Mittwoch, 22. November 2017

Alle Artikel und Hintergründe

Börsenschluss Dax wackelt, Gea bricht ein

Der Dax schließt am Montag unter der Marke von 12.600 Zählern. Daten aus China hatten den Index noch im frühen Handel gestützt. Doch die Anleger hielten sich vor dem Zinsentscheid der EZB zurück. Aktien des Maschinenbauers Gea brachen im MDax nach einer Gewinnwarnung ein.

Ermutigende Wirtschaftsdaten aus China haben den deutschen Aktienmarkt am Montag nur vorübergehend gestützt. Investoren in Europa hielten sich vor der Zinssitzung der EZB am Donnerstag insgesamt zurück. Zudem bremste ein anhaltend starker Euro, der vor allem den exportorientierten deutschen Unternehmen zu schaffen macht.

Der Dax Börsen-Chart zeigen ging nach schwankendem Verlauf moderat im Minus über die Ziellinie. Letztlich verlor der Leitindex 0,35 Prozent auf 12.587 Punkte. Er schloss damit im Niemandsland zwischen kleinen Gewinnen zum Handelsauftakt und zwischenzeitlich noch deutlicheren Verlusten. Im Laufe der vergangenen Woche hatte er noch von den Hoffnungen auf eine nur behutsame Straffung der US-Geldpolitik profitiert. Der MDax Börsen-Chart zeigen sank am Montag nur knapp um 0,10 Prozent auf 25.136 Punkte. Technologiewerte hingegen zeigten sich zu Wochenbeginn freundlich: Ihr Auswahlindex TecDax Börsen-Chart zeigen gewann 0,38 Prozent auf 2307 Zähler.

Dabei war die chinesische Wirtschaft im zweiten Quartal dank kauffreudiger Verbraucher und investierender Unternehmen überraschend kräftig gewachsen. Das Bruttoinlandsprodukt legte von April bis Juni um 6,9 Prozent zum Vorjahreszeitraum zu und hielt damit das zu Jahresbeginn erreichte Tempo. "Das sind ermutigende Zeichen für das globale Wachstum, schließlich ist China die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt", sagte Ökonom Craig James vom Wertpapierhändler Commonwealth Securities in Sydney.

Anleger halten sich vor EZB-Sitzung zurück

Doch wichtiger für Investoren hierzulande sei die anstehende Ratssitzung der Europäischen Zentralbank, betonten Marktstrategen. "In den vergangenen Wochen gab es verstärkt Zeichen, dass die EZB bald eine Wende ihrer lockeren Geldpolitik signalisieren wird", sagte Milan Cutkovic, Marktanalyst beim Brokerhaus AxiTrader. Mit einer größeren Rally sollte man vor Donnerstag nicht rechnen.

An den Leitzinsen, die bereits seit März 2016 auf dem Rekordtief von null Prozent liegen, dürfte EZB-Chef Mario Draghi angesichts der niedrigen Inflation nicht rütteln. Diese fiel im Juni in der Euro-Zone auf ein Jahrestief und entfernte sich damit weiter von der Zielmarke der Währungshüter. Draghi könnte aber den zuletzt stets bekräftigten Hinweis kippen, die billionenschweren Anleihenkäufe nötigenfalls noch einmal auszuweiten.

Als zunehmender Belastungsfaktor stellt sich auch die Stärke der europäischen Gemeinschaftswährung heraus. Seit Jahresbeginn hat der Euro um rund 9 Prozent zugelegt und notierte am Montag bei 1,1450 Dollar. Die vorsichtige Haltung der US-Notenbank bezüglich weiterer Zinserhöhungen setzte den Dollar zuletzt zusätzlich unter Druck, kurzfristig sehen Experten diesen Trend anhalten.

Im Dax zählten Aktien der Lufthansa Börsen-Chart zeigen mit einem Plus von rund 1 Prozent zu stärksten Werten. Zuvor hatte die britische Investmentbank Barclays das Kursziel für die Aktie der Fluggesellschaft vor den Quartalszahlen der europäischen Fluggesellschaften von 16,40 auf satte 22,00 Euro angehoben. Das Branchenumfeld erweise sich als zunehmend stützend für die Gewinnentwicklung der Airlines, gerade mit Blick auf die schwachen Vergleichswerte aus dem Vorjahreszeitraum, schrieb Analyst Mark McVicar in einer Branchenstudie vom Montag. Der Experte erhöhte seine Schätzungen für die Lufthansa

Maschinenbauer Gea bricht nach Gewinnwarnung ein

Auf dem Frankfurter Börsenparkett gerieten nach einer Prognosesenkung die Aktien des Anlagenbauers GEA Börsen-Chart zeigen im MDax kräftig unter Druck. Die Titel schlossen mit großen Abstand und einem Verlust von rund 6 Prozent am Ende des Index. Die zweite Prognosesenkung innerhalb von zehn Monaten sei eine Enttäuschung und das Vertrauen in den Vorstand gestört, erklärten die Analysten von der Baader und DZ Bank unisono. Ein Händler sagte, das werfe Fragen zur Unternehmensführung auf.

Weitere Zahlen aus den USA: Goldman Sachs und IBM im Blick

Die Anleger dürften sich im weiteren Wochenverlauf verstärkt der Berichtssaison in den USA widmen. Impulse für den dürfte am Dienstag die Bank of America Börsen-Chart zeigen, Goldman Sachs Börsen-Chart zeigen, der Technologiekonzern IBM und der Konsumgüter- und Pharmaproduzent Johnson & Johnson Börsen-Chart zeigen mit ihren Quartalszahlen geben.

Euro etwas schwächer

Der Euro Börsen-Chart zeigen hat am Montag seine jüngsten Kursgewinne nach enttäuschenden Konjunkturdaten aus den USA größtenteils halten können. Am Morgen wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,1460 US-Dollar gehandelt und damit nur unwesentlich niedriger als am Freitagabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuletzt am Freitagnachmittag auf 1,1415 Dollar festgelegt.

Am Devisenmarkt zeigten zuletzt enttäuschende US-Konjunkturdaten weiter Wirkung. Am Freitag hatte die Regierung in Washington eine unerwartet niedrige Inflation und überraschend schwache Umsätze im Einzelhandel gemeldet. "Die Diskussion über den nächsten Zinsschritt der Fed wird wieder lauter werden", kommentierte Experte Dirk Gojny von der National-Bank.

Dax Realtime: Hier sehen Sie Dax und Dow in Echtzeit

© manager magazin 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH