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14. Dezember 2012, 18:23 Uhr

Börse

Dax klettert weiter - Deutsche Bank unter Druck

Die Niederlage im Kirch-Prozess lastet auf der Aktie der Deutschen Bank. Der Dax setzt zum Wochenschluss dennoch seinen Aufwärtstrend fort. Wegen des ungelösten US-Haushaltsstreit sind die Umsätze jedoch gering. Daimler haussiert.

Frankfurt am Main - Der Dax schloss am Freitag auf Xetra 0,2 Prozent fester bei 7596 Zählern. Auf Wochensicht legte das Börsenbarometer ein Prozent zu und verzeichnete zeitweise den höchsten Stand seit fast fünf Jahren.

Die Luft am deutschen Aktienmarkt werde zwar dünner, aber das geschehe auf einem hohen Niveau, bemerkte Marktbeobachter Gregor Kuhn von IG Markets. Ein überschaubarer Rücksetzer sollte niemanden wirklich überraschen.

Haushaltsstreit in USA geht weiter

Belastend auf die Aktienmärkte wirkte sich vor allem der US-Haushaltsstreit aus. Republikaner und Demokraten müssen bis Jahresende einen Kompromiss finden, sonst treten automatische Ausgabenkürzungen und Steuererhöhungen im Volumen von rund 600 Milliarden Dollar in Kraft. Dies könnte die USA laut Experten in eine Rezession stürzen. Bislang scheinen die politischen Fronten aber verhärtet: Die Demokraten verlangen höhere Steuern für die Reichen, die Republikaner lehnen jede Steuererhöhung ab und argumentieren, dies wäre Gift für die Konjunktur.

Die US-Börsen notierten uneinheitlich, der Dow Jones notierte zuletzt kaum verändert . Erfreut nahmen die Anleger dagegen zur Kenntnis, dass sich Chinas Industrie weiter auf Erholungskurs befindet. Nach vorläufigen Daten ist der Einkaufsmanagerindex der Großbank HSBC im Dezember auf 50,9 Punkte gestiegen - das ist der höchste Stand seit 14 Monaten.

Aussicht auf Absatzrekord in USA treibt Daimler

Die größten Gewinner am deutschen Aktienmarkt waren Daimler mit einem Plus von 2,5 Prozent. Die Aussicht auf einen US-Absatzrekord von Mercedes trieb die Papiere an. Der Chef von Mercedes Benz USA, Steve Cannon, hatte am Donnerstag in Detroit gesagt, bis zum Jahresende würden mehr als 270.000 Fahrzeuge abgesetzt. Die Papiere von BMW schlossen 1,3 Prozent fester, Volkswagen Vz. 0,3 Prozent.

Deutsche Bank: Niederlage im Kirch-Prozess

Auf der Verliererseite standen erneut die Aktien der Deutschen Bank . Die Papiere rutschen um 2,1 ab und haben in dieser Woche mit 5,5 Prozent so deutlich verloren wie kein anderer Dax-Wert. "Da kommt alles zusammen: Die gestrige Gewinnwarnung, die Ermittlungen wegen möglichen Steuerbetrugs und die Niederlage im Kirch-Prozess", sagte ein Händler.

Das Oberlandesgericht München urteilte, dass die Bank den Erben des Medienunternehmers Leo Kirch Schadenersatz zahlen muss. Über die Höhe müsse ein Gutachten entscheiden. Der im vergangenen Jahr verstorbene Kirch hatte der Deutschen Bank vorgeworfen, sie habe 2002 durch Äußerungen des damaligen Bankchefs Rolf Breuer seine Kreditwürdigkeit in Zweifel gezogen und damit den Zusammenbruch seines Konzerns ausgelöst.

In Mailand verloren Fiat knapp 2 Prozent an Wert. Der Autokonzern dementierte einen Medienbericht, wonach er zur vollständigen Übernahme von Chrysler eine milliardenschwere Kapitalerhöhung plane.

Akzo Nobel gewannen in Amsterdam 7,1 Prozent. Der Rivale von BASF verkauft sein Geschäft mit dekorativen Farben in Nordamerika für 1,1 Milliarden Dollar und will sich stärker auf Europa konzentrieren.

Euro über 1,31 US-Dollar

Angesichts der niedrigen Inflation dürfte die US-Notenbank an ihrer ultra-lockeren Geldpolitik festhalten. Die Aussicht auf eine weitere Geldflut setzte den Dollar unter Druck, der gegenüber Euro und Yen nachgab. Dr Euro notierte bei 1,3135 Dollar nach 1,3077 Dollar am Vorabend in New York.

krk/rtr/dpa


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