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04.01.2013
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Dax-Geflüster
Washington bringt neue Chancen an die Börse 

Von Christoph Rottwilm

Händler an der Wall Street: Wie geht es weiter im US-Etatstreit?
AP

Händler an der Wall Street: Wie geht es weiter im US-Etatstreit?

2. Teil: Welche Aktien bis zu 70 Prozent unter Buchwert notieren

Möglicherweise. Vielleicht kommt es aber auch anders, wie zum Beispiel Felix Schleicher vom Vermögensverwalter Value Asset Management erwartet. "Das Risiko eines Scheiterns der Verhandlungen wird von den Märkten nicht ernst genommen", sagt er. "Die Börse geht davon aus, dass Washington erneut einen - wenn auch faulen - Kompromiss finden wird und die automatischen Ausgabenkürzungen ausbleiben." Schleicher sieht nicht zuletzt deshalb weiterhin großes Kurspotenzial an den Aktienmärkten.

Ein Blick auf die jüngste Kursentwicklung jedenfalls spricht eher dafür, dass die Optimisten zurzeit die Oberhand haben. Seit Monaten bewegt der US-Etatstreit den Markt, und zwar bislang vor allem nach oben. Zunächst war es die Hoffnung auf eine Einigung, und zuletzt der Teilkompromiss aus der Neujahrsnacht selbst, die die Kurse steigen ließen. Allein am ersten Handelstag des neuen Jahres legte der Dax Chart zeigen um 2,2 Prozent zu. Der US-Index Dow Jones Chart zeigen erzielte am 2. Januar ein Plus von 1,9 Prozent.

Das Problem ist allerdings: Nach dem erfolgreichen Jahr 2012 mit einem Plus von fast 30 Prozent notiert der deutsche Leitindex inzwischen bereits auf hohem Niveau. Von den aktuell fast 7800 Punkten ist es nicht mehr weit bis zum bisherigen Höchststand vom Oktober 2007, als der Dax kurz über die 8000 sprang. Die Hochstände vom Beginn des neuen Jahrtausends hat der Index ohnehin längst passiert. Die Dot-Com-Blase sowie beispielsweise eine Telekom-Aktie mit einem Kurs von mehr als 100 Euro hoben den Dax seinerzeit dicht unter die Marke von 7600 Punkten.

Experte: "Der Dax ist nicht billig"

"Der Dax ist nicht billig", sagt auch Investmentprofi Schleicher. "Ebensowenig wie beispielsweise der amerikanische S&P 500." Eine Ursache dafür sieht der Portfoliomanager darin, dass internationale Blue-Chips wie McDonald's Chart zeigen, Coca-Cola Chart zeigen oder Heineken Chart zeigen bereits hoch bewertet und "ausgereizt" sind. Schleicher rät daher zum Blick auf weniger etablierte Marktsegmente, etwa in Italien oder Japan.

Sein Favorit sind allerdings Beteiligungsgesellschaften wie die US-amerikanische Berkshire Hathaway Chart zeigen von Warren Buffett. Dem Investmentguru aus Omaha, der sich jüngst ein Mega-Solarprojekt des US-Konzerns Sunpower einverleibte, gelang es, den Buchwert seines Unternehmens innerhalb der vergangenen fünf Jahre um 50 Prozent zu steigern, sagt Schleicher. Der Aktienkurs von Berkshire Hathaway dagegen sank im gleichen Zeitraum um 5 Prozent.

"Viele Beteiligungsgesellschaften werden mit Abschlägen zum Buchwert von bis zu 70 Prozent gehandelt", so Schleicher. "Selbst, wenn sich diese Abschläge in nächster Zeit nur halbieren, bedeutet das für Anleger, die jetzt einsteigen, eine Verdopplung ihres Einsatzes."

Doch werden die Bewertungen der Papiere auch wirklich wieder steigen? Auch bei dieser Frage lässt die Auflösung auf sich warten.

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