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18.05.2011
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BMW-Großaktionärin
Klatten erreicht Sperrminorität bei SGL

Susanne Klatten: Die BMW-Großaktionärin will den Anteil an SGL auf rund 29 Prozent ausbauen
DDP

Susanne Klatten: Die BMW-Großaktionärin will den Anteil an SGL auf rund 29 Prozent ausbauen

BMW-Großaktionärin Susanne Klatten hat ihren Anteil an dem hessischen Kohlenstoffspezialist SGL auf mehr als 25 Prozent aufgestockt und besitzt nun eine Sperrminorität. Die Quandt-Erbin will damit offenbar weitere Avancen des Konkurrenten Volkswagen verhindern.

Wiesbaden - Der Stimmrechtsanteil von BMW-Großaktionärin Susanne Klatten habe mit 27,27 Prozent die Schwelle von 25 Prozent überschritten, teilte die SGL Group mit. Damit verfügt Klatten über eine Sperrminorität und ein Vetorecht.

Innerhalb der nächsten zwölf Monate will Klattens Beteiligungsgesellschaft Skion ihren Anteil mithilfe einer bestehenden Wandelanleihe auf rund 29 Prozent ausbauen. "Wir haben derzeit aber keine Übernahmepläne", sagte ein Skion-Sprecher auf Anfrage. Ab einem Anteil von 30 Prozent müsste die Milliardärin ein Pflichtübernahmeangebot für die restlichen Aktien der SGL Chart zeigen abgeben. Die SGL-Aktie lag am Vormittag in einem freundlichen Marktumfeld mit 1,91 Prozent bei 34,40 Euro im Plus.

In einer ersten Stimmrechtsmitteilung hatte es noch geheißen, Klatten habe ihre Beteiligung an den Hessen auf 26,98 Prozent ausgebaut, in einer zweiten Meldung wurde dann über den abermals erhöhten Anteil berichtet. Die Großaktionärin von BMW Chart zeigen war über Skion im März 2009 bei den Wiesbadenern eingestiegen und ist größte Anteilseignerin bei dem MDax-Unternehmen.

Mit der Investition werde ein langfristiges strategisches Engagement bei SGL angestrebt, hieß es in einer Mitteilung von Skion. "Der Ausbau ist Ausdruck der Wertschätzung des Unternehmens", sagte der Sprecher der Beteiligungsgesellschaft. Skion wolle weiterhin auf die Besetzung von Vorstand und Aufsichtsrat Einfluss nehmen.

SGL zeigt sich erfreut

Seit Dezember 2009 sitzt Susanne Klatten selbst im Aufsichtsrat der SGL. Eine wesentliche Änderung der Kapitalstruktur der Gesellschaft, insbesondere im Hinblick auf das Verhältnis von Eigen- und Fremdfinanzierung und die Dividendenpolitik, strebe Skion nicht an, hieß es in der Mitteilung weiter.

"Wir sehen das als Zeichen der Wertschätzung", sagte ein SGL-Sprecher. Gerade mit Blick auf den Fall Hochtief oder den Kranbauer Demag Cranes, fühle sich SGL durch seine industriellen Ankerinvestoren in seiner Unabhängigkeit gestärkt. Hochtief Chart zeigen konnte trotz eines langen Abwehrkampfs des Managements die Machtübernahme durch den spanischen Baukonzern ACS nicht verhindern. Demag Cranes Chart zeigen sieht sich seit Anfang Mai mit dem feindlichen Übernahmeangebot eines US-Konkurrenten konfrontiert.

Der aktuelle Schritt von Klatten kommt nicht unerwartet, hatte doch Anfang des Jahres der Einstieg des BMW-Konkurrenten Volkswagen Chart zeigen mit gut 8 Prozent bei SGL hohe Wellen geschlagen, nicht zuletzt weil der bayerische Autobauer in einem Gemeinschaftsunternehmen mit den Hessen Karbonfasern für den automobilen Leichtbau produziert.

SGL will kein exklusiver Zulieferer werden

SGL gehört zu den führenden Firmen bei Verbundwerkstoffen aus Carbonfasern, die als Zukunftstechnologie für die Automobilindustrie gelten. Mit diesem Werkstoff lassen sich besonders leichte Autos bauen und damit deutliche Energieeinsparungen erzielen.

Nach dem Bekanntwerden des VW-Einstiegs hatten Spekulationen über die Zukunft von SGL den Aktienkurs nach oben getrieben. Skion hatte vorsorglich angekündigt, wenn nötig den Anteil an SGL auf eine Sperrminorität von 25 Prozent hochzuschrauben.

Die Aufstockung von Frau Klatten wollte VW nicht kommentieren. Zu den eigenen Plänen sagte ein Unternehmenssprecher: "Eine Erhöhung der Beteiligung, die über 10 Prozent hinausgehen würde, ist derzeit nicht geplant." Neben Skion und Volkswagen ist der schwäbische Mischkonzern Voith mit 5,12 Prozent der dritte Großaktionär bei SGL.

SGL-Vorstandschef Robert Koehler hatte im März zur Bilanzpressekonferenz klar gemacht, dass sich SGL nicht an einen Autobauer binden werde. "Wir sehen uns als Zulieferer, aber nicht als exklusiver. Wir wollen kein direkter Automobillieferant sein."

mg/dpa-afx/rtr

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