Frankfurt am Main - Der Dax
ist am Freitag nahe seinem Wochenhoch aus dem Handel gegangen. Gute Konjunkturdaten sowie Gewinne an der New Yorker Börse trieben deutsche Aktien weiter an, sagte Marktanalyst Ishaq Siddiqi von ETX Capital. Der Dax stieg den fünften Tag in Folge und legte dabei um 0,89 Prozent auf 7.309,13 Punkte zu. Das sind über fünf Prozent mehr als vergangenen Freitag und damit hat der Dax das größte Wochenplus seit Anfang Dezember 2011 erzielt.
Für den MDax
mittelgroßer Werte ging es vor dem Wochenende um 0,23 Prozent auf 11.408,08 Punkte nach oben. Der TecDax
zog um 0,26 Prozent auf 826,37 Punkte an.
Die US-Börsen haben heute Gewinne verbucht und damit von guten Konjunkturdaten aus Deutschland profitiert. Der Dow Jones Industrial
stand 0,84 Prozent höher bei 12.944,31 Punkten. Der breiter aufgestellte S&P 500-Index stieg um 0,82 Prozent auf 1.402,45 Punkte. Die technologielastigen Indizes legten etwas deutlicher zu. So rückte der Nasdaq Composite um 0,97 Prozent auf 2.954,85 Punkte vor und der Nasdaq 100 zog um 1,07 Prozent auf 2.628,26 Punkte an.
Am heutigen Brückentag nach dem Feiertag findet an der Wall Street indes nur ein verkürzter Handel statt - viele Marktteilnehmer haben sich deshalb schon am Mittwoch in ein langes Wochenende verabschiedet. Im Fokus steht dieser Freitag wegen des Startschusses für das wichtige Weihnachtsgeschäft. An dem auch "Black Friday" genannten Brückentag werden nicht nur die Schaufenster-Dekorationen der Weihnachtszeit angepasst, sondern auch die Rabatte.
Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im November nach sechs Rückgängen in Folge überraschend aufgehellt. "Die deutsche Konjunktur stemmt sich gegen die Eurokrise", kommentierte Ifo-Chef Hans-Werner Sinn die Umfrageergebnisse. Der jüngste Anstieg des Ifo-Geschäftsklimas sei zwar noch keine Trendwende, aber zumindest ein Lichtblick nach zuletzt überwiegend schwachen Konjunkturdaten, schrieb Analyst Jens-Oliver Niklasch von der Landesbank Baden-Württemberg
Linde und Bayer im Plus, Commerzbank im Minus
Spitzenreiter im Dax waren die Anteilsscheine von Linde
mit plus 1,63 Prozent. Ebenfalls nach oben ging es für die Aktien von Bayer
. Sie stiegen nach einem positiven Analystenkommentar um 0,66 Prozent. Negative Äußerungen eines Analysten belasten hingegen die Papiere der Commerzbank
. Mit minus 2,55 Prozent waren die das Schlusslicht im deutschen Leitindex.
Aktien von Metro
dämmten ihre hohen Verluste auf 1,83 Prozent ein. In der Spitze hatten die Papiere des Handelskonzerns fast dreieinhalb Prozent abgegeben. Laut "Lebensmittel Zeitung" verhandelt Metro mit der französischen Auchan über Verkauf des Real-Auslandsgeschäftes. Zankapfel sei lediglich der Verkaufspreis. Eine Veräußerung wäre positiv und könnte die Dividende für 2012 sichern, kommentierte ein Händler die Meldung. Allerdings gab er zu bedenken, dass dies nichts an den strukturellen Problemen von Metro ändern würde.
Bericht belastet EADS
Die Papiere von EADS
fielen um 1,68 Prozent. Händler verwiesen auf einen möglichen Aktienüberhang. Zuvor hatte das "Handelsblatt" unter Berufung auf deutsche Regierungskreise berichtet, die Bundesregierung habe die staatseigene Förderbank KfW beauftragt, direkt Gesellschafteranteile vom französischen Staat zu kaufen. In der Folge würde die KfW deutlich weniger Aktien von Daimler
übernehmen. Der Autobauer hält bislang noch 15 Prozent der Aktien und möchte diese verkaufen. Die Daimler-Titel verloren 0,22 Prozent.
Im MDax fielen Fraport
nach einer Herunterstufung der HSBC um drei Prozent.
Die Aktien von Süss Microtec
sind heute an der Spitze des TecDax
um mehr als 5 Prozent auf 8,02 Euro nach oben gesprungen. Dem Cheuvreux-Analysten Bernd Laux zufolge hat sich der Chipzulieferer erfolgreich neu positioniert. Das Unternehmen dürfte nun von langfristigen Wachstumstrends profitieren, was noch nicht eingepreist sei. Der Experte sprach ein "Outperform"-Votum aus und nannte ein Kursziel von 11,00 Euro.
Euro knapp unter Dreiwochenhoch
Der Kurs des Euro
ist gestiegen. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,2909 (Donnerstag: 1,2893) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7747 (0,7756) Euro.
Deutsche Staatsanleihen mit leichten Verlusten
Am deutschen Anleihemarkt sank die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 1,14 Prozent von 1,15 Prozent am Vortag. Der Rentenindex Rex fiel um 0,02 Prozent auf 134,54 Punkte. Der Bund Future rückte um 0,01 Prozent auf 142,24 Punkte vor. Der Euro stieg. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,2909 (Donnerstag: 1,2893) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7747 (0,7756) Euro.
Ölpreise leichter
Die Ölpreise sind angesichts der leichten Entspannung im Nahen Osten etwas gesunken. Die Preisbewegungen dürften sich in Grenzen halten, da die US-Märkte weitgehend im Thanksgiving-Wochenende sind. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent
zur Januar-Lieferung kostete 110,34 US-Dollar und damit 22 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 29 Cent auf 87,09 Dollar.
Händler erklärten den leichten Rückgang bei den Ölpreisen mit Gewinnmitnahmen kurz vor dem Wochenende. Der Waffenstillstand zwischen Israel und der radikal-islamischen Hamas-Bewegung hielt auch in der vergangenen Nacht. In den vergangenen Tagen hatte der Nahost-Konflikt die Ölpreise zeitweise kräftig nach oben getrieben. Der Rückgang der Ölpreise dürfte im weiteren Handelsverlauf aber nicht allzu stark ausfallen, hieß es.
wed/mg/dpa-afx/rtr
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