Sonntag, 29. März 2015

Zementkonzern Dyckerhoff droht Abschied von der Börse

Übernahme im Bau: Buzzi Unicem will Dyckerhoff ganz

Der Mehrheitseigentümer Buzzi Unicem plant die Komplettübernahme des zweitgrößten deutschen Zementkonzerns. Die Italiener wollen bald die Schwelle erreichen, um die verbliebenen Minderheitsaktionäre von Dyckerhoff abzufinden.

Frankfurt am Main - Deutschlands zweitgrößter Zementkonzern Dyckerhoff könnte als börsennotiertes Unternehmen nach 77 Jahren bald Geschichte sein. Der italienische Mehrheitseigentümer Buzzi Unicem stockt Ende November seine Beteiligung an dem Traditionsunternehmen aus Wiesbaden auf und erreicht damit die Schwelle von 95 Prozent der Anteile, die ihm erlaubt, alle anderen Aktionäre mit einer Abfindung aus dem Unternehmen zu drängen.

Eine Entscheidung, ob und wann das geplant ist, sei aber noch nicht gefallen, teilten beide Unternehmen am Freitagabend mit. Buzzi Unicem Börsen-Chart zeigen hält nach dem Vollzug der Transaktion eigenen Angaben zufolge 96,6 Prozent an Dyckerhoff Börsen-Chart zeigen - 98,1 Prozent der Stamm- und 95,2 Prozent der Vorzugsaktien. Insgesamt habe Buzzi Unicem damit in diesem Jahr schon für 71,7 Millionen Euro Dyckerhoff-Aktien aufgekauft, vor allem stimmrechtslose Vorzugsaktien.

Buzzi Unicem war vor elf Jahren bei Dyckerhoff eingestiegen und hatte seine Beteiligung seither nach und nach ausgebaut. Seit 2004 halten die Italiener die Mehrheit. Für das laufende Jahr erwartet Dyckerhoff einen Umsatz von rund 1,6 Milliarden Euro. In den vergangenen Jahren wurden bereits mehrere Geschäftsteile von Dyckerhoff mit Buzzi-Unicem-Töchtern zusammengeschlossen oder verkauft. Bis 2004 war Dyckerhoff noch im Mittelwerteindex MDax Börsen-Chart zeigen der Deutschen Börse vertreten.

Der größere Wettbewerber HeidelbergCement Börsen-Chart zeigen ist den umgekehrten Weg gegangen: Nach dem Kollaps der überschuldeten ehemaligen Merckle-Firmengruppe wurden Anteile aus Familienbesitz und in einer Kapitalerhöhung neu geschaffene Aktien Ende 2009 an der Börsen verkauft. Dank des höheren Streubesitzes war der Titel 2010 reif zum Aufstieg in den Leitindex Dax Börsen-Chart zeigen.

ak/rtr

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