New York / Frankfurt am Main - Der Dax
beendete den Xetra-Handel bei 7401 Punkten, einem Plus von 0,8 Prozent. Positive US-Wirtschaftsdaten sowie ein noch immer recht robuster deutscher Arbeitsmarkt hätten zusätzlich gestützt, hieß es von Händlern.
Für den MDax
ging es um 1,09 Prozent auf 11.568,68 Punkte aufwärts, und der TecDax
gewann 1,20 Prozent auf 844,09 Punkte.
Wie in ganz Europa zählten Autowerte auch hierzulande zu den bevorzugten Werten. Der entsprechende europäische Branchenindex setzte mit plus 1,52 Prozent seinen jüngsten Aufwärtstrend fort.
Die Hoffnungen auf eineLösung des US-Haushaltsstreits und deutsche Arbeitsmarktdaten haben für Kursgewinne gesorgt. Analyst Mario Gruppe von der NordLB bezeichnete die jüngste Entwicklung des deutschen Arbeitsmarktes als robust.
An den US-Börsen legte der Dow Jones
Jones im frühen Handel um 0,4 Prozent zu und notierte bei 13.043 Zählern. Die neue Zuversicht ließ einige Anleger auch wieder bei den Staatsanleihen Spaniens und Italiens zugreifen. So fielen die Renditen für zehnjährige italienische Anleihen auf 4,54 Prozent und lagen damit so niedrig wie seit fast zwei Jahren nicht mehr. Die Rendite der entsprechenden spanischen Papiere notierte mit 5,3 Prozent so niedrig wie seit dem Frühjahr nicht mehr.
US-BIP: US-Wirtschaft nimmt wieder Fahrt auf
Obama hatte am Mittwochabend die Hoffnung geäußert, dass sich seine Demokraten bis Weihnachten mit den Republikanern auf ein Rahmenabkommen zur künftigen Haushaltspolitik einigen könnten. Zuvor hatte schon Parlamentspräsident Boehner Entgegenkommen signalisiert. Sollten die Kontrahenten es nicht schaffen, sich bis zum Jahreswechsel zu einigen, treten zeitgleich Ausgabenkürzungen und Steuererhöhungen in Kraft, die die weltgrößte Volkswirtschaft in die Rezession stürzen könnten.
Wenig Reaktionen riefen am Nachmittag US-Konjunkturdaten hervor. Das Bruttoinlandsprodukt belief sich nach endgültigen Zahlen im dritten Quartal auf 2,7 Prozent, Analysten hatten mit einem Plus von 2,8 Prozent gerechnet. Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe fielen in der Vorwoche mit 393.000 etwas höher aus als von Experten prognostiziert.
Einigung mit FAW: Volkswagen-Aktie zeitweise auf Rekordhoch
Daneben profitierten die Aktien von Konjunktur abhängigen Unternehmen von der Zuversicht der Anleger. Die Vorzugsaktien von Volkswagen
stiegen sogar mit bis zu 2,1 Prozent auf ein Rekordhoch von 167 Euro, nachdem die Wolfsburger den Patentstreit mit dem chinesischen Partner FAW beilegen konnten.
FAW und VW wollen nun die eigentlich 2016 auslaufende Kooperation um 25 Jahre verlängern. Die Aktie von VW schloss auf Xetra schließlich 1,3 Prozent stärker.
Bankentitel im Aufwind - Deutsche Bank gefragt
Im Dax
zählten Commerzbank
und Deutsche Bank
zu den Gewinnern. Auch europaweit zogen die Finanztitel an. Selbst die zuletzt arg gebeutelten griechischen Institute machten Boden gut und legten 2,6 Prozent zu.
In London ragten die Anteilsscheine von Rio Tinto
heraus, die mit 4,4 Prozent im "Footsie"-Leitindex am deutlichsten zulegten. Der Bergbauriese legt für zwei Jahre ein Sparprogramm im Volumen von sieben Milliarden Dollar auf. Dem anhaltenden Preisverfall bei Eisenerz, einem wichtigen Rohstoff für die Stahlgewinnung, entgegnet Rio Tinto anders als die Konkurrenz mit einem Ausbau seiner Produktion und mildert somit den Umsatzrückgang ab.
Siemens mit Milliardenübernahme
Auf Unternehmensseite richtete sich der Blick zudem auf Siemens
. Der Industriekonzern will das Eisenbahngeschäft der britischen Invensys
übernehmen und das Geschäft mit Systemen zur Gepäckabfertigung, Brief- und Paketsortierung abstoßen. Analysten zufolge passt Invensys Rail strategisch gut zu Siemens. Allerdings bemängelten einige der Experten den in ihren Augen recht hohen Kaufpreis.
Gerüchte schieben Metro ins Plus
Nach erneuten Medienberichten über den bevorstehenden Verkauf des Real-Auslandsgeschäfts rückten die Aktien von Metro
im MDax
kurzzeitig um rund 4 Prozent vor, reduzierten ihre Gewinne zum Handelsschluss aber auf plus 1,27 Prozent. Die Groupe Auchan sei bereit, rund eine Milliarde Euro zu zahlen. Bereits vor einer Woche hatte die Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX aus Kreisen erfahren, dass die Franzosen rund 900 Millionen Euro zahlen könnten und die Verhandlungen weit fortgeschritten sind.
© manager magazin online 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH