Frankfurt am Main - Nach zwei freundlichen Tagen hat der Dax
am Mittwoch wieder leichte Verluste erlitten. Der lange moderat festere deutsche Leitindex drehte am Nachmittag ins Minus und schloss 0,3 Prozent tiefer bei 7728 Punkten. Auch an der Wall Street drehte der Dow Jones
ins Minus.
Als Belastungsfaktor sahen Händler Gerüchte, wonach ein großer US-Rohstofffonds in Schwierigkeiten sei und Positionen liquidieren müsse. "Die Kapitalmärkte reagieren seit der Finanzmarktkrise auf Nachrichten zu 'funds in trouble' extrem empfindlich", sagte Analyst Thomas Gitzel von der VP Bank.
Der MDax
behauptete hingegen einen Anstieg von 0,2 Prozent auf 13.178,44 Punkte, was abermals einen Rekordstand bedeutete. Der TecDax
rettete bei 908 Punkten ein Plus von 0,3 Prozent ins Ziel
Zu den Gewinnern im Dax zählten HeidelbergCement
sowie wie bereits am Vortag Bayer
und BASF
.
Lufthansa streicht Dividende
Die Aktien von Lufthansa
gerieten nach ihrem steten Aufwärtstrend der vergangenen Monate wegen der angekündigten Streichung der Dividende unter Druck. Die Aktien der größten deutschen Fluggesellschaft verloren am Dax-Ende mehr als 6 Prozent. Die Lufthansa hatte am Vorabend überraschend Eckdaten für 2012 vorgelegt. Zwar profitierte der Konzern stark von Beteiligungsverkäufen, der operative Gewinn aber sank und verfehlte die Markterwartungen. Der Vorstand setzt den Rotstift an. Neben dem Dividendenverzicht sind Standortschließungen geplant.
Deutsche Börse nach Zahlen kaum verändert
Aktien der Deutschen Börse
reagierten mit minus 0,25 Prozent kaum auf Zahlen vom Vorabend. Der Frankfurter Börsenbetreiber hat 2012 wie erwartet unter dem geringen Handelsvolumen an den Märkten, der geplatzten Fusion mit der Nyse Euronext und den Kosten für Stellenabbau gelitten. Finanzvorstand Gregor Pottmeyer stellt sich auf weiter sinkende Erlöse ein.
Citigroup und Lafarge stützen HeidelCement
Größter Gewinner im Dax
waren HeidelbergCement
mit einem Plus von 2,58 Prozent. Die Aktien profitieren von einer Zielerhöhung durch die Citigroup und auch einem positiv aufgenommenen Ausblick des französischen Baustoffkonzerns Lafarge
.
Kabel Deutschland verstreut Giftpillen für Vodafone
Aktien von Kabel Deutschland
sorgen mit einem Plus von 2,91 Prozent nach Zahlen weiter für Aufmerksamkeit. Deutschlands größter Kabelnetzbetreiber hat im dritten Geschäftsquartal die Erwartungen erfüllt. Die Dividende wird einem Händler zufolge viel stärker erhöht als erwartet. Er sagte: "Kabel scheint die ersten Giftpillen auszuwerfen, um ein Angebot von Vodafone
abzuwehren. Die Übernahmeschlacht startet. Das sollte den Aktien sicherlich nicht schaden."
Im MDax kletterten Aareal Bank
nach Zahlen mit einem Gewinn von 3,16 Prozent an die Spitze. Im abgelaufenen Geschäftsjahr ging das Neugeschäft zwar zurück, das selbst gesteckte Ziel konnte der Immobilienfinanzierer aber übertreffen. Nach einem guten Start ins laufende Jahr stellt Bank-Chef Wolf Schumacher zudem ein Gewinnplus in Aussicht. Equinet-Analyst Philipp Häßler bezeichnete die Zielsetzung für das kommende Jahr als vorsichtig.
Euro steigt über 1,34 Dollar
Der Kurs des Euro
ist wieder über 1,34 US-Dollar gestiegen. Im frühen Handel stand die Gemeinschaftswährung bei 1,3421 Dollar. Am Vortag hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den Referenzkurs auf 1,3349 (Montag: 1,3352) Dollar festgesetzt.
Die Investoren blicken wieder mit etwas mehr Zuversicht auf die konjunkturelle Entwicklung der Euro-Zone. Sie werten den starken Anstieg des ZEW-Konjunkturindikators vom Vortag als ein positives Signal für den Handel am Devisenmarkt. Außerdem rechnen Experten im weiteren Verlauf der Woche mit positiven Daten aus der Euro-Zone. Auf dem Programm steht die Stimmung der Einkaufsmanager am Donnerstag und das Ifo-Geschäftsklima am Freitag.
Ölpreise uneinheitlich
Die Ölpreise fanden keine klare Richtung und hielten sich im frühen Handel kaum verändert. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent
zur April-Lieferung kostete am Morgen 117,30 US-Dollar. Das waren 22 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Auslieferung im März stieg hingegen um 2 Cent auf 96,68 Dollar.
Die Investoren halten sich vor der Veröffentlichung neuer Daten zu den US-Ölreserven zurück. Die US-Regierung wird die Lagerbestände am Donnerstag melden. Experten erwarten einen erneuten Anstieg der Ölreserven in der größten Volkswirtschaft der Welt.
mg/dpa-afx/rtr
© manager magazin online 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH