Frankfurt am Main/New York - Partystimmung an der Börse: Der Dow Jones
ist am Dienstag im frühen Handel auf den höchsten Stand seit Oktober 2007 geklettert. Übernahmespekulationen gaben Händlern zufolge Auftrieb. Nach einem feiertagsbedingt verlängerten Wochenende stieg der Leitindex bis auf rund 14.045 Punkte.
Im Blick standen vor allem Aktien von Büroartikel-Spezialisten. So sprangen die Papiere von Office Depot um rund 17 Prozent hoch und die von OfficeMax um 25 Prozent. Informierten Kreisen zufolge wollen die beiden Unternehmen fusionieren. Damit gerieten auch die Titel des Konkurrenten Staples
in den Blick, die von diesen Spekulationen mitgezogen wurden und um knapp 14 Prozent stiegen.
Google knackt 800-Dollar-Marke - Spekulationen um eigene Shops
Die Aktien von Google
übersprangen erstmals seit ihrem Börsengang im Jahr 2004 die Marke von 800 Dollar je Anteilsschein. Zuletzt stiegen sie um 1,09 Prozent auf 801,78 Dollar. Der Internetkonzern denkt laut Medienberichten offenbar über eigene Läden in den USA nach. Die Geschäfte könnten Geräte unter dem Google-Markennamen oder auch Technik des übernommenen Handy-Herstellers Motorola verkaufen, schrieb das "Wall Street Journal".
Dax baut Gewinne aus - deutsche Konjunkturdaten stützen
Der Dax
baute seine Gewinne im späten Handel auf 1,6 Prozent aus und beendete den Xetra-Handel bei 7752 Zählern. Der MDax
legte 1,4 Prozent auf 13.168 Punkte zu.
Für Unterstützung sorgten positive Konjunkturdaten wie der Gfk-Konsumklimaindex und das ZEW-Konjunkturbarometer. Der ZEW-Konjunkturindex ist zwar auf den ersten Blick gemischt ausgefallen, hat aber aus Sicht vieler Börsianer das zuletzt positivere Konjunkturbild insgesamt bestätigt. Laut Analyst Ralf Umlauf von der Helaba konnte der ZEW die positiven Erwartungen noch übertreffen. Das kompensiert nach seiner Meinung den etwas enttäuschenden Rückgang der Lageeinschätzungen.
Bayer und BASF gefragt
Einer der größten Gewinner im Dax
waren die Aktien von Bayer
, die um rund 3,6 Prozent zulegten. Nach der jüngsten Korrektur seien die Papiere "reif für eine Erholung", sagte ein Börsianer. Die Meldung, dass der Pharma- und Chemiekonzern mit seinem Partner Regeneron die weltweite Entwicklung für das Augenmittel Aflibercept ausweiten, nutzen viele Anleger offenbar für einen Kauf der Papiere. Auch die Chemiewerte Lanxess
und BASF
setzten ihre Erholung mit einem Plus von jeweils rund 3 Prozent fort.
Autotitel drehen ins Plus
Die im Dax schwer gewichteten Autowerte kletterten mit dem Markt zumeist ins Plus. Die Aktien von Daimler
legten 1 Prozent zu und die Vorzüge von Volkswagen Vz.
stiegen sogar um mehr als 2 Prozent.
Dabei bricht der Automarkt in der Europäischen Union (EU) im negativen Sinn einen Rekord nach dem anderen: Im Januar wurden so wenig Autos verkauft wie noch nie in diesem Monat, teilte der europäische Branchenverband Acea mit.
Größter Gewinner im Dax waren Infineon
mit einem Plus von mehr als 4 Prozent. Händler verwiesen auf einen positiven Analystenkommentar, der eine Erholung des zuvor abbröckelnden Chipwertes begünstige. Commerzbank-Analyst Thomas Becker blieb nach einem Treffen mit dem Management auf "Buy" mit einem Kursziel von 8,50 Euro.
Versorger schwächer als der Markt - EU-Entscheidung zu Zertifikaten
Versorger brachen dagegen ihren Versuch einer Gegenbewegung nach der Talfahrt der vergangenen Wochen und Monate ab: Die Aktien von RWE
rutschten mit 0,35 Prozent ins Minus und Eon
verloren am Dax-Ende 1,17 Prozent. Händlern zufolge gab eine EU-Entscheidung zum Emissionshandel den Werten nicht den erhofften positiven Schub. Die Zertifikate dürften sich nicht wie erwartet verteuern, was vor allem auf die Stimmung für Eon mit seinen umweltschonenden Gaskraftwerken drücke, hieß es.
Kurssprung bei Klöckner: Interfer kauft sich bei KlöCo ein
Im MDax sprangen Klöckner & Co.
(KlöCo) nach einer Stimmrechtsmeldung mit plus 10,60 Prozent an die Spitze. Der Essener Stahlhändler Interfer hat sich mit knapp 8 Prozent bei seinem Konkurrenten eingekauft und wird der mit Abstand größte Einzelaktionär von KlöCo.
Kabel Deutschland
sackten dagegen nach der geplatzten Übernahme von Tele Columbus mit minus 2,05 Prozent ans Ende des Index mittelgroßer Werte. Die Papiere hatten am Vortag noch von erneuten Berichten über wohl immer konkretere Akquisitionspläne von Vodafone
profitiert.
Dürr-Aktien
kletterten indes nach Jahreszahlen des Autozulieferers mit einem kräftigen Plus von 6 Prozent auf ein neues Rekordhoch. Analyst Jasko Terzic von der DZ Bank sagte: "Die vorläufigen Zahlen für das vierte Quartal sind besser als erwartet ausgefallen und Dürr hat einen vielversprechenden Ausblick auf 2013 gegeben."
Euro kaum verändert, Ölpreise uneinheitlich
Der Kurs des Euro
notiert den dritten Handelstag in Folge über 1,33 US-Dollar. Vor der Veröffentlichung des ZEW-Konjunkturindikators erwarten Experten weiterhin keine größere Kursbewegung. Am Morgen stand die Gemeinschaftswährung bei 1,3353 Dollar. Am Montag hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den Referenzkurs auf 1,3352 (Freitag: 1,3325) Dollar festgesetzt.
Die Ölpreise zeigten keine klare Richtung. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent
zur April-Lieferung kostete am Morgen 117,41 US-Dollar. Das waren 3 Cent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Auslieferung im März fiel hingegen um 37 Cent auf 95,49 Dollar.
Die Kurse deutscher Staatsanleihen sind mit minimalen Kursgewinnen in den Handel gestartet. Der für den deutschen Anleihemarkt richtungsweisende Euro-Bund-Future stieg am Morgen um 0,04 Prozent auf 142 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe verharrte bei 1,63 Prozent.
mg/dpa-afx
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