Frankfurt am Main - "Die Stimmung derzeit ist positiv, und die Risikobereitschaft der Anleger steigt", sagt Marktstratege Jörg Rahn von Marcard, Stein & Co. "Wenn die Daten und der US-Arbeitsmarktbericht nicht enttäuschen, dann kann das dem Markt für den gesamten Dezember einen Kick geben, so dass auch neue Hochs drin sind."
Am Freitag schloss der Dax
0,1 Prozent höher bei 7405,50 Punkten. Auf Wochensicht ergibt sich für den deutschen Leitindex damit ein Plus von 1,3 Prozent, auf Monatssicht legte er um zwei Prozent zu. Diesseits und jenseits des Atlantiks geben die Einkaufsmanagerindizes in der neuen Woche Auskunft über die Wirtschaftslage.
Auch Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe in China dürfte Beachtung finden. Demnach gewinnt die chinesische Wirtschaft weiter an Tempo. Der offizielle Einkaufsmanagerindex kletterte im November auf den höchsten Stand seit sieben Monaten, wie das Statistikamt mitteilte. Das Barometer kletterte auf 50,6 Punkte nach 50,2 Zähler im Oktober. Über der Marke von 50 Punkten wird Wachstum signalisiert. Es handele sich aber noch nicht um eine nachhaltige Erholung, sagte Ökonom Dong Xian'an von Peking First Advisory.
Hierzulande werden am Donnerstag zudem die Auftragseingänge für die Industrie vom Oktober veröffentlicht. "Die ISM-Einkaufsmanagerindizes in den USA werden vermutlich leicht nachgeben, in Deutschland sollten sich die Auftragseingänge spürbar erholen", sagt Analyst Christian Apelt von der Helaba. Neuen Anlass für ein Krisenszenario dürften die Daten nicht liefern, sind sich Experten einig.
Zusammensetzung der Indices auf dem Prüfstand
Besonders unter die Lupe genommen werden dürfte wieder der monatliche US-Arbeitsmarktbericht. Wegen des Hurrikans "Sandy" sind wohl im November weniger Jobs neu geschaffen worden als in den Vormonaten, sagen Volkswirte. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Analysten prognostizieren 105.000 neu geschaffene Stellen außerhalb der Landwirtschaft nach 171.000 im Oktober. Insgesamt gehen die Experten davon aus, dass die Daten das Bild einer sich auf einem holprigen Wachstumspfad befindlichen Wirtschaft bestätigen werden.
Großes Thema am Markt bleiben die Haushaltsverhandlungen in den USA. Bislang sind Investoren guten Mutes, dass rechtzeitig ein Kompromiss gefunden wird, der die ansonsten im neuen Jahr automatisch greifenden Ausgabenkürzungen und Steuererhöhungen verhindert. Der Schuldenberg Griechenlands ist nach den jüngsten Hilfszusagen vorübergehend in den Hintergrund gerückt. In Europa dürfte der Fokus vor allem auf der Europäischen Zentralbank (EZB) und der Bank of England (BoE) liegen. Beide Notenbanken werden wohl ihren Leitzins mit 0,75 beziehungsweise 0,5 Prozent beibehalten.
Am Mittwoch berät die Deutsche Börse
die Zusammensetzung ihrer Indizes. Analysten sehen die Baumarktkette Praktiker
als Wackelkandidat im SDax
, davon profitieren dürfte der Börsenneuling Talanx
. Neben Praktiker könnte auch die SDax-Mitgliedschaft von Constantin Medien
oder Cat Oil
auf der Kippe stehen. In Dax, MDax
und TecDax
erwarteten Experten keine Veränderungen.
mahi/rtr
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