Dienstag, 24. Oktober 2017

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Dax-Geflüster Auch Zocken kostet Geld

Hektik an der Börse: Anleger sollten sich nicht anstecken lassen - ein Hin und Her macht die Taschen leer

Die Börse fährt Achterbahn, und taktisches Stockpicking scheint reizvoll. Aber Vorsicht: Ein hektisches Hin und Her birgt hohe Verlustrisiken und schraubt auch die Orderkosten in die Höhe. Da auch bei aktiv gemanagten Fonds langfristig enorme Kosten anfallen können, empfiehlt sich ein Mittelweg.

Hamburg - Für Zocker sind turbulente Börsenzeiten wie diese geradezu ideal. Nicht die fundamentale Bewertung der Aktien sowie deren langfristige Aussichten sind entscheidend für die Kursentwicklung. Was zählt, ist das Momentum, die schnelle Auf- und Abwärtsbewegung, die in einem beinahe täglich stark schwankenden Markt die Chance auf den schnellen Euro eröffnet.

Vor allem Finanzwerte laden zur Spekulation derzeit geradezu ein. An einem Tag lassen die Sorgen um die Euro-Schuldenkrise die Kurse der Banken und Versicherungen rasant in den Keller rauschen, am nächsten legen sie wieder kräftig zu.

Wer im richtigen Moment auf- und wieder abspringt, kann dabei viel Geld verdienen. Das beste Beispiel ist die Aktie der Allianz Börsen-Chart zeigen, deren Kurs allein am vergangenen Montag um satte zehn Prozent nach oben sprang. Ein zweistelliges Plus an einem einzigen Handelstag für einen der gewichtigsten Werte im Dax Börsen-Chart zeigen - so etwas kommt nicht häufig vor. Auch mit der Aktie der Deutschen Bank Börsen-Chart zeigen lässt sich derzeit beinahe täglich ein Gewinn oder Verlust von mehr als fünf Prozent erzielen - je nachdem, welchen Tag man gerade erwischt.

Dem Reiz des schnellen Geldes können natürlich auch Privatanleger erliegen. Wer würde nicht gerne einmal in Sachen Kapitalanlage den Rat von Profis außer Acht lassen, ebenso wie die solide Finanzplanung und die breite Risikostreuung. Und stattdessen: Morgens günstig kaufen, nachmittags teuer verkaufen - und sich den Mut zum Risiko, wenn es denn gutgeht, durch stolze Gewinne belohnen lassen.

Anleger sollten besonders auf die Kosten achten

Natürlich sind auch die Verlustrisiken bei diesem Vorgehen enorm hoch. Wer an einem Tag zweistellige Kursgewinne mit der Allianz eingestrichen hat, kann diese Summe schon am nächsten Tag wieder verlieren - und noch mehr.

Außerdem sollten Anleger stets auf die Kosten achten, die bei ihrer Investmentstrategie anfallen. Für das Direktinvestment in Aktien fallen bei Online-Brokern auf den ersten Blick zwar nur vergleichsweise geringe Ordergebühren an. Doch diese Kosten summieren sich schnell zu hohen Summen: Wer jeden Werktag eine Aktienposition kauft und wieder verkauft, hat selbst bei Ordergebühren von zum Beispiel 9,90 Euro pro Trade binnen einer Woche rund hundert Euro Ordergebühren an seinen Online-Broker überwiesen. Die Verlustrisiken sind dabei noch gar nicht berücksichtigt. Hin und Her macht Taschen leer, heißt es dazu an der Börse.

Doch auch die Strategie der "ruhigen Hand" kann langfristig teuer werden. Die Kosten für einen klassischen, aktiv gemanagten Investmentfonds verbergen sich zwar nur im Kleingedruckten. Doch sie können sich im Laufe der Zeit oft zu enormen Beträgen entwickeln. Die Fondsmanagergehälter treiben die Gebühren in die Höhe, und nur wenigen Fondslenkern gelingt es, dies durch eine entsprechende Performance zu rechtfertigen.

Selbst Insider räumen die Problematik ein. "Die Kosten sollten durch eine langfristig gute Leistung des Fondsmanagements bestätigt werden", sagt etwa H. Willi Brand, Chef der Investmentgesellschaft HWB Capital Management und damit Herr über derzeit neun aktiv gemanagte Investmentfonds. "Wenn die Fondspreisentwicklung sich lediglich marginal von der Entwicklung seines Vergleichsindex unterscheidet, ist er sein Geld nicht wert", meint Brand.

Studien zeigen jedoch, dass die Mehrzahl der aktiven Fonds genau diese Erwartung nicht erfüllt. Viele bleiben hinter den von ihnen abgebildeten Märkten zurück. Und die wenigen Anlagevehikel, die ihre Benchmark schlagen, kennt im Voraus eben niemand.

"Sowohl theoretische Überlegungen als auch empirische Studien legen nahe, dass es kaum zu erwarten ist, durch aktives Management langfristig den Markt zu schlagen", sagt Hannes Peterreins, Vermögensverwalter aus München. "Natürlich gibt es Fonds, die in den letzen Jahren besser als der Markt waren. Das ist genauso möglich, wie fünfmal hintereinander eine Sechs zu würfeln. Man hat nur keine Garantie, dass bei den nächsten fünf Malen wieder nur Sechsen kommen."

Die Kostenbelastung solcher aktiven Aktienfonds dagegen steht von vornherein fest - und sie knabbert erheblich an der Performance. Wie stark die Beeinträchtigung tatsächlich ist, hat jüngst die Rating-Agentur Scope untersucht.

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