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05.01.2012
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Devisen

Euro fällt auf 15-Monatstief

Euro wird weich: Die Gemeinschaftswährung fällt gegenüber dem Dollar deutlich ab
DPA

Euro wird weich: Die Gemeinschaftswährung fällt gegenüber dem Dollar deutlich ab

Der Euro ist gegenüber dem US-Dollar auf den tiefsten Stand seit 15 Monaten gefallen. Anleger treibt die Sorge um angeschlagene Banken und verschuldete Staaten der Eurozone. Offenbar locken aber auch gute US-Konjunkturdaten die Investoren wieder in den Dollar.

Frankfurt am Main - Die Schuldenkrise bereitet den Anlegern am Devisenmarkt weiter Kopfschmerzen: Der Euro in Dollar Chart zeigen rutschte am Donnerstag in der Spitze um mehr als eineinhalb US-Cent auf 1,2783 Dollar ab und notierte damit so niedrig wie seit September 2010 nicht mehr.

"Es besteht die Sorge, dass sich die Länder der Euro-Zone am Kapitalmarkt nicht zu annehmbaren Konditionen langfristig refinanzieren können", fasste DZ-Bank-Analystin Sandra Striffler die Sorgen der Investoren zusammen.

Unter Druck geriet die Gemeinschaftswährung auch angesichts erfreulicher Konjunkturdaten aus den USA, die die Investoren wieder verstärkt in den Dollar lockten "Die Rezessionsängste bilden sich langsam zurück und das spielt dem Greenback in die Hände", sagte Rainer Sartoris, Volkswirt bei HSBC-Trinkaus. Vor allem die Arbeitsmarktdaten stimmten zuversichtlich: Die privaten Unternehmen in den USA haben im Dezember so viele neue Stellen geschaffen wie seit mindestens zehn Jahren nicht mehr.

Gleichzeitig stellten weniger Amerikaner einen neuen Antrag auf Arbeitslosenhilfe. Die Zahl sank in der Woche bis 31. Dezember um 15.000 auf 372.000. Die Daten sprächen dafür, dass auch der am Freitag anstehende offizielle Arbeitsmarktbericht ein deutliches Beschäftigungsplus aufweisen dürfte, prognostizierte Helaba-Analyst Ulrich Wortberg.

Griechenland muss auf nächste Kredittranche warten

Für neue Unruhe in Sachen Schuldenkrise sorgte laut Händlern, dass Griechenland die nächste Hilfstranche seiner internationalen Partner frühestens im März erhalten wird. Wie bisher hänge die Auszahlung davon ab, ob die Geldgeber - die Vertreter von EU, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds - ausreichende Fortschritte bei der Umsetzung des vereinbarten Reformprogramms feststellen könnten, sagte ein Sprecher der EU-Kommission am Donnerstag in Brüssel. Die siebte Tranche in Höhe von fünf Milliarden Euro war ursprünglich für Dezember geplant.

Händler in Paris und Frankfurt machten zudem Befürchtungen über den möglicherweise hohen Kapitalbedarf europäischer Banken für die Kursverluste verantwortlich. Einen Tag nach der für die italienische Großbank Unicredit enttäuschend verlaufenen Kapitalerhöhung kursierten am Aktienmarkt zudem Gerüchte über eine bevorstehende Kapitalerhöhung der Deutschen Bank. Ein Sprecher der Deutschen Bank sagte, das Institut kommentiere Marktgerüchte nicht.

Der Euro geriet auch gegenüber dem Pfund Sterling Chart zeigen und dem Yen unter Druck. Zum Yen, der besonders gerne als sicherer Hafen angefahren wird, sackte der Euro auf ein Elf-Jahres-Tief von 98,45 Yen, zum Pfund auf ein 15-Monats-Tief von 82,54 Pence ab.

Italienische und spanische Renditen ziehen deutlich an

Selbst von dem relativ glatten Verlauf der Auktionen französischer Staatsanleihen mit zehn bis 30 Jahren Laufzeit konnte der Euro nicht profitieren. "Das war weder toll noch enttäuschend", beschrieb ein Rentenhändler die Versteigerung der Papiere, mit denen die Pariser Regierung rund acht Milliarden Euro aufnahm. Analysten sprachen überwiegend von einer soliden Auktion. Doch am Devisenmarkt waren einige kritischer: "Das war durchwachsen", sagte ein Händler. "Die Nachfrage hat mich nicht wirklich überzeugt, und das trotz teils anziehender Renditen."

Am Rentenmarkt zog der Bund-Future um 73 Ticks auf 138,81 Punkte an. Dies zeige die andauernde Unsicherheit, erklärte ein Händler. Die Rendite der zehnjährigen französischen Anleihen notierte leicht höher bei 3,375 Prozent. Zum Vergleich: die Rendite der entsprechenden deutschen Bundesanleihe lag bei 1,857 Prozent.

Die Verunsicherung der Marktteilnehmer lässt sich zudem an den Renditen der italienischen Papiere ablesen, die wieder über 7 Prozent stieg. Auch die spanischen Renditen zogen auf bis zu 5,710 Prozent an und scheinen nun auf dem Weg in Richtung der Sechs-Prozent-Marke zu sein. Anfang der Woche hatte die Rendite noch bei 5,1 Prozent gelegen. Beide Länder wollen in der nächsten Woche den Kapitalmarkt anzapfen.

rei/rtr

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