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30.11.2012
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Frankreich
Vive la crise!

Von Christoph Rottwilm

Französische Börse: Welche Aktien trotz Krise Chancen haben
Fotos
REUTERS

Hohe Staatsschulden, mehr als drei Millionen Arbeitslose - Frankreich gibt ein tristes Bild ab. Auch hierzulande müsste das Anleger beunruhigen, denn die Franzosen sind Deutschlands wichtigste Handelspartner. Doch die Börse ist noch unbeeindruckt.

Hamburg - Die neueste Hiobsbotschaft aus Frankreich kam am Mittwoch. Da wurden in Paris neue Arbeitslosenzahlen veröffentlicht. Die Zahl der Franzosen ohne Job ist erneut gestiegen, auf mehr als 3,1 Millionen. Das sind so viele wie seit 14 Jahren nicht mehr.

Kein Zweifel: Die Wirtschaft Frankreichs befindet sich in keinem guten Zustand - und die Aussichten könnten ebenfalls besser sein. 2012 wird das französische Bruttoinlandsprodukt (BIP) lediglich um 0,2 Prozent wachsen, erwartet die Europäische Kommission. Für 2013 hat Brüssel die Prognose bereits auf 0,4 Prozent gesenkt.

Andere sind noch pessimistischer. Die Deutsche Bank Chart zeigen etwa kalkuliert bereits in diesem Jahr mit einem Rückgang der französischen Wirtschaftleistung um 0,1 Prozent. Im kommenden Jahr werde das BIP nochmals um 0,2 Prozent schrumpfen, heißt es in einem Researchbericht. Gleiches erwartet auch die Citigroup Chart zeigen.

Als Problemfeld Nummer eins gilt der französische Arbeitsmarkt, der ausländische Unternehmen schon vor Investitionen in Frankreich zurückschrecken lässt. Das hohe Lohnniveau schwächt die Wettbewerbsfähigkeit des Landes. Die Lohnstückkosten in der Industrie etwa, so rechnet die Royal Bank of Scotland (RBS) in einem aktuellen Newsletter vor, sind seit 2000 um 22 Prozent gestiegen. In Deutschland gingen sie im gleichen Zeitraum um lediglich 1,5 Prozent nach oben.

Analysten zweifeln an Hollandes Reformwillen

Hinzu kommen hohe Steuern sowie die höchsten Sozialabgaben in der Euro-Zone, so die RBS. Auch die Macht der Gewerkschaften sowie eine traditionell stark ausgeprägte Streikbereitschaft bereiten internationalen Konzernen Sorgen.

In der Pflicht steht daher die Politik. Präsident François Hollande müsste dringend Reformen anschieben, um den Jobmarkt zu modernisieren, sagen Experten. Ein Vorbild wäre Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder, dessen rot-grüne Bundesregierung in den Jahren 2003 bis 2005 mit der "Agenda 2010" die deutsche Wirtschaft auf Vordermann brachte.

Doch der französische Staatspräsident hat bislang kaum Anstalten dazu gemacht. Zwar wurden den Arbeitgebern ab 2013 Steuererleichterungen von bis zu 20 Milliarden Euro pro Jahr angekündigt, die auch die Lohnkosten sinken lassen dürften. Analysten bezweifeln aber, dass das reichen wird.

Denn immer deutlicher treten weitere Schwächen der französischen Wirtschaft zutage. Zum Beispiel die hohe Staatsquote von etwa 57 Prozent sowie das Leistungsbilanzdefizit von 2 Prozent, das nach Einschätzung der Deutschen Bank in den kommenden Jahren noch steigen dürfte. Auch beim Haushaltsminus steht Frankreich mit mehr als 5 Prozent des BIP deutlich schlechter da als der Durchschnitt aller Euro-Länder. Die gesamte Staatsverschuldung beträgt inzwischen 90 Prozent des BIP. Vor 30 Jahren waren es noch 22 Prozent.

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