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25.01.2013
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Drohender Schuldenschnitt
Solarworld-Aktien im freien Fall

Solarworld-Standort in Freiberg: Das Unternehmen hat einen Schuldenberg von einer Milliarde Euro angehäuft
REUTERS

Solarworld-Standort in Freiberg: Das Unternehmen hat einen Schuldenberg von einer Milliarde Euro angehäuft

Neue Hiobsbotschaft aus der Solarbranche: Das einstige Vorzeigeunternehmen Solarworld hat harte "Einschnitte bei den Verbindlichkeiten" angekündigt. Aktionäre fürchten einen Schuldenschnitt, die Aktie bricht um fast 30 Prozent ein.

Bonn - "Es stehen gravierende Einschnitte bei den Verbindlichkeiten der Gesellschaft an, insbesondere bei den ausgegeben Anleihen und Schuldscheindarlehen", teilte Solarworld mit.

Experten glauben nicht an eine erfolgreiche Rettung des einstigen Vorzeigeunternehmens der Solarbranche. Solarworld Chart zeigen selbst spricht aber von einer "positiven Fortführungsprognose". Die Aktien verloren nach der Mitteilung im TecDax 28 Prozent.

Ende September hatte Solarworld eigenen Angaben zufolge langfristige Schulden in Höhe von 1,04 Milliarden Euro. Darunter 543 Millionen Euro in Anleihen und 354,2 Millionen Euro in Schuldscheinen. Die von einem möglichen Schuldenschnitt betroffenen Anleihen schmierten am Freitagmorgen weiter ab. Die Papiere notierten an der Börse in Stuttgart nur noch bei rund einem Viertel ihres Nennwerts.

Gläubiger müssen wohl verzichten

Die erforderliche finanzielle Restrukturierung und notwendige Maßnahmen operativer Art dürften aber wohl im Interesse aller umgesetzt werden können, daher bestehe eine "positive Fortführungsprognose" für das Unternehmen, hieß es in der Pflichtmitteilung weiter. Der Vorstand prüfe laufend diese Prognose und werde "zielführende Gespräche" einleiten.

"Nach den gegenwärtigen Finanzkennziffern müssten die bereits begebenen Anleihen durch eine neue Anleihe refinanziert werden. Dies ist weder angesichts des Marktumfelds noch aufgrund der dann nötigen höheren Verzinsung möglich", sagte Wolfgang Hummel, Experte beim Zentrum für Solarmarktforschung. Ein Gläubigerverzicht stehe wohl an.

DZ-Analyst Sven Kürten sagte, dass eine ernsthafte Umschuldung höchstwahrscheinlich zu Lasten der Aktionäre gehe - wie auch bei anderen Fällen aus der Branche. Im vergangenen Jahr war die Branche von zahlreichen Insolvenzen wie etwa von Q-Cells und Solon durchgeschüttelt worden. Bei Q-Cells fing die Agonie, die in der Insolvenz endete, mit einer Umschuldung bei den Anleihen an.

Solarworld will Sparprogramm ausweiten

Wegen des Preisverfalls war das Unternehmen im dritten Quartal noch tiefer in die roten Zahlen gerutscht und hatte einen Verlust von rund 69 Millionen Euro erlitten. Für das Gesamtjahr erwartet der Konzern einen deutlich sinkenden Umsatz sowie einen hohen operativen Verlust.

Um gegenzusteuern hatte Solarworld angekündigt, sein Sparprogramm auszuweiten. Die Jahreszahlen will das Bonner Unternehmen am 21. März vorlegen. Auch der schwäbische Traditionskonzern Bosch hat in seiner jungen Solarsparte vergangenes Jahr einen Milliardenverlust verkraften müssen. Die von 2008 an teuer aufgebaute Sparte brachte dem weltgrößten Autozulieferer allein im abgelaufenen Jahr gut eine Milliarde Euro Verlust.

Als Schuldige für die Misere der Branche hat Solarworld Vorstandschef Frank Asbeck seit langem die Konkurrenz aus China ausgemacht. "Derzeit können auch diejenigen Solarhersteller nicht profitabel sein, die ihre Kosten gut im Griff haben", schrieb Asbeck im November. "Dumping und unzulässige Subventionen haben die nachhaltig gewachsene Solarindustrie massiv geschädigt und in Teilen sogar zerstört."

mg/dpa-afx

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