wertpapieren nachdenken. In klassischen Hausse-Zeiten wird das oft vergessen.

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