15.11.2012
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Börse
Dax sinkt auf Zweimonatstief

Händler in Frankfurt: Als einer der wenigen Dax-Werte kann Merck erfreuen
DPA

Händler in Frankfurt: Als einer der wenigen Dax-Werte kann Merck erfreuen

Kursverluste an der Wall Street, Unruhen im Nahen Osten und eine Rezession in der Euro-Zone sorgen für Verluste auf dem deutschen Aktienmarkt. Der Dax markierte den niedrigsten Stand seit zwei Monaten. Als einer der wenigen Dax-Werte können sich Merck-Titel im Plus behaupten.

Frankfurt am Main - Der Dax Chart zeigen weitete seine Verluste im Handelsverlauf aus: Am Nachmittag gab der Leitindex um 0,85 Prozent auf 7042 Punkte nach und markierte den niedrigsten Stand seit mehr als zwei Monaten. Für den MDax Chart zeigenging es um 1,45 Prozent auf 11 084 Punkte bergab. Der TecDax Chart zeigen verlor 0,79 Prozent auf 796 Punkte.

Die Sorgen um die weitere konjunkturelle Entwicklung belasteten die Aktienmärkte, sagte Volkswirt Thomas Gitzel von der VP Bank mit Blick auf die BIP-Daten mehrerer Eurozonen-Länder. "Vor allem die schlechter als erwarteten Wachstumszahlen aus den Peripherieländern drücken auf die Stimmung."

Von durchwachsenen US-Daten kamen ebenfalls keine positiven Impulse. Händler Markus Huber vom Broker ETX Capital sah den Dax zudem wegen der Sorgen um die fiskalische Klippe in den USA sowie negativ aufgenommener Zahlen von Wal-Mart unter Druck.

Merck fest nach guten Zahlen

Die Aktien von Merck Chart zeigen legten knapp zu, was ihnen einen der Spitzenplätze im Dax bescherte. Der Pharma- und Chemiekonzern schloss das dritte Quartal mit einem überraschend starken operativen Ergebnis ab und schraubte die Umsatzprognose für 2012 erneut nach oben. Analyst Peter Spengler von der DZ Bank sprach von einem exzellent ausgefallenen Zahlenwerk. Ein Börsianer sah zudem den höheren Ausblick als Stütze.

Im MDax wurden die Titel von GSW Immobilien von der Ankündigung einer Wandelanleihe belastet und büßten gut 2 Prozent ein. Dabei hatte das Berliner Immobilienunternehmen zuvor mitgeteilt, in den ersten neun Monaten dank höherer Mieteinnahmen und deutlich mehr Wohnungsverkäufen ordentlich Geld verdient zu haben. Mit der Wandelanleihe will GSW den weiteren Expansionskurs finanzieren. Kepler-Analyst Burkhard Sawazki sah die Zahlen für das dritte Quartal leicht über den Erwartungen. Zudem erhöhe die Wandelanleihe die finanzielle Flexibilität des Unternehmens. Allerdings erscheine die Aktie bereits fair bewertet.

Air Berlin legt nach guten Zahlen zu

Für die Papiere von Fuchs Chart zeigen ging es am Indexende um 6 Prozent bergab. Als Belastung sahen Händler, dass die Aktie des Schmierstoffherstellers entgegen den Erwartungen einiger Anleger nicht in den Index MSCI Germany aufgenommen werde.

Bei den Technologiewerten fielen Evotec Chart zeigen um knapp 1,5 Prozent, nachdem das Biotechunternehmen eine Kooperation zur Wirkstoffentwicklung gegen Infektionskrankheiten eingegangen ist.

Die Aktien von Air Berlin Chart zeigen rückten im SDax Chart zeigen um moderat vor. Die angeschlagene Fluggesellschaft verdiente im wichtigen Sommerquartal unter dem Strich mehr als doppelt so viel wie ein Jahr zuvor, wogegen der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) nur wenig stieg. Die Verluste aus dem ersten Halbjahr konnte der Lufthansa-Konkurrent damit nicht ausgleichen. Nun will sich das Unternehmen von der Mehrheit an seinem Vielfliegerprogramm "Topbonus" trennen, um sein Jahresergebnis aufzubessern, und weitere Einsparpotenziale prüfen. Commerzbank-Analyst Johannes Braun sah das Quartals-Ebit unter seinen Erwartungen. Dagegen sagte ein Händler, der Verkauf von Topbonus kompensiere die schwachen Zahlen.

Die deutschen Staatsanleihen sind heute mit leichten Gewinnen in den Handel gegangen. Händler nannten die überwiegend schwachen Börsen Asiens als Unterstützungsfaktor. Der richtungsweisende Euro-Bund-Future stieg am Morgen um 0,10 Prozent auf 143,29 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe sank leicht auf 1,33 Prozent.

Euro profitiert von Konjunkturdaten

Etwas besser als erwartet ausgefallene Wachstumsdaten in einigen europäischen Ländern haben den Euro Chart zeigen am Donnerstag angeschoben. Die Gemeinschaftswährung stieg bis auf 1,2773 Dollar nach 1,2735 Dollar im New Yorker Vortagesgeschäft. Überrascht haben vor allem Italien und Frankreich. Der Rückgang des Bruttoinlandsprodukts fiel in Italien im dritten Quartal mit 0,2 Prozent weniger stark aus als befürchtet. Die französische Wirtschaft ist von Juli bis September dagegen sogar gewachsen: Das BIP stieg um 0,2 Prozent. Ökonomen hatten eine Stagnation vorausgesagt.

Insgesamt sank die Wachstumsrate der Euro-Zone um 0,1 Prozent im Vergleich zum Frühjahr. Die Schätzungen hatten bei einem Minus von 0,2 Prozent gelegen. "Die Euro-Zone ist zwar klar in einer rezessiven Phase, aber immerhin gab es einige positive Überraschungen", sagte ein Händler.

Ölpreise uneinheitlich

Die Ölpreise haben trotz der Serie von wichtigen Konjunkturdaten aus der Euro-Zone und alarmierenden Meldungen aus dem Nahen Osten keine klare Richtung gefunden. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent Chart zeigen zur Dezember-Lieferung kostete im Mittagshandel 110,12 Dollar. Das waren 51 Cent mehr als am Mittwoch. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel hingegen um 14 Cent auf 86,18 Dollar.

Die israelische Luftwaffe hatte in der vergangenen Nacht ihre Luftschläge im Gazastreifen fortgesetzt, nachdem sie zuvor den Militärchef der radikal-islamischen Hamas, Ahmed al-Dschabari, getötet hatte. In der Folge haben die Ölpreise zur Wochenmitte um rund zwei Dollar zugelegt. Die Ölvorkommen in der Krisenregion im Nahen und Mittleren Osten zählen zu den größten der Welt. Im Handelsverlauf hätten aber die schwachen Wirtschaftsdaten aus der Euro-Zone einen weiteren Anstieg der Ölpreise verhindert, hieß es von Händlern.

Der Preis für Rohöl der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) legte zuletzt zu. Nach Berechnungen des Opec-Sekretariats kostete ein Barrel am Mittwoch im Durchschnitt 106,21 Dollar. Das waren 24 Cent mehr als am Dienstag. Die Opec berechnet ihren Korbpreis täglich auf Basis von zwölf wichtigen Sorten des Kartells.

wed/mg/dpa-afx

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