Frankfurt am Main - Die wichtigsten deutschen Aktienindizes haben am Donnerstag freundlich geschlossen. Der Leitindex Dax
beendete den Handel 0,58 Prozent höher bei 7.735 Punkten und erhielt dabei Rückenwind von guten Konjunkturdaten aus den USA. Zuvor hatte er bis zum Mittag noch leicht im Minus gelegen. Für den Sprung in die Gewinnzone wurde zudem auch die Hoffnung auf positive Nachrichten aus China verantwortlich gemacht. Zu Wochenschluss stehen dort Daten zur Wirtschaftsentwicklung an. Der MDax
stieg am Ende um 1,35 Prozent auf 12.480 Punkte und der TecDax
rückte um 1,02 Prozent auf 871 Punkte vor.
"Die letzten Daten aus den USA zeigen ein solides Bild", sagte Marktanalyst Robert Halver von der Baader Bank. Er verwies vor allem auf die Baubeginne, die im Dezember deutlich stärker zugelegt hatten als erwartet. Zudem hatte es erfreuliche wöchentliche Arbeitsmarktzahlen gegeben, denen aber das im Januar überraschend eingetrübte Geschäftsklima in der Region Philadelphia gegenüber stand. Außerdem wurde an die am Freitag anstehenden China-Daten erinnert: Ökonom Thomas Gitzel von der VP-Bank erwartet dabei das Signal, dass die Trendwende beim Wachstum vollzogen sei. Damit verbunden sei die Hoffnung auf positive Impulse für die Weltwirtschaft.
Thyssen Krupp profitiert von Steel-Americas-Angebot
Für die Titel von ThyssenKrupp
ging es nach einem Bericht des "Wall Street Journal" über milliardenschwere Angebote für Steel Americas um gut anderthalb Prozent nach oben - das bedeutete den Spitzenplatz im Dax. Eigentlich sollte dies aber nicht zu einem zusätzlichen Kurstreiber für die Papiere werden, sagte ein Händler. ArcelorMittal
habe bereits in der Vorwoche angekündigt, für das Werk in Alabama zu bieten. Zudem liege die Offerte des brasilianischen Konzern Siderurgica Naciona (CSN) für beide Werke im Rahmen der Erwartungen.
Die Papiere der Deutschen Telekom
verteuerten sich nach der Ankündigung eines Stellenabbaus um knapp ein halbes Prozent. Der Konzern streicht bis zu 1200 Verwaltungsstellen in Deutschland und bestätigte damit einen Bericht des "Handelsblatts". Der Netzausbau schafft indes Arbeit. Den betroffenen Arbeitnehmern soll deshalb ein Wechsel in die operativen Bereiche oder eine Abfindung angeboten werden, sagte der Sprecher. Börsianer sahen die Aktie durch diese Aussagen gestützt.
Die Aktie der Deutschen Bank
zeigte sich kaum bewegt, während die der Commerzbank moderat nachgab. Die Branchenwerte hatten am Vortag nur wenig von guten Zahlen der US-Konkurrenten Goldman Sachs
und JPMorgan
profitieren können. Nun bleibt abzuwarten, was für Impulse die am späten Mittag anstehenden Geschäftsberichte der Bank of America
und der Citigroup
bringen.
Euro nähert sich wieder seinem Elf-Monatshoch an
Der Euro
hat sich am Donnerstag bei der Marke von 1,33 US-Dollar gehalten. Am Morgen kostete die Gemeinschaftswährung 1,3295 Dollar und damit in etwa so viel wie am Vorabend. Ein amerikanischer Dollar
war zuletzt 0,7520 Euro wert. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs des Euro am Mittwoch auf 1,3277 (Dienstag: 1,3327) Dollar festgesetzt.
Am Donnerstag stehen neben neuen Konjunkturdaten aus den USA zahlreiche Anleiheauktionen von Euroländern im Blick. Irland wird abermals mit kurzlaufenden Schuldtiteln an die Investoren herantreten. Das Land steht noch unter dem Euro-Rettungsschirm, will sich aber im Laufe des Jahres wieder selbständig am Kapitalmarkt refinanzieren. Spanien, dessen Zinskosten in den vergangenen Monaten stark rückläufig waren, und Frankreich versteigern langlaufende Staatsanleihen.
Ölpreise bewegen sich kaum
Die Ölpreise haben am Donnerstag nach einem Rückgang der Ölreserven in den USA weiter zugelegt. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent
zur März-Lieferung kostete am frühen Nachmittag 110,27 US-Dollar. Das waren 59 Cent mehr als am Mittwoch. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Lieferung im Februar stieg um 43 Cent auf 95,11 Dollar.
Der jüngste Anstieg der Ölpreise wurde durch die Veröffentlichung der neusten Daten zu den US-Ölreserven am Vortag ausgelöst und durch den zuletzt schwächeren Dollar verstärkt. In der größten Volkswirtschaft der Welt waren die Lagerbestände in der vergangenen Woche zurückgegangen, wie aus Regierungszahlen vom Mittwoch hervorgeht. Sinkende Ölreserven werden im aktuellen Umfeld als Hinweis auf eine Verknappung des Angebots gedeutet, was die Ölpreise festigt.
krk/dpa
© manager magazin online 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH