Frankfurt am Main - Der Dax
verabschiedete sich mit leichten Verlusten bei 6404 Punkten ins Wochenende. Damit lag der Dax rund 4 Prozent über dem Schlusskurs der Vorwoche.
An der Wall Street notierte der US-Standardwerteindex Dow Jones
bei Börsenschluss in Deutschland 0,4 Prozent höher.
Nach Aussagen eines mit der Angelegenheit vertrauten Bankers rückte eine Einigung zwischen Griechenland und seinen privaten Gläubigern näher. Letztere würden im Rahmen eines Anleihe-Tausches auf 65 bis 70 Prozent ihrer Forderungen verzichten. Der neue Bond werde vermutlich eine Laufzeit von 30 Jahren haben und einen Tilgungsaufschub von zehn Jahren.
"Es gibt ermutigende Anzeichen, dass es in der Frage der Einbeziehung privater Anleihe-Gläubiger zu einer Einigung kommt", sagte Finanzmarkt-Stratege Nick Stamenkovic von RIA Capital Markets. "Dies würde zwar für einige Erleichterung sorgen, aber Griechenland hat immer noch Probleme vor sich." Das Steueraufkommen sei unzureichend und die Wachstumsaussichten düster.
Commerzbank setzt Höhenflug fort
Vor diesem Hintergrund standen die Finanzwerte, die sensibel auf alle Nachrichten rund um Griechenland reagieren, erneut im Rampenlicht. Commerzbank
setzten ihren Höhenflug fort und gewannen 6,3 Prozent auf 1,72 Euro. Am Vortag hatten die Aktien satte 15 Prozent zugelegt, nachdem das Institut angekündigt hatte, seine milliardenschwere Kapitallücke ohne staatliche Hilfe und ohne Kapitalerhöhung schließen zu wollen
Am Freitag stellten weitere Banken, die beim jüngsten Stresstest durchgefallen waren, ihre Pläne zur Stärkung der Kapitalbasis vor. Zu den Geldhäusern mit den größten Finanzlöchern zählt die italienische Unicredit. Ihre Aktien fielen um 1,4 Prozent.
Siemens im Sog von General Electric tiefer
Enttäuschende Quartalszahlen des Siemens -Konkurrenten General Electric
lasteten auf der Branchenstimmung. "Wir sind etwas besorgt wegen der verfehlten Umsatzerwartungen, denn genau darauf liegt in dieser Bilanzsaison der Fokus des Marktes", sagte Analyst Oliver Pursche von Gary Goldberg Financial Services. GE verfehlte mit Einnahmen von 38 Milliarden Dollar für das vierte Quartal die Analystenerwartungen um zwei Milliarden. Die Aktie büßte an der Wall Street 1,4 Prozent ein. Die Papiere der europäischen Mitbewerber Siemens
und ABB verloren 0,4 beziehungsweise 1,4 Prozent.
Solartitel unter Druck
Im TecDax
machte die Aussicht auf eine Kürzung der Subventionen den Solarwerten zu schaffen. Solarworld & Co. rutschten um bis zu acht Prozent ab. Diese Maßnahme könnte Händlern zufolge die Nachfrage bremsen und den Preisdruck in der Branche erhöhen.
Die im Nebenwerte-Index MDax gelisteten Titel von Wacker Chemie verloren 5,8 Prozent auf 72,04 Euro. Die Spezialchemie-Firma produziert das zur Herstellung von Solarzellen benötigte Polysilizium.
mg/dpa-afx
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