Frankfurt am Main - Nach dem starken Jahresauftakt hat der Dax
am Donnerstag einen leichten Dämpfer erhalten. Der deutsche Leitindex sank bis zum Ende des Xetra-Handels um 17.30 Uhr um 0,3 Prozent auf 7756 Punkte. Die Erleichterung über die Kompromisslösung im US-Haushaltsstreit hatte den Dax am Vortag um mehr als 2 Prozent auf den höchsten Stand seit Januar 2008 getrieben.
Für den MDax
ging es dagegen um 0,3 Prozent auf 12.081 Punkte nach oben, während der TecDax
dank starker Solarwerte sogar um 1,3 Prozent auf 854 Punkte anstieg.
US-Wirtschaft schafft neue Jobs
Überraschend positive US-Arbeitsmarktdaten sorgten am Nachmittag dafür, dass der Dax seine Verluste eingrenzte. "Die Arbeitsmarktlage verbessert sich", erklärte Helaba-Analyst Ulrich Wortberg. Nach Angaben der privaten Arbeitsvermittlung ADP hat die Privatwirtschaft der USA im Dezember 215.000 neue Stellen geschaffen - deutlich mehr als erwartet. Wortberg rechnet aber nicht mit einer Kursänderung der Fed, da die Arbeitslosenquote immer noch deutlich über dem Fed-Ziel liegen dürfte. Die amtlichen US-Arbeitsmarktdaten werden am morgigen Freitag veröffentlicht.
Wall Street nach Kursrally kaum verändert
An der Wall Street gab der Dow Jones
im Vormittagshandel um 0,2 Prozent auf 13.390 Zähler nach. Auch der Nasdaq Composite
tendierte um 0,3 Prozent schwächer.
"Der US-Arbeitsmarkt, die Wachstumszahlen in Japan und China, eine erhoffte weitere Erholung am US-Häusermarkt und eine weitere Entspannung in der europäischen Schuldenkrise - diese Aspekte rücken nach vorne und man sollte zumindest auch schlechte Nachrichten wieder ins Kalkül ziehen", sagte Händlerin Sarah Brylewski vom Broker Gekko Global Markets.
K+S nach Citigroup-Studie unter Druck
Mangels Unternehmensnachrichten sorgten vor allem Analystenkommentare für Bewegung bei den Einzelwerten. K+S
fielen als Dax-Schlusslicht um gut dreieinhalb Prozent. Für 2013 deute sich trotz der steigenden Kali-Nachfrage ein unerwartet niedriges Preisniveau an, schrieb die US-Bank Citigroup.
Die Aktien von Infineon
waren indes mit plus 2 Prozent der Favorit der Anleger im Leitindex - im Vorjahr hatten die Titel des Halbleiterherstellers noch zu den schwächsten im deutschen Leitindex gehört. Börsianer sahen zudem eine Hochstufung durch die National-Bank als Stütze.
Wacker Chemie und Solarwerte haussieren
Bester Wert im MDax
waren die Anteilsscheine des Spezialchemiekonzerns Wacker Chemie mit einem Kursanstieg von mehr als 5 Prozent. Die UBS begründete dies damit, dass Werte mit unterdurchschnittlicher Entwicklung im Vorjahr in den ersten Wochen eines neuen Jahres regelmäßig zu den Favoriten zählten.
Als Spitzenreiter im TecDax
glänzten die Aktien der Solarunternehmen SMA Solar
und Solarworld
mit Kurssprüngen von über zwölf beziehungsweise knapp 15 Prozent. Beide Titel hatten 2012 zu den größten Verlierern im Index gezählt und zeigten laut Börsianern nun eine Gegenbewegung. Positiv sei zudem, dass nun auch der legendäre US-Investor Warren Buffett auf Solarstrom setze.
Euro schwächer
Der Euro
sank auf 1,3110 US-Dollar. Zuvor hatte die Europäische Zentralbank den Referenzkurs auf 1,3102 (Mittwoch: 1,3262) Dollar festgesetzt und der Dollar damit 0,7632 (0,7540) Euro gekostet.
Am deutschen Anleihenmarkt stieg die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 1,14 Prozent am Vortag auf 1,16 Prozent. Der Rentenindex Rex sank um 0,14 Prozent auf 134,27 Punkte. Der Bund Future verlor 0,29 Prozent auf 143,56 Punkte.
Gewinnmitnahmen beim Öl
Die Ölpreise sind nach kräftigen Zugewinnen in den vergangenen Handelstagen wieder etwas gefallen. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent
zur Februar-Lieferung im asiatischen Handel kostete 112,13 Dollar. Das waren 34 Cent weniger als zum Handelsschluss am Vortag. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 24 Cent auf 92,88 Dollar.
mahi/dpa-afx/rtr/dapd
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