Montag, 3. August 2015

Alle Artikel und Hintergründe

Risiko an der Börse Der gefährliche Höhenflug der Midcaps

Roboterbau beim MDax-Konzern Kuka in Augsburg: Große Mittelständler hängen Dax-Konzerne vielfach ab

Seit seinem jüngsten Rekordhoch ist der MDax wieder im Blick der Investoren: Der Index mittelgroßer Werte performt seit Jahren besser als der Leitindex Dax. Er stürzt mitunter aber auch stärker ab, wenn es mit der Wirtschaft abwärts geht - was zurzeit wieder erwartet wird.

Hamburg - Die Kleinen stehlen den Großen an der Börse die Show. Der MDax Börsen-Chart zeigen, Index für 50 mittelgroße Unternehmen, performt deutlich besser als der Standardindex Dax Börsen-Chart zeigen, in dem die 30 größten Konzerne hierzulande zusammengefasst sind.

Seit Jahresanfang legte der MDax in der Spitze bereits mehr als 30 Prozent zu. Gekrönt wurde der Höhenflug durch das Allzeithoch von 11.579,9 Punkten am Donnerstag der vergangenen Woche. Der Dax dagegen verzeichnete im gleichen Zeitraum "lediglich" ein Plus von etwa 26 Prozent. Und von seinem Rekordstand von gut 8151 Punkten aus dem Juli 2007 ist der Index noch ein gutes Stück entfernt.

Hinzu kommt: Auch langfristig überflügelt der Indikator für die mittelgroßen Firmen seinen großen Bruder. Seit dem Start des MDax im Jahr 1996 verzeichnete er ein Plus von durchschnittliche 9 Prozent im Jahr. Der Dax kam nicht einmal auf 7 Prozent.

Dabei kommt die Outperformance keineswegs von ungefähr. Zum einen hat sie systematische Gründe: Manch aufsteigendes Unternehmen verbringt zunächst eine Phase des Wachstums, die sich auch in einem steigenden Aktienkurs niederschlägt, im MDax, bevor es in den Dax aufsteigt. Viele etablierte Großkonzerne im Standardwerteindex dagegen sind nicht eben für schwunghafte Expansion berühmt.

MDax-Firmen weltweit erfolgreich

Umgekehrt drückt der absehbare Abstieg aus dem Dax in der Regel auf den Aktienkurs eines Unternehmens. Denn Indexfonds und institutionelle Investoren, die sich am Leitindex orientieren, verkaufen dann das Papier. In der zweiten Liga angekommen gelingt wiederum mitunter ein Rebound auf dem Kurszettel, weil Investoren eine Unterbewertung vermuten.

Dazu kommen die wirtschaftlichen Erfolge der kleineren und mittleren deutschen Unternehmen. Viele der MDax-Mitglieder haben sich wie ihre großen Vorbilder gut auf die Globalisierung eingestellt und betreiben ihre Geschäfte inzwischen weltweit. In der aktuellen Euro-Schuldenkrise macht sich das als kursstützender Vorteil bemerkbar.

Ein Paradebeispiel für ein international erfolgreiches Unternehmen aus dem MDax ist der Maschinenbauer Dürr Börsen-Chart zeigen, der inzwischen nur noch 10 bis 20 Prozent seiner Umsätze in Deutschland macht. Rund zwei Drittel der Erlöse erzielt das 1895 im baden-württembergischen Cannstatt gegründete Unternehmen inzwischen im fernen China.

Auch der Werkzeugmaschinenhersteller Gildemeister Börsen-Chart zeigen erobert Dank der Kooperation mit dem japanischen Wettbewerber Mori Seiki inzwischen erfolgreich die Weltmärkte. Vor allem in Japan und den USA befindet sich das Duo auf dem Vormarsch.

Seite 1 von 2
Mehr manager magazin
Zur Startseite

© manager magazin online 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH