Frankfurt am Main - Der Dax
, der am Montag mit einem Kurssprung um rund 2,5 Prozent die Marke von 7000 Punkten zurückerobert hatte, kletterte am Mittwoch weiter und ging mit einem Plus von 0,7 Prozent auf 7172 Punkten aus dem Handel.
Die Abstufung des Kreditratings von Frankreich durch die Agentur Moody's schüttelte der Leitindex ab, es überwog die Hoffnung auf eine Einigung über die Griechenlandhilfen heute Nacht beim Treffen der EU-Finanzminister.
Damit steckte der deutsche Leitindex auch die schwache Eröffnung der Wall Street weg, die durch den Kurseinbruch bei HP belastet wurde.
Besonders gefragt waren im Dax die Aktien von BASF
, die mehr als 2 Prozent zulegten, sowie die Papiere von Deutscher Post und Volkswagen
.
Wall Street belastet durch HP und Frankreich
Dass die Ratingagentur Moody's Frankreich die Topbonitätsnote entzogen habe, verunsichere die Anleger zusätzlich, sagten Analysten. Das Downgrade sei auch eine Warnung an die Politiker in den USA, ihren Haushaltsstreit endlich beizulegen und einen Kompromiss zur Verringerung des Schuldenbergs zu finden.
An der Wall Street stand Hewlett-Packard
im Blickpunkt: Der Aktienkurs des Computer- und Druckerherstellers fiel um rund 13 Prozent. Der Konzern wies wegen der Übernahme der Software-Firma Autonomy überraschend eine Belastung von 8,8 Milliarden Dollar aus. HP begründete den Schritt mit "schweren Bilanz-Unregelmäßigkeiten" bei dem im vergangenen Jahr übernommenen Unternehmen.
Geld für Griechenland: Anleger blicken nach Brüssel
Der Fokus der Marktteilnehmer bleibt aber auf das hochverschuldete Griechenland gerichtet. Die EU-Finanzminister treffen sich an diesem Dienstag zu einer Sondersitzung, um das Thema zu beraten. Die Erwartungen an das Treffen seien zwar hoch, sagte Aktienhändler Markus Huber vom Broker ETX Capital. Es dürfte aber zumindest für mehr Klarheit gesorgt werden.
Bankenwerte unter Druck
Der Moody's-Schritt indes belastete europaweit vor allem Bankentitel. Im Dax waren die Aktien der Commerzbank
mit einem Minus von 1,45 Prozent auf 1,288 Euro Schlusslicht, und auch die Papiere der Deutschen Bank
tendierten schwach.
Die Aktien von ThyssenKrupp
drehten nach anfänglichen Verlusten ins Plus. Auf den Stahlkonzern rollt laut einem Pressebericht möglicherweise eine Welle von Schadenersatzforderungen aus ganz Deutschland wegen illegaler Preisabsprachen im Schienengeschäft zu.
Den umgekehrten Weg schlugen die Papiere des Handelskonzerns Metro
ein, dessen Kursgewinne von zwischenzeitlich über 2 Prozent nach einem "Handelsblatt"-Interview mit Unternehmenschef Olaf Koch deutlich abschmolzen. Darin deutet Koch eine weiter üppige Dividende an.
Euro etwas schwächer
Der Kurs des Euro
hat sich schnell von der Herabstufung der Kreditwürdigkeit Frankreichs erholen können. Im frühen Handel kletterte die Gemeinschaftswährung zeitweise über die Marke von 1,28 Dollar, erreichte ein Tageshoch bei 1,2815 und stand damit fast auf dem Niveau von vor der Herabstufung. Am Morgen fiel der Euro aber wieder etwas zurück und stand zuletzt bei 1,2798 Dollar. Am Vortag hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den Referenzkurs noch deutlich tiefer auf 1,2762 (Freitag: 1,2745) Dollar festgesetzt.
Ölpreise steigen weiter
Die Ölpreise haben ihre starken Gewinne der vergangenen Handelstage nahezu halten können. Am frühen Morgen gaben die Preise vor dem Hintergrund der Sorge einer Eskalation im Nahen Osten nur ganz leicht nach. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent
zur Januar-Lieferung kostete 111,65 Dollar. Das waren fünf Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 19 Cent auf 89,09 Dollar.
mg/dpa-afx
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