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03.08.2012
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Defensive Aktien
Die Schein-Langweiler

Von Arne Gottschalck

Aktien aus dem Bereich Gesundheit gelten als defensiv und als eher langweilig. Doch in konjunkturell schwierigen Zeiten spielen viele ihre Stärken aus
Fresenius

Aktien aus dem Bereich Gesundheit gelten als defensiv und als eher langweilig. Doch in konjunkturell schwierigen Zeiten spielen viele ihre Stärken aus

Der deutschen Industrie scheint die Puste auszugehen - entsprechend suchen Investoren nach Alternativen zu den bekannten Industriewerten. Und finden sie in scheinbar langweiligen Aktien aus der Gesundheitsbranche.

Hamburg - Baldrian oder Valium, das sind Hausmittelchen gegen Unruhe. Doch was hilft gegen die Nervosität, die Märkte zaust und Anleger verzweifeln lässt. Jene Aktien, die so gar nichts Schillerndes haben. Und nichts vom düsteren Glanz, wie er Finanzpapiere umweht, nichts vom Hochglanzgeschäft der Autowerte. Es sind die scheinbaren Langweiler, die derzeit zählen.

Der Gesundheitskonzern Fresenius Chart zeigen zum Beispiel. Auf den ersten Blick ein staubtrockenes Geschäft, dem man in Bad Homburg nachgeht. Die Tochter Fresenius Medical Care beliefert zum Beispiel Krankenhäuser mit Dialysegeräten, kümmert sich aber auch um deren Wartung. Die Tochter Fresenius Kabi unterdessen ist Marktführer in der Infustionstherapie. Ein Geschäft mit Zukunft - zumindest die jüngsten Zahlen lassen diesen Schluss zu.

Der Gewinn von Fresenius kletterte im ersten Halbjahr um ein Fünftel auf 434 Millionen Euro, der Umsatz um 17 Prozent auf 9,2 Milliarden Euro. Im Gesamtjahr soll der Gewinn währungsbereinigt um 14 bis 16 Prozent steigen, der Umsatz um 12 bis 14 Prozent. Alles eher im Verborgenen.

Denn bislang waren die Investoren eher auf die großen Konzerne konzentriert, Unternehmen, die ihre Preise stetig durchsetzen können und oftmals aufgrund ihrer Größe unangreifbar wirken. International waren das zum Beispiel der Schweizer Gesundheitsriese Novartis Chart zeigen. In Deutschland wurde gern Siemens Chart zeigen genannt oder auch BMW Chart zeigen. Doch diese Einstellung ändert sich gerade.

Konjunktur: Die Skepsis ist enorm gewachsen

Denn die deutsche Industrie blickt skeptisch in die Zukunft. "Die Lage hat sich binnen Monatsfrist dramatisch verschlechtert", sagte Markit-Ökonom Tim Moore zur Umfrage seines Instituts unter rund 500 Betrieben. Der Markit-Einkaufsmanagerindex sank im Juli um zwei auf 43 Punkte und entfernt sich immer weiter von der 50-Punkte-Marke, ab der das Barometer Wachstum signalisiert. Zwar ist der Index ein reiner Stimmungsindikator - doch im derzeitig zittrigen Börsenumfeld reicht das schon aus, die Investoren zum Umdenken zu bringen.

"Aufgrund der derzeit laufenden Berichtssaison stehen die Unternehmen aus dem Finanzsektor und Automobilhersteller im Fokus - allerdings weitgehend in einem negativen Licht", sagt Michael Beck, Leiter Portfolio Management der Privatbank Ellwanger & Geiger. Und auch "ehemals 'wenig volatile' Unternehmen, wie Versorger, haben ihren Nimbus der Stabilität verloren."

Als Alternative treten die vermeintlichen Langweiler nach vorne, solide Unternehmen ohne glänzendes Geschäft, ohne große Abhängigkeit von Zyklen. Das können vernachlässigte Titel im Dax sein, oft aber sind es Aktien aus der zweiten Reihe. Weg von den Industrietiteln, das beobachtet auch Rob Smith, Fondsmanager des Baring German Growth Trust. "Das ist sinnvoll, weil die Investoren sich derzeit um das makroöknomische Umfeld sorgen. Unser Fonds ist deswegen derzeit in Healthcare-Aktien übergewichtet", sagt Smith.

Eine Einschätzung, die um sich greift. "Gerade weil die deutsche Industrie jetzt etwas skeptischer in die Zukunft schaut, sind Investoren vorsichtiger geworden und trennen sich von entsprechenden Werten, obwohl einige gute Zahlen vorgelegt haben", bestätigt zum Beispiel Tim Albrecht, der mit dem DWS Deutschland einen Aktienfonds verwaltet, der auf hiesige Papiere spezialisiert ist. "Stattdessen sind defensive Wachstumswerte jetzt gefragt, wie Fresenius zum Beispiel. Das Unternehmen gilt als defensiver Wachstumswert mit entsprechend stabilen Gewinnaussichten." Nicht nur Fresenius rückt dabei in das Visier der Investoren.

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