Frankfurt am Main - Der deutsche Aktienmarkt hat am Montag unter der schlechten Entwicklung der Wall Street gelitten. Trotz einer zwischenzeitlich positiven Entwicklung verloren die wichtigsten deutschen Indizes am Nachmittag und lagen zum Schluss im Minus. Der deutsche Aktienleitindex Dax
gab 0,5 Prozent ab auf 6910 Punkte ab. Der MDax
der mittelgroßen börsennotierten hiesigen Aktiengesellschaften verlor 0,6 Prozent auf 10.988 Zähler. Der technologielastige TecDax
verschlechterte sich um 1,0 Prozent auf 774 Punkte. Den entscheidenden Abwärtsstoß brachte den Börsenbarometer allerdings kurz vor Handelsschluss eine Meldung aus Deutschland.
Auslöser war Händlern zufolge die Nachricht über eine neue Verfassungsbeschwerde gegen den Rettungsschirm ESM und den EU-Fiskalpakt. In den vergangenen Wochen haben die europäischen Börsen ordentlich zugelegt, der Dax schaffte es zeitweise sogar knapp an die 7000er Marke. Schützenhilfe dafür kam von der Europäischen Zentralbank, die Ende Juli neue Hilfen für schuldengeplagte Länder in Aussicht gestellt hat. Daneben halfen recht starke Zwischenbilanzen der Unternehmen.
Größter Dax-Gewinner waren zu Wochenbeginn die Aktien von Merck mit einem Plus von 1,6 Prozent. Am Tag vor Veröffentlichung der Quartalszahlen wetteten Investoren auf ein solides Gewinnplus. Ein solches hat Eon
am Montag vorgelegt - davon aber nur kurz profitiert. Denn Anleger nahmen vorsichtshalber ihre Gewinne gleich wieder mit. Die Aktien schlossen knapp ein Prozent niedriger. Der Versorger hat im ersten Halbjahr einen Gewinn von 3,1 Milliarden Euro verbucht und dabei vor allem von günstigeren Gasverträgen mit seinem russischen Großlieferanten Gazprom profitiert.
Alternative Energiewerte standen ebenfalls auf den Verkaufslisten: So schockte Solarworld
die Anleger mit einem unerwarteten Verlust im ersten Halbjahr. Wann das Flagschiff der deutschen Solarbranche wieder Gewinne schreibe, das stehe "in der Sonne", sagte dann auch noch Konzernchef Frank Asbeck. Die Titel sackten um 12,2 Prozent ab. Im Sog von Solarworld verloren SMA 3,2 Prozent auf 25,23 Euro
Das nachlassende Wirtschaftswachstum in Japan wurde von besser als erwarteten Konjunkturdaten aus Griechenland im Handelsverlauf etwas in den Hintergrund gedrängt. Der MDax
gab dagegen um 0,24 Prozent auf 11 028 Punkte nach und der TecDax
sank um 0,75 Prozent auf 777 Punkte.
Der Euro
befand sich im Aufwind und stand gegen 18.00 Uhr bei 1,2338 Dollar. Die EZB hatte am Nachmittag den Referenzkurs bei 1.2339 Dollar festgelegt. Der Dow-Jones-Index gab bis 18.00 Uhr um 0,6 Prozent nach auf 13.130 Punkte. Der Nasdaq-Composite verlor 0,5 Prozent auf 3.006 Zähler.
Am Rentenmarkt stieg die Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 1,13 Prozent (Freitag: 1,11 Prozent). Der Rentenindex Rex fiel um 0,10 Prozent auf 134,72 Punkte. Der Bund Future sank um 0,40 Prozent auf 142,71 Punkte. Der Kurs des Euro legte zu: Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,2339 (Freitag: 1,2262) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8104 (0,8155) Euro.
rei/rtr/dpa
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