New York/Frankfurt am Main - In der Hoffnung auf ein Ende des US-Haushaltsstreits haben Anleger am Donnerstag bei europäischen Aktien beherzt zugegriffen. Der Dax
schloss 1,1 Prozent fester bei 7534 Punkten und damit auf dem höchsten Stand seit Januar 2008.
Die Umsätze lagen mit rund 3,6 Milliarden Euro deutlich über dem Schnitt der vergangenen 90 Handelstage. Der EuroStoxx50 beendete den Tag mit einem Aufschlag von 0,5 Prozent bei 2603 Zählern.
Die US-Börsen verzeichneten ebenfalls leichte Gewinne, der Dow Jones
legte zuletzt 0,2 Prozent zu. US-Präsident Barack Obama hatte eine Einigung im US-Haushaltsstreit binnen einer Woche als möglich bezeichnet. Ohne Kompromiss drohen zum Jahreswechsel automatische Ausgabenkürzungen in den USA. "Es ist ein Riesenoptimismus im Markt", sagte Sebastian Sachs, Analyst bei der Metzler Bank. "Offenbar wollen einige Anleger doch noch zum Jahresende einsteigen.
Bayer auf Allzeithoch
Im Dax
stiegen Bayer um 3,4 Prozent auf 72,54 Euro und waren damit Tagesgewinner. Der Titel stieg auf ein neues Allzeithoch, das hat laut Händlern Käufer an den Markt gelockt. Die Bayer-Aktie hat seit Januar mehr als 40 Prozent an Wert gewonnen - ebenso wie sieben weitere Titel im Dax.
Die Titel von ThyssenKrupp legten unterdessen 2,3 Prozent zu. Händler werteten das Ausscheiden von drei Vorständen positiv. "Das zeigt, dass sich endlich etwas tut", sagte ein Marktteilnehmer.
Kursfeuerwerk bei EADS schickt MDax auf Allzeithoch
Händler führten zur Begründung für die gute Stimmung unter anderem den überraschend starken Auftragseingang in der deutschen Industrie an. Der MDax wurde außerdem beflügelt durch ein Kursfeuerwerk beim europäischen Raum- und Luftfahrtkonzern EADS
nach der Ankündigung einer Neuaufteilung der Anteile von Deutschland, Frankreich und Spanien. Die Aktie von EADS legte um rund 8 Prozent zu.
Euro gibt zum Dollar nach
Der Euro kostete am Abend 1,2969 Dollar und gab damit zum frühen Handel deutlich nach. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte am Nachmittag noch einen Referenzkurs von 1,3072 festgestellt. Aussagen von EZB-Präsident Mario Draghi auf der Pressekonferenz brachten die Gemeinschaftswährung unter Druck.
Die Zinsentscheidungen der Bank of England sowie der Europäischen Zentralbank sorgten derweil ebenso wenig für frische Impulse wie der etwas stärker als erwartete Rückgang der wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA.
Zu den schwächsten Dax-Werten zählten neben den defensiven Versorgertiteln von Eon
und RWE
die Aktien der Deutschen Telekom
. Händler verwiesen außerdem auf den laufenden Kapitalmarkttag, bei dem die Finanzstrategie bis 2015 im Fokus steht.
Die Anteilsscheine der Deutschen Bank
tendierten ebenfalls schwächer als der Markt. Die Vorwürfe, angeblich in der Finanzkrise hohe Verluste verschleiert zu haben, belasteten die Aktie.
mahi/dpa-afx/rtr/dpa/dapd
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