Hamburg - Frank Lübberstedt ist Optimist. Auch bei 8500 oder 9000 Punkten, so der Fondsberater der Investmentfirma Acatis, sei der deutsche Leitindex Dax
"fundamental noch nicht überbewertet". Zur Erinnerung: Zurzeit versucht sich der Dax gerade daran, die magische Marke von 8000 Punkten dauerhaft zu knacken.
Die Botschaft lautet also: Es gibt an der Börse immer noch Luft nach oben. Grund dafür ist zum Beispiel die viele Liquidität, die von Notenbanken seit Jahren in die Finanzmärkte gegeben wird. Weil Anlegern im Niedrigzinsumfeld die Alternativen fehlen, landet ein Großteil des Geldes offenbar am Aktienmarkt.
Speziell in Frankfurt haben die Investoren aber noch ein anderes Motiv für den Griff zur Aktie: Die besondere Stärke der deutschen Wirtschaft im internationalen Vergleich. Viele hiesige Unternehmen strotzen vor Kraft, trotz Schuldenkrise und Rezession in Euro-Land. Die Global-Player Volkswagen
und BASF
sind nur zwei Beispiele dafür.
Wie stark hiesige Konzerne aufgestellt sind, zeigt sich gerade in diesen Tagen. Börsianer nennen es die Earning Season: Die Unternehmen legen ihre Karten auf den Tisch, sprich, sie berichten über ihre Geschäftsergebnisse. Schon in der Vorwoche meldeten Dax-Größen wie Bayer
, Henkel
, Continental
oder Linde
Rekordgewinne für 2012 - ein Jahr immerhin, in dem die deutsche Wirtschaft im vierten Quartal offiziell um 0,6 Prozent schrumpfte.
Und auch in dieser Woche gaben Firmen aus den verschiedensten Branchen erfreuliches bekannt. Einige Beispiele:
Zwar gibt es auch Unternehmen, denen die derzeitige Wirtschaftslage mehr Mühe bereitet. Der erfolgsverwöhnte Autobauer Audi
etwa berichtete am Dienstag von einem Gewinnrückgang trotz Rekordverkäufen. Grund sei die Autokrise in Europa, so das Unternehmen, das auch auf das laufende Jahr nur verhalten optimistisch blickt. Zurückhaltend äußerten sich zudem der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport
sowie Deutschlands größter Versorger Eon
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