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24.01.2013
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Gegen Samsung und Apple
Nokias schwieriger Weg zurück an die Spitze

Von Christoph Rottwilm

Samsung, Apple, Nokia: Kampf der Smartphone-Giganten
Fotos
AP

Der Aktienkurs von Nokia hat binnen sechs Monaten um 140 Prozent zugelegt. Doch der Ex-Weltmarktführer hat das Comeback noch nicht geschafft. Experten fordern vor allem mehr Marketing und neue Technik.

Hamburg - Wer sich für die Zukunft des Mobilfunkmarktes interessiert, sollte sich mit Tina Wells unterhalten. Die US-amerikanische Buchautorin, Bloggerin und Chefin der Marktforschungsagentur Buzz Marketing Group in Philadelphia hat ihr Ohr dicht an der jungen Generation, die in den kommenden Jahren die Konsumströme lenken wird. Aus vielen Recherchen kennt Wells jene Kräfte, die Teenager bei ihren Kaufentscheidungen beeinflussen. Einiges davon spielt im Mobilfunkgeschäft eine größere Rolle als mancher denkt.

Zum Beispiel Bequemlichkeit. Jugendliche finden es alles andere als komfortabel, stundenlang für ein Gerät wie das iPhone in der Schlange zu stehen, so Wells zu manager magazin online. "Dies ist die Amazon.com-Generation, in der Du haben kannst was Du willst, und zwar zum besten Preis und innerhalb von 24 Stunden frei Haus."

Oder das Lebensgefühl. "Die Teenager von heute wissen, dass sie cool sind", so Wells. "Sie brauchen dafür keine Marken mehr." Im Gegenteil: Anders als noch vor einigen Jahren sind es inzwischen die jungen Leute selbst, die bestimmen, welche Marken als "cool" gelten, nicht umgekehrt.

Auch das könnte vor allem eine Firma wie Apple Chart zeigen in Schwierigkeiten bringen, deren iPod oder iPhone noch vor einiger Zeit als Muss für den trendigen Großstädter galten. Diesen "Must-Have"-Nimbus dürften die Produkte mit dem angebissene Apfel mehr und mehr verlieren.

Jung rebelliert gegen Alt

Marketingexperten bemerken schon länger, dass Apple-Geräte zum Mainstream werden. Erschwerend kommt für das Unternehmen aus Kalifornien hinzu, dass junge Leute speziell in Stilfragen gerne gegen ihre Eltern rebellieren. Im Falle Apples könnte das heißen: Wenn Papa ein iPad hat, ist allein das für manchen Sprössling schon Grund genug, sich keins zu kaufen.

Dass der Hype um Apple an Schwung verloren hat, lässt sich auch an der Börse beobachten. Erst am späten Mittwochabend sorgte das Unternehmen mit seiner Quartalsbilanz für einen erneuten Kursrutsch. Zwar steigerte Apple seine Verkaufszahlen enorm - aber nicht ganz so enorm, wie Analysten es sich erhofft hatten. Zudem stagniert erstmals seit langem der Gewinn.

Schon wenige Tage zuvor hatte eine Meldung für Unruhe gesorgt, nach der Apple mangels Nachfrage seine Bestellungen für Teile des iPhone 5 bei Zulieferern reduzieren muss. Dafür gab es aus Cupertino zwar keine Bestätigung. Die Meldung stammt jedoch vom "Wall Street Journal", das nicht dafür bekannt ist, Klatsch und Tratsch zu verbreiten.

Nutznießer der Entwicklung könnte unter anderen Nokia Chart zeigen sein. Der einstige Handy-Weltmarktführer, der böse abgestürzt war, weil er - anders als Apple - die Marktentwicklung falsch eingeschätzt und technische Innovationen verschlafen hatte, befindet sich seit einigen Monaten im Aufwind. Die Verkaufszahlen verbessern sich, ein gewaltiges Sanierungsprogramm inklusive Jobabbau im fünfstelligen Bereich beginnt zu greifen. Auch die Börse schöpft Hoffnung. Die Aktie der Finnen legte seit Juli 2012 um mehr als 140 Prozent zu.

Die Frage ist nur: Wie nachhaltig ist der Kursgewinn? Welches Potenzial steckt tatsächlich in dem Konzern und der Aktie? Findet Nokia wieder zurück zu alter Stärke?

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