Frankfurt am Main - Die politischen Sorgen in der Eurozone haben den Dax
am Mittwoch den gesamten Jahresgewinn gekostet. Der deutsche Leitindex fiel um 1,1 Prozent auf 7581 Punkte, nachdem er am Dienstag noch mit einem moderaten Plus geschlossen hatte. Für den MDax
ging es zur Wochenmitte um 0,1 Prozent auf 12.634,29 Punkte nach unten. Der TecDax
legte um 0,5 Prozent auf 880 Punkte zu.
Zu den größten Verlierern im Dax zählten Eon
und RWE
sowie der Chemiekonzern BASF
und die Commerzbank
, die zwischen 2 und 4 Prozent nachgaben.
"Wir haben derzeit eine absolut politische Börse", sagte Fidel Helmer, Kapitalmarktexperte bei der Privatbank Hauck & Aufhäuser. Weiterhin lasteten die Korruptionsvorwürfe gegen die spanische Regierung und die guten Umfragewerte für Italiens Ex-Regierungschef Silvio Berlusconi auf den Kursen.
Die Anleger fürchteten, dass Berlusconi die Reformen von Ministerpräsident Mario Monti wieder zurückdrehen könnte, falls seine Partei bei den Parlamentswahlen Ende Februar gut abschneiden sollte.
Streit um Wechselkurspolitik belastet Euro
Der Euro
wurde zusätzlich belastet durch die Aussagen des französischen Finanzministers Pierre Moscovici, der die Wechselkurspolitik kommende Woche mit seinen Kollegen aus der Euro-Zone besprechen will. Frankreichs Präsident Francois Hollande hatte am Dienstag vor dem EU-Parlament eine aktive Wechselkurspolitik gefordert, um den Euro und die Unternehmen in der Europäischen Union gegen Abwertungen anderer Währungen zu schützen.
Ein Sprecher der Bundesregierung sagte indes, die Gemeinschaftswährung sei im historischen Vergleich nicht überbewertet. Der Euro fiel auf bis zu 1,3501 Dollar, nach 1,3581 Dollar am Vorabend in New York.
Wall Street knapp behauptet - Walt Disney gefragt
Die US-Börsen starteten ebenfalls etwas schwächer in den Handel. Nachdem der Dow Jones
tags zuvor wieder zugelegt hatte und zeitweise auch die 14.000-Punkte-Marke zurückerobern konnte, fehlten nun weitere Impulse, hieß es am Markt.
Im Dow dürfte die Aktie von Walt Disney
wegen der am Vorabend vorgelegten Zahlen für das erste Geschäftsquartal 2012/13 Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Im frühen Handel gewann das Papier rund 3Prozent hinzu. Der Umsatz des Unterhaltungskonzerns übertraf die Erwartungen. Insgesamt sprach Konzernchef Robert Iger zudem von einem "soliden Start" ins neue Geschäftsjahr.
ThyssenKrupp dank ArcelorMittal nur knapp im Minus
Für die Aktien von ThyssenKrupp
ging es nach gut aufgenommenen Zahlen und dem Ausblick des Konkurrenten ArcelorMittal nur um 0,14 Prozent nach unten. Der weltgrößte Stahlhersteller habe im vierten Quartal besser abgeschnitten als befürchtet, sagte ein Händler. Positiv sei zudem der vorsichtige Optimismus für 2013. Die ArcelorMittal-Papiere gewannen mehr als zweieinhalb Prozent.
Metro ziehen deutlich an - Haniel schließt Anteilsverkauf ab
Spitzenreiter im MDax
waren die Titel von Metro
mit einem Plus von 3,31 Prozent. Hier gab die Meldung Auftrieb, dass das Duisburger Familienunternehmen Haniel seinen Anteil am Einzelhändler von 34,24 Prozent auf 30,01 Prozent reduziert hatte - wie im November vergangenen Jahres angekündigt. "Nun ist die Unsicherheit um den Überhang aus dem Markt", erklärte ein Händler den Kurssprung.
mg/dpa-afx
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