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18.01.2013
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Logistikinvestment
Die Post geht ab

Von Lutz Reiche

Deutliches Wachstum: Der boomende Online-Handel treibt auch das Paketgeschäft der Deutschen Post
dpa

Deutliches Wachstum: Der boomende Online-Handel treibt auch das Paketgeschäft der Deutschen Post

Von wegen Langweilerinvestment: Die Post-Aktie hängt den Dax ab. Trotz der jüngsten Kursrally sehen Analysten weiterhin Schwung im Logistikmarkt und Chancen für die Post - vor allem nach dem geplatzten Deal der Konkurrenten UPS und TNT.

Hamburg - "Wir schmieden einen Weltmarktführer", hatte UPS-Vorstand Kurt Kuehn vollmundig angekündigt. Mit der milliardenschweren Übernahme der TNT Express wollten die Amerikaner den europäischen Paket- und Expressmarkt erobern, vor allem aber den Marktführer Deutsche Post DHL empfindlich treffen.

Das wird jetzt nichts. UPS blies den Deal in Erwartung des sicheren Nein der Brüsseler Wettbewerbshüter zu Wochenbeginn ab.

Geschichte wiederholt sich, möchte man meinen. Hatte die Deutsche Post vor ein paar Jahren mit ihren Expansionsplänen in den USA mindestens sieben Milliarden Euro in den Sand gesetzt, holte sich jetzt umgekehrt der amerikanische Platzhirsch auf europäischem Boden eine blutige Nase. "Big Brown", wie UPS in den USA genannt wird, steckt in einer Sackgasse, die Europa-Strategie gilt vorerst als gescheitert. TNT wiederum steht vor einem Scherbenhaufen, könnte ohne neuen Partner womöglich ganz vom Markt verschwinden, mutmaßen manche Experten.

Nutzt der Deutschen Post der geplatzte Deal? "Selbstverständlich", sagt Analyst Ingo Schmidt von der Hamburger Sparkasse. "UPS Chart zeigen wagte damit den Großangriff auf den Kernmarkt der Deutschen Post Chart zeigen. Dieser Angriff ist gescheitert." Auch aus Sicht der Branchenexperten von Commerzbank und DZ Bank ist der Rückzug alles andere als eine schlechte Nachricht für den ehemaligen Staatskonzern Deutsche Post.

Post-Aktie reagiert nur moderat auf geplatzten UPS-Deal

Die schnelle Expansion des Konkurrenten UPS in Europa scheint zumindest vorerst in weite Ferne gerückt. Sollte doch ein Express- und Paketkonzern mit einem Umsatz von mehr als 45 Milliarden Euro entstehen. Zum Vergleich: Die Deutsche Post, die mit ihren DHL-Sparten international als am besten aufgestellter Logistikkonzern gilt, brachte es 2011 exklusive des Briefgeschäfts auf 39 Milliarden Euro Umsatz.

Die Schlappe des schärfsten Konkurrenten scheint die Post-Investoren indes nur wenig zu beeindrucken: Die Aktie "Gelb" hat in der laufenden Handelswoche von der Nachricht kaum profitiert. UPS sei zwar vorgeprescht, eine große Überraschung sei die Nachricht aber nicht, sagen Beobachter. Denn im Verlauf der elf Monate währenden Hängepartie hätte sich bereits abgezeichnet, dass UPS trotz seines Angebots, einzelne Bereiche abzustoßen, die Einwände der Wettbewerbshüter nicht würde ausräumen können.

Ähnlich sieht es William Foggon, Analyst der Berenberg Bank. Im Grunde ändere sich nichts am Status quo. Dass sich die Wettbewerbsintensität für die Deutsche Post nicht erhöhe, sei sicherlich positiv für das Unternehmen. "Aber das innereuropäische Express-Geschäft nimmt keine Schlüsselrolle in der Wachstumsstrategie der Deutschen Post ein", begründet der Londoner Experte die träge Reaktion der Aktie. Großes Wachstumspotential sähe der Konzern vielmehr im internationalen Expressgeschäft für Business-Kunden. Eigenen Angaben zufolge ist die Deutsche Post DHL in diesem Segment sowohl in Asien als auch in Europa mit rund jeweils 38 Prozent Marktführer.

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