Frankfurt am Main - Der Dax
hat am Freitag einen erneuten Erholungsversuch unternommen. Allerdings hielt sich der Zugewinn in Grenzen: Bis zum Handelsschluss auf Xetra notierte der Dax 0,8 Prozent fester und schloss bei 7652 Zählern. Auf Wochensicht steht für den Index ein Verlust von 2,6 Prozent zu Buche: Die politischen Sorgen in der Eurozone hatten in den letzten Tagen für teilweise deutliche Abschläge gesorgt und die gesamten bisherigen Jahresgewinne ausradiert.
Der MDax
gewann am Freitag 0,5 Prozent auf 12.722 Punkte und der TecDax
rückte um 0,7 Prozent auf 883 Punkte vor.
Neuen Auftrieb gaben vor dem Wochenende Export- und Inflationsdaten aus China. "Sie dürften für ein bisschen Optimismus sorgen", sagte Analystin Katrin Ehling von X-Trade Brokers. Börsianer sprachen von einer normalen Volatilität, für die es angesichts der dünnen Nachrichtenlage keine fundamentalen Gründe brauche. Bereits am Donnerstag hatten Aussagen von EZB-Präsident Mario Draghi über die Stabilisierung im Euroraum kurzfristig für Gewinne im Dax
gesorgt.
MAN mit deutlichem Gewinnrückgang
Bei MAN
sorgte die Zahlenvorlage zunächst für ein knappes Kursplus, auf Xetra schloss die Aktie dann kaum verändert. Der Lkw- und Maschinenbauer verbuchte angesichts der schwachen europäischen Lastwagenmärkte im vergangenen Jahr einen deutlichen Gewinnrückgang. Ein Händler stellte aber vor allem auf Ausblick und Dividende als Enttäuschungen ab. Während der Lkw-Bauer 1,00 Euro je Anteil ausschütten will, habe der Markt mit 1,50 Euro gerechnet. Für 2013 erwarte der Markt mit einem moderaten Umsatzzuwachs und einer deutlichen Gewinnsteigerung das Gegenteil von dem, was MAN nun kommuniziere. Ein Börsianer fragte sich, "ob MAN vor einem möglichen Squeeze-outdurch Volkswagen (VW) die Aktie schwach reden will." Die VW-Vorzüge legten moderat zu.
Der im MDax
notierte Modekonzern Hugo Boss
beendete nach einem starken Schlussspurt im vierten Quartal das Jahr 2012 mit neuen Bestmarken. Die überzeugenden Umsatzzahlen bescherten der Aktie aber nur anfangs deutliche Gewinne. Nach skeptischen Analystenäußerungen zur Ertragsentwicklung standen sie zuletzt knapp im Plus.
Im TecDax
ging es für die Titel der Software AG
nach der Ankündigung eines Aktienrückkaufprogramms um über zwei Prozent hoch. Die Aktien des Geldautomaten- und Kassensystem-Herstellers Wincor Nixdorf gewannen nach Zahlen des US-Konkurrenten NCR rund ein Prozent.
Euro nach Draghi-Aussagen unter Druck
Am Anleihemarkt sank die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 1,35 Prozent am Vortag auf 1,30 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,20 Prozent auf 133,68 Punkte. Der Bund Future gewann 0,15 Prozent auf 142,94 Punkte.
Der Kurs des Euro fiel. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3374 (Donnerstag: 1,3546) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7477 (0,7382) Euro.
EZB-Präsident Mario Draghi hatte sich am Donnerstag besorgt über den seit Sommer 2012 massiv aufwertenden Euro geäußert. Der Wechselkurs sei wichtig für Wachstum und Preisstabilität. Dementsprechend werde die Notenbank die Auswirkungen des starken Euro auf die Preisentwicklung im Auge behalten.
Ölpreise nach China-Daten höher
Die Ölpreise profitierten ebenfalls von den robusten Zahlen des chinesischen Außenhandels. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent
zur März-Lieferung kostete im frühen Handel 117,77 US-Dollar. Das waren 53 Cent mehr als am Donnerstag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 26 Cent auf 96,09 Dollar.
mg/dpa-afx
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