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22.01.2013
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Investieren in Frankreich
"Eher wie ein Peripheriestaat"

Von Arne Gottschalck

Börse in Paris: Das Land zahlt derzeit nur niedrige Zinsen - daher ist der Reformdruck gering. Dennoch haben viele französische Unternehmen, die sich auf den Binnenmarkt konzentrieren, Probleme
REUTERS

Börse in Paris: Das Land zahlt derzeit nur niedrige Zinsen - daher ist der Reformdruck gering. Dennoch haben viele französische Unternehmen, die sich auf den Binnenmarkt konzentrieren, Probleme

Der Glanz der Feier zum 50-jährigen Bestand des Élysée-Vertrags vermag die Probleme der französischen Wirtschaft nicht zu überstrahlen. Verschuldung und Arbeitslosigkeit bringen das Euro-Kernland in Bedrängnis. Die Börse sieht darüber hinweg - noch.

Hamburg - Es war im Frühjahr 2009, als sich die deutsch-französische Nähe löste. Auch vorher waren Dax Chart zeigen und CAC 40 Chart zeigen, Deutschlands und Frankreichs Renommierindizes, immer mal wieder eigene Wege gegangen. Doch seit jenem Frühjahr 2009 stapfte der CAC 40 nur langsam voran, während der Dax sich in immer luftigere Höhen schraubte.

Und während Politiker beider Länder heute sich und den 50-jährigen Bestand des Élysée-Vertrags in Berlin feiern, fragen sich Anleger, woran Frankreich krankt und was das für die Zukunft der Aktien des Landes bedeutet.

Die Arbeitslosigkeit in Frankreich klettert über die Marke von 10 Prozent, seine Verschuldung in Relation zum Bruttoinlandsprodukt liegt bei knapp 90 Prozent, sein Rentensystem ist teuer, das Staatsdefizit steigt - und seine Bevölkerung zeigt sich Reformen gegenüber eher widerspenstig.

Zuletzt warnte die Ratingagentur Fitch das Land davor, weitere Schulden zu machen. Zusammengenommen sorgt das für einen Eintopf, der manchem Investor nicht so recht schmeckt. Doch dem Land hilft es, dass aus anderen Küchen noch schmalere Kost kommt.

Frankreich ist unter vielen Schwachen der relativ Stärkere

So zahlt Frankreich derzeit für fünfjährige Anleihen 0,9 Prozent Zinsen. Das ist kaum mehr als Deutschland, dessen wirtschaftliche Situation deutlich besser ist. Frankreich hat also das Glück, dass die Märkte ihm momentan wohlgesonnen sind - weil sie auf die Schwächen anderer Länder konzentriert sind.

"Der Aufschlag der Renten zu den deutschen Bundesanleihen ist da, aber längst nicht so hoch, wie ihn zum Beispiel Italien zahlen muss", sagt Daniel Hartmann, Analyst beim Anleihe-Spezialisten Bantleon. "Italien steht eben derzeit im Fokus der Anleger, Frankreich nicht. Und das, obwohl in Frankreich der Anteil der Exporte am Bruttoinlandsprodukt stärker abgenommen hat, was ein Indiz für die internationale Wettbewerbsfähigkeit ist."

Frankreich zähle aus Anlegersicht derzeit zwar nicht zu den besten Adressen im Euro-Raum. Das Land profitiert aber von dem großen Anlagenotstand: Wegen sehr niedriger Renditen insbesondere in Deutschland sehen sich Investoren gezwungen, auf Länder mit etwas geringerer Bonität auszuweichen. Dazu gehört Frankreich.

Auch Aktien des Landes werden derzeit eher wohlwollend betrachtet. Immerhin konnte der CAC 40 seit Beginn des Jahres seinen Wert wahren. "Die Gefahr ist, dass aufgrund der akuten Probleme in den Peripheriestaaten der Reformbedarf in den Kernstaaten zu wenig erkannt wird", sagt Hartmann. "Das gilt besonders für Frankreich. Während in den Peripheriestaaten teilweise mutige Reformen ergriffen und nun umgesetzt werden, tut sich diesbezüglich in den Kernstaaten relativ wenig."

Das Problem für die Reformer: Aufgrund der vergleichsweise niedrigen Zinsen, welche Frankreich derzeit für seine Staatsschulden zahlt, besteht seitens des Finanzmarktes wenig Druck für Reformen.

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