New York - Die US-Börsen sind nach der Präsidentschaftswahl mit deutlichen Verlusten in den Handel gestartet. Die Freude über die klare Wiederwahl des Amtsinhabers verpuffte vor dem Hintergrund der weiterhin weltweit zu bewältigenden Probleme. Im US-Vormittagshandel baute der Dow Jones
seine Verluste auf knapp 300 Punkte aus und fiel um 2,4 Prozent deutlich unter die Marke von 13.000 Punkten.
Der Kursrutsch in den USA belastete auch die Börsen in Europa. In Deutschland weitete der Dax
seine Verluste bis zum Nachmittag aus und schloss 2 Prozent im Minus bei 7233 Punkten.
Grund für die Verkaufswelle ist die Furcht vor der fiskalischen Klippe. In den Vereinigten Staaten muss rasch eine Einigung über das US-Budget getroffen werden. Gleichzeitig bleibt der US-Kongress gespalten, da die Republikaner weiterhin die Mehrheit im Repräsentantenhaus halten. Finden die politischen Gegner bis Jahresende keinen Konsens über den neuen Staatshaushalt, treten automatische Ausgabenkürzungen sowie Steuererhöhungen in Kraft. Dies könnte das Land zurück in die Rezession stürzen.
"Schneller als gedacht hat die Wirklichkeit uns wieder eingeholt", sagte ein Börsianer. Kapitalmarktexperte Oliver Roth von Close Brothers Seydler sprach von einem "kurzfristig positiven Effekt" durch die Wahlen und meinte ebenfalls: "Recht schnell wird wieder auf die Realität geschaut."
Deutsche Bank unter Druck
Sollten sich Präsident und Kongress nicht auf einen neuen Haushalt einigen können, fürchten Anleger ein Schuldendrama in den USA. Dies würde die Börsen weltweit belasten.
Zu den schwächsten Werten im Dax zählten die Aktien von Infineon
, Deutsche Bank
und RWE
, die zwischen 3 und 5 Prozent nachgaben. Lediglich der Autobauer BMW
konnte sich gegen den schwachen Gesamttrend stemmen.
Energie- und Rüstungsindustrie hatten auf Romney gesetzt
Wegen der Wiederwahl Obamas als Präsident dürfte sich der Einfluss des Wahlausgangs branchenmäßig kaum auswirken, sagte Kapitalmarktexperte Roth zudem. Während der Gesundheitssektor auf Obama gesetzt hatte, hatten Rüstungsindustrie, Energiesektor und Finanzdienstleister auf den Republikaner Mitt Romney gehofft.
Unter den Einzelwerten stemmten sich die Anteilsscheine der News Corp.
gegen den Trend. Das Medienunternehmen profitierte von einem gut laufenden Kabelfernseh-Geschäft. Time Warner
übertraf beim Nettogewinn die Analystenerwartungen, blieb aber beim Umsatz etwas dahinter zurück.
Euro fällt auf Zwei-Monats-Tief
Schwache Konjunkturdaten aus Deutschland, Sorgen um Griechenland und warnende Worte von EZB-Chef Mario Draghi, dass auch Deutschland nicht vor einer Verschlechterung der Konjunktur gefeit sei, drückten den Euro unterdessen am Mittwoch auf den tiefsten Stand seit zwei Monaten.
la/reuters/dpa-afx
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