Mailand/Dublin - In der Euro-Krise zeichnet sich eine leichte Entspannung ab. Das krisengeschüttelte Irland war am Donnerstag erstmals seit mehr als einem Jahr wieder am Kapitalmarkt unterwegs. Inhaber einer 2014 auslaufenden Staatsanleihe hätten diese gegen eine Anleihe mit einer Laufzeit bis 2015 und einer dafür leicht höheren Verzinsung getauscht, teilte die National Treasury Management Agency (NTMA) mit. Bei der Transaktion handele es sich um den Tausch einer bestehenden Anleihe, nicht um eine Neuauflage.
30 Prozent des Anleihevolumens könnten getauscht werden. Damit sei die Nachfrage höher als erwartet gewesen, teilte die NTMA mit. Die Regierung muss damit im Jahr 2014 nur noch 8,3 Milliarden Euro aus der Anleihe statt 11,8 Milliarden zurückzahlen. 80 Prozent der Gläubiger seien nach irischen Medienberichten einheimische Banken. Sie hätten das billige Geld, das ihnen die Europäische Zentralbank (EZB) leiht, in die neuen Papiere investiert.
Irland war im Dezember 2010 als erstes Euro-Land unter den Rettungsschirm der Europäischen Union (EU) und des Internationalen Währungsfonds (IWF)geschlüpft. Die Republik hatte Kreditzusagen in Höhe von 67,5 Milliarden Euro erhalten, nachdem die Kreditaufnahme auf dem freien Markt zu erschwinglichen Konditionen nicht mehr möglich gewesen war. Premierminister Enda Kenny hatte angekündigt, im Jahr 2013 an die Finanzmärkte zurückkehren zu wollen.
Auch andere Krisenländer bekommen mittlerweile wieder günstigere Konditionen am Kapitalmarkt. So konnte Italien am Donnerstag Staatsanleihen in Höhe von fünf Milliarden Euro zu einem deutlich gesunkenen Zinssatz ausgegeben. Für Papiere mit zweijähriger Laufzeit verlangten die Investoren 3,76 Prozent Zinsen. Das ist deutlich weniger als bei der letzten vergleichbaren Ausgabe am 28. Dezember. Damals hatte der Zinssatz bei 4,85 Prozent gelegen. Für eine neue 18-monatige Anleihe zahlte Italien nun einen durchschnittlichen Zinssatz von 3,2 Prozent.
Die erfolgreiche Auktion deutet darauf hin, dass die Investoren trotz der Senkung der Bonität weiterhin Vertrauen in Italien haben. Die Ratingagentur Standard & Poor's hatte das Land Mitte Januar von der Note A um zwei Stufen auf BBB+ herabgestuft.
kst/stk/dpa/dapd/afp
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