Frankfurt am Main - Anleger haben sich am Donnerstag von der Aussicht auf einträgliche Börsengänge an den Aktienmarkt locken lassen. Der Dax schloss 0,8 Prozent höher bei 7358 Punkten, musste einen Teil seiner Gewinne aber nach schlechter als erwartet ausgefallenen US-Konjunkturdaten wieder abgeben. Der MDax der mittelgroßen Werte legte um 0,98 Prozent auf 10.766,90 Punkte zu und der TecDax rückte um 0,38 Prozent auf 920,61 Punkte vor.
Die New Yorker Wall Street zeigte sich kaum verändert. Vermutlich glichen sich negative und positive Konjunkturmeldungen gegenseitig aus. Einerseits gab es weniger Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe als erwartet, andererseits entwickelte sich der Einkaufsmanagerindex für die Region um Philadelphia zum zweiten Mal in Folge stark rückläufig. Der Dow-Jones-Index notierte gegen 18.45 um drei Punkte niedriger bei 12.557 Zählern. Der Nasdaq-Composite verlor 0,2 Prozent auf 2809 Punkte.
In Frankfurt gewannen die Commerzbank-Titel als bester Wert im Dax 3,13 Prozent auf 3,92 Euro. Laut Börsianern kursierten am Markt Spekulationen, die Bank könnte bereits an diesem Sonntag oder am kommenden Montag ihre Kapitalerhöhung bekannt geben.
Nach zwischenzeitlichen Gewinnen schlossen die Anteilsscheine von Bayer indes 0,22 Prozent schwächer bei 57,81 Euro. Der Pharma- und Chemiekonzern hatte positive klinische Studiendaten zum Krebsmittel Nexavar bei Brustkrebs veröffentlicht. Die Aktien des Konkurrenten Merck KGaA büßten als Dax-Schlusslicht 1,70 Prozent auf 75,00 Euro ein, nachdem die US-Bank JPMorgan Chase sie abgestuft hatte und nun deren Untergewichtung empfiehlt.
Bei Hochtief ließ das Interesse von Konkurrent Vinci am dessen Konzessionsgeschäft die Aktien um überdurchschnittliche 1,67 Prozent auf 59,05 Euro steigen. "Wir haben eine große Zahl von sehr interessierten Investoren", sagte ein Sprecher des MDax-notierten Baukonzerns, der vor der Übernahme durch den spanischen Großaktionär ACS steht.
Die Kurse deutscher Staatsanleihen sind am Donnerstag belastet durch freundliche Aktienmärkte gefallen. Der richtungweisende Euro-Bund-Future sank bis zum späten Nachmittag um 0,14 Prozent auf 124,13 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe lag bei 3,125 Prozent.
Händler führten die Kursverluste am Rentenmarkt vor allem auf die gute Stimmung am Aktienmarkt zurück. Die insgesamt höhere Risikoneigung habe vergleichsweise sichere Anlagen wie deutsche Staatstitel belastet, hieß es. Zwischenzeitlich war der Bund-Future auf ein Tagestief von 123,73 Punkte gefallen.
Der Kurs des Euro ist am Donnerstag nach einer Berg- und Talfahrt gestiegen. Die europäische Gemeinschaftswährung wurde am späten Nachmittag mit 1,4270 US-Dollar gehandelt. Im Vormittagshandel war der Euro noch zeitweise bis auf 1,4204 Dollar gefallen.
Nach seiner jüngsten Erholung notierte der Ölpreis kaum verändert. Nordseeöl der Sorte Brent kostete 112,32 Dollar, US-Öl der Sorte WTI 100,22 Dollar. Unterstützt wurde der Ölpreis von jüngsten US-Lagerdaten, die als Zeichen für eine robuste Nachfrage im größten Verbraucherland gewertet wurden.
mg/dpa-afx
© manager magazin online 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH