New York/Frankfurt am Main - Die Gewinnwarnung der Deutschen Bank sowie erneute Sorgen um die Lösung des US-Haushaltsstreits haben den deutschen Aktienmarkt am Donnerstag belastet. Nachdem der Dax
am Vortag auf den höchsten Stand seit Januar 2008 gestiegen war, verlor der Leitindex am Donnerstag 0,4 Prozent und schloss auf Xetra bei 7581 Punkten.
Die von der US-Notenbank am Vorabend angekündigte Ausweitung ihrer expansiven Geldpolitik war bereits eingepreist, sagte Gregor Kuhn, Marktstratege beim Broker IG. Gleichzeitig erwiesen sich die nach wie vor schleppenden US-Budgetverhandlungen als Belastungsfaktor.
Wall Street kaum verändert
Die US-Börsen sind am Donnerstag kaum verändert in den Handel gestartet. Positive und negative Konjunkturdaten hielten sich die Waage. Der US-Leitindex Dow Jones
notierte am Abend 0,2 Prozent schwächer.
Die aktuellen Konjunkturdaten fielen unterschiedlich aus: So sanken zwar die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe stärker als erwartet, dagegen stiegen die Einzelhandelsumsätze im November weniger stark als prognostiziert.
Deutsche Bank nach Gewinnwarnung klar im Minus
Kurz vor Weihnachten jagt bei der Deutschen Bank eine schlechte Nachricht die andere: Deutschlands größtes Geldhaus überraschte am Donnerstag mit einer Gewinnwarnung - nur einen Tag nach der Großrazzia in der Frankfurter Zentrale wegen Umsatzsteuerbetrugs. Die neuen Chefs Anshu Jain und Jürgen Fitschen erwarten im Schlussquartal "signifikant negative" Auswirkungen auf den Gewinn, weil der Umbau des Instituts und das milliardenschwere Sparprogramm nicht so einfach wegzustecken sind.
Auch die Integration der Postbank und der immer deutlicher werdende Konjunkturabschwung hinterlassen Spuren in der Bilanz. Die Geduld der Anleger ist inzwischen überstrapaziert: Das Papier der Deutschen Bank
ging mit einem Minus von knapp drei Prozent aus dem Handel und war damit Schlusslicht im Dax
.
Die Aktien von ThyssenKrupp
büßten nach einem Bericht über eine Schadensersatzforderung der Bahn und einer drohenden Abstufung der Kreditwürdigkeit durch die Ratinagentur Moody's rund 1 Prozent ein.
Vom Bundeskartellamt geäußerte Bedenken gegen die Beteiligung der Asklepios Kliniken am Konkurrenten Rhön-Klinkum
ließen dessen Aktien um fast 4 Prozent nach oben schnellen. Vor Monaten hatte Asklepios mit seinem überraschenden Einstieg die Rhön-Übernahme durch Fresenius
torpediert.
Euro etwas schwächer
Der Euro
bricht seinen zu Wochenbeginn gestarteten Aufwärtstrend ab. Im Mittagshandel kostete die Gemeinschaftswährung 1,3050 US-Dollar und damit einen halben Cent weniger als im Tageshoch. Ein Dollar war zuletzt 0,7663 Euro wert. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Mittwochmittag auf 1,3040 (Dienstag: 1,2993) Dollar festgesetzt..
Ölpreise sinken
Die Ölpreise sind gesunken. Händler nannten kritische Äußerungen aus der Politik zum US-Haushaltsstreit als Grund. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent
zur Januar-Lieferung 109,21 US-Dollar. Das waren 29 Cent weniger als am Mittwoch. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) sank ebenfalls moderat um 22 Cent auf 86,55 Dollar.
krt/mg/dpa-afx
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