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28.01.2013
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Anleihenmarkt
Griechische Rendite sinkt unter 10 Prozent

Griechisches Parlament: Angst der Anleger vor neuem Staatsbankrott schwindet
AFP

Griechisches Parlament: Angst der Anleger vor neuem Staatsbankrott schwindet

Der Kapitalmarkt liefert ein Zeichen der Entspannung für Griechenland. Erstmals seit 2010 verlangen Anleger keine zweistellige Rendite mehr, wenn sie dem Staat Geld leihen. Auch für Italien verbilligt sich der Schuldendienst deutlich - obwohl die wirtschaftliche Misere anhält.

Frankfurt am Main - Am griechischen Anleihemarkt setzt sich die Entspannung der letzten Monate fort. Am Montag sank die Rendite für richtungsweisende zehnjährige Anleihen des schwer angeschlagenen Eurolands unter die Marke von zehn Prozent. Im Vormittagshandel fiel die Rendite im freien Handel zeitweise bis auf 9,97 Prozent. Im Frühjahr 2012 hatte die Rendite vor der Umschuldung Athens mit bis zu 37 Prozent fast viermal so hoch gelegen. Selbst nach dem Schuldenschnitt verlangten Anleger im Mai und Juni zeitweise 30 Prozent.

Generell sind die Renditen für Staatsanleihen angeschlagener Euroländer wie Spanien, Italien oder Portugal seit vergangenem Sommer stark zurückgegangen. Als Hauptgrund gilt die Zusage der Europäischen Zentralbank (EZB), den Euro Chart zeigen unter allen Umständen verteidigen zu wollen. Im Herbst hatte die EZB ihr Anleihekaufprogramm OMT aufgelegt, mit dem sie notfalls unbegrenzt - allerdings unter Auflagen - Schuldtitel angeschlagener Eurostaaten kaufen will.

Auch Italien profitierte am Montag erneut davon. Das Land lieh sich am Kapitalmarkt insgesamt 6,63 Milliarden Euro. Im einzelnen bot Italien den Anlegern vier Milliarden Euro in Form von zweijährigen Null-Coupon-Anleihen. Die Rendite fiel auf 1,434 Prozent und lag damit so niedrig wie seit März 2010 nicht mehr. Ende Dezember hatte Italien für eine ähnliche Anleihe eine Rendite von 1,88 Prozent bieten müssen. Zudem verkaufte Italien eine inflationsindizierte Anleihe in einem Volumen von 2,63 Milliarden Euro mit einer Laufzeit bis September 2018 und einer Rendite von 1,8 Prozent.

Italienisches Verbrauchervertrauen auf Rekordtief

Von einem realwirtschaftlichen Aufschwung ist derweil wenig zu spüren. Einen Monat vor der Wahl rauscht die Stimmung der Italiener auf ein Rekordtief. Das Barometer für das Verbrauchervertrauen sank im Januar auf 84,6 von 85,7 Punkten im Dezember, wie das Statistikamt Istat am Montag mitteilte. Dies ist der niedrigste Stand seit Beginn der Datenerhebung im Januar 1996. Von Reuters befragte Analysten hatten ein leichtes Plus auf 86 Punkte erwartet.

Die Konsumenten bewerteten das wirtschaftliche Gesamtbild und ihre eigene Finanzlage sowohl derzeit als auch für die Zukunft ungünstiger als zuletzt. "Die Stimmung ist schlecht", sagt die Italien-Expertin der Commerzbank, Ulrike Rondorf. In der Industrie habe es zuletzt zwar Hoffnungszeichen gegeben. "Vor allem der Einzelhandel und die gesamte Binnenwirtschaft leiden aber unter steigender Arbeitslosigkeit." Der private Konsum der Italiener gilt als Achillesferse der drittgrößten Volkswirtschaft in der Euro-Zone.

Italien steckt seit Mitte 2011 in der Rezession. Für das laufende Jahr rechnen Ökonomen mit einem Schrumpfen der Wirtschaftskraft um etwa ein Prozent, nach einem Rückgang um rund zwei Prozent 2012. Regierungschef Mario Monti hat versucht, sein Land mit hartem Sparkurs samt Steuererhöhungen fitter für den internationalen Wettbewerb zu machen und den Schuldenberg in den Griff zu bekommen. Montis Lager liegt in Umfragen hinter dem Mitte-Links-Bündnis und einer Mitte-Rechts-Koalition um Ex-Regierungschef Silvio Berlusconi. Die Parlamentswahl ist am 24./25. Februar.

ak/dpa-afx/rtr

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