Freitag, 30. September 2016

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Investition in Sachwerte Mit Sicherheit weniger Geld

Aktien, Immobilien, Gold und Co.: Assetklassen im Renditevergleich
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AFP

Vor den Turbulenzen der Kapitalmärkte fliehen Anleger seit Monaten in die Sicherheit von Sachwerten wie Immobilien oder Gold. Ein Performancevergleich zeigt jedoch: Wer auf Aktien verzichtet, hat bereits einiges an Rendite verpasst. Und der Rückstand könnte künftig noch zunehmen.

Hamburg - In den Turbulenzen der Euro-Krise und dem ständigen Auf und Ab an der Börse kann das Wesentliche leicht aus dem Blick geraten: Der Dax Börsen-Chart zeigen legt 2012 bislang eines der besten Jahre seit langem hin.

Mit mehr als 20 Prozent befindet sich der Index seit Januar bereits im Plus - das ist ungefähr so viel, wie 2009 zu Silvester zu Buche stand. Und in jenem Jahr wurde immerhin der katastrophale Lehman-Einbruch von 2008, als die Kurse auf Jahressicht um mehr als 40 Prozent in den Keller gestürzt waren, wieder wettgemacht. Fakt ist zudem: Seit Ausbruch der Finanzkrise 2008 verbuchte der Aktienmarkt in drei von fünf Jahren zweistellige Kursgewinne.

Vor allem jene Anleger, die wegen der allgemeinen Unsicherheit über die wirtschaftlichen Aussichten und die Entwicklung an den Kapitalmärkten mit ihrem Geld die viel zitierte Flucht in die Sicherheit angetreten haben, dürften da aufhorchen. Denn die deutschen Standardaktien, die nach gängiger Definition keineswegs zu den risikolosen Assets gezählt werden, schlagen sich damit deutlich besser, als viele vermeintlich sichere Häfen.

Beispiel Immobilien: Die Nachfrage nach Wohnungen und Häusern ist seit Monaten gigantisch, ist vielfach zu hören. Häuslebauer und Kapitalanleger nutzen das niedrige Zinsniveau zum Kauf. Folge: Die Preise und Mieten steigen.

Immobilienpreise steigen im Schnitt nur mäßig

Ein genauer Blick zeigt jedoch: Mit der Performance des Aktienmarktes kann das Betongold hierzulande kaum mithalten. In Großstädten wie Hamburg, München oder Berlin mögen die Preise auf Jahressicht mitunter zweistellig in die Höhe springen. Dort kann aber nicht jeder kaufen. Insgesamt jedoch ergibt sich ein anderes Bild: Um lediglich 3,1 Prozent legten die Preise und Mieten von Eigentumswohnungen im vergangenen Jahr im bundesweiten Schnitt zu, teilte kürzlich der Immobilienverband IVD mit. Das Statistische Bundesamt beziffert den Anstieg der Kosten für Neubauten zwischen August 2011 und August 2012 sogar nur auf 2,5 Prozent.

Ähnlich sieht es bei anderen Anlageformen der Abteilung Sicherheit aus: Die Rendite zehnjähriger deutscher Staatsanleihen etwa bewegt sich seit einiger Zeit unter der offiziellen Inflationsrate. Die Zinsen für Fest- und Tagesgelder schaffen es schon seit Beginn der Wirtschaftskrise im Jahr 2008 im Schnitt kaum noch über die Zwei-Prozent-Marke.

Selbst Gold Börsen-Chart zeigen, als Mittel zur Absicherung gegen die häufig heraufbeschworene Inflationsgefahr viel gepriesen, konnte die Anleger in den vergangenen Monaten kaum zufriedenstellen. Zuletzt kam zwar wieder ein wenig Schwung in den Goldpreis, ansonsten ging es damit aber seit dem Hoch im vergangenen Jahr tendenziell eher seit- bis abwärts.

Ist das Risikoinvestment Aktie also doch die bessere Wahl? Immer mehr Privatanleger scheinen allmählich zu diesem Schluss zu gelangen, wie beispielsweise eine Umfrage des Instituts Forsa für die Deutsche Wertpapierservice Bank ergeben hat. Demnach liegen zwar sichere Investments wie Immobilien oder festverzinsliche Wertpapiere weiterhin im Trend. Die Skepsis gegenüber Aktien und Aktienfonds lässt jedoch merklich nach, so die Umfrage.

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