Frankfurt am Main - Der Dax
gab bis zum Xetra-Handelsschluss am Dienstag um 0,7 Prozent nach und schloss bei 7672 Punkten. Ausschlaggebend für den Rücksetzer waren die Kursverluste beim Index-Schwergewicht SAP
sowie die Verluste bei der Lufthansa und bei RWE.
Auch die US-Börsen tendierten am Abend mit Verlusten. Der Dow Jones
gab zum Handelsschluss in Deutschland um 0,3 Prozent nach, der Nasdaq Composite
fiel um 0,5 Prozent.
Aktien des PC-Herstellers Dell
setzten nach Spekulationen um eine Übernahme ihre Klettertour vom Vortag fort. Auch die Aktien von Facebook
tendierten im frühen Handel im Plus.
Apple fällt auf Jahrestief - Anleger nehmen Geld vom Tisch
Anleger des einstigen Börsenstars Apple
werden dagegen zunehmend nervös. Das Technologieschwergewicht baute am Dienstag seine Verluste auf 3,2 Prozent aus und fiel auf 385 US-Dollar. Das ist der tiefste Stand seit Januar 2012.
Bereits am Vortag war das Papier mit einem Verlust von 3,5 Prozent unter die Marke von 500 Dollar gerutscht. Mitte September hatte das Papier noch über der Marke von 700 US-Dollar notiert. Doch die Sorgen, dass Apple im abgelaufenen Quartal weniger iPhones verkauft haben könnte als erwartet, lasten seit Wochen auf der Aktie. Allein in den vergangenen drei Handelstagen hat die Aktie knapp 7 Prozent an Wert verloren.
"Viele Anleger, die mit Apple
in den vergangenen Jahren stolze Gewinne erzielt haben, ziehen offenbar jetzt die Reißleine", sagte ein Börsianer. Apple legt am kommenden Mittwoch (23. Januar) Zahlen vor.
Streit um Anhebung der Schuldengrenze
An der Wall Street beobachteten Anleger zudem den Streit um die Anhebung der Schuldengrenze mit Sorge. Die Ratingagentur Fitch drohte den USA mit dem Entzug der Bestnote "AAA", sollte die Auseinandersetzung im Kongress kein gutes Ende nehmen.
Zum Start der Bilanzsaison blicken Anleger nun auf die Finanzwerte. Am Mittwoch legen Goldman Sachs
Sachs und JPMorgan Chase
ihre Zahlen vor, am Donnerstag folgen Citigroup und Bank of America.
SAP meldet Rekordzahlen - und verfehlt die hohen Erwartungen
Die Titel von SAP
sackten bei hohen Umsätzen um 3,9 Prozent auf 58,70 Euro ab und schlossen damit als größte Verlierer im Dax. Börsianer bemängelten vor allem das Betriebsergebnis des Softwarekonzerns, das lediglich um 6 Prozent auf 5,02 Milliarden Euro zulegte. Prognostiziert hatte SAP eine Spanne von 5,05 bis 5,25 Milliarden Euro.
Die operative Marge verringerte sich um 1,1 Prozentpunkte auf 31,9 Prozent. Die Zahlen seien nicht schlecht, hätten aber die Erwartungen verfehlt, kommentierte ein Händler das Ergebnis.
EU macht Druck: BayernLB trennt sich von Lufthansa
Neben SAP gehörten die Anteilsscheine der Lufthansa
mit einem Abschlag von 2,3 Prozent auf 14,30 Euro zu den größten Verlierern im Dax. Die BayernLB hat ihre Beteiligung an der Airline verkauft und treibt damit die von der EU geforderte Fokussierung auf das Kerngeschäft voran. Finanzkreisen zufolge platzierte das Institut über Nacht 8,8 Millionen Lufthansa-Aktien zu je 14,43 Euro bei Investoren in Europa und den USA und nahm damit 127 Millionen Euro ein. Das Paket entspricht 1,9 Prozent des Grundkapitals der Lufthansa.
RWE unter Druck - JP Morgan stuft ab
Zudem gaben RWE um 3,1 Prozent auf 28,77 Euro nach. JP Morgan stufte die Titel auf "Underweight" von "Neutral" herunter und senkte das Kursziel auf 28 von 32 Euro.
Nebenwerte: Goldman empfiehlt Hochtief
Aktien von Hochtief
wurden außerdem von Goldman Sachs auf "Conviction Buy" angehoben, worauf sie im MDax
um mehr als drei Prozent anzogen. Analyst Will Morgan sieht auch nach der zuletzt guten Kursentwicklung noch Potenzial. Außerdem rückten ProSiebenSat.1
nach einer Kaufempfehlung der Citigroup um mehr als ein Prozent vor.
Ölpreise gesunken
Die Ölpreise sind am Dienstag leicht gesunken. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent
zur Februar-Lieferung kostete am Morgen 111,54 US-Dollar. Das waren 34 Cent weniger als am Montag. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) sank ebenfalls um 34 Cent auf 93,80 Dollar.
Euro hält sich bei Elfmonatshoch
Der Euro
hat sich am Dienstag trotz leichter Verluste in der Nähe seines elfmonatigen Höchststands gehalten. Am Morgen kostete die Gemeinschaftswährung 1,335 US-Dollar und damit einen halben Cent weniger als in der Spitze am Vortag. Ein Dollar
war zuletzt 0,749 Euro wert. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Montag auf 1,334 (Freitag: 1,327) Dollar festgesetzt.
krk/dpa/rtr
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