Montag, 27. Juni 2016

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Quo vadis Anleihemärkte 2016? Die Renditesuche führt in die USA

Kaum Rendite in Europa, sehr hohes Risiko in den Schwellenländern - in den USA hingegen können Anleiheanleger noch Papiere mit interessantem Rendite-Risiko-Profil finden
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Kaum Rendite in Europa, sehr hohes Risiko in den Schwellenländern - in den USA hingegen können Anleiheanleger noch Papiere mit interessantem Rendite-Risiko-Profil finden

Dr. Ulrich Stephan
  • Copyright: Deutsche Bank
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    Dr. Ulrich Stephan ist Chef-Anlagestratege Privat- und Firmenkunden der Deutschen Bank.
Im kommenden Jahr dürften die Anleiherenditen in den bedeutenden Rentenmärkten nur leicht zulegen. Wer höhere Zinsen erzielen möchte, muss dafür ein überproportional hohes Risiko eingehen. Schwellenländerpapiere könnten erst in der zweiten Jahreshälfte 2016 an Attraktivität gewinnen.

Geschenkt gab es auch an den Rentenmärkten noch nie etwas: Wer höhere Renditen will, muss seit jeher höhere Risiken in Kauf nehmen. Daran wird sich auch im kommenden Jahr nichts ändern. Was sich jedoch beobachten lässt, ist eine Verschiebung beim Rendite-Risiko-Verhältnis: Einerseits gibt es heute für ein geringes Risiko kaum noch positive Renditen, andererseits müssen Anleger für etwas mehr Renditepotenzial ein überproportional hohes Risiko eingehen. Grund dafür ist die Verzinsung von Staatsanleihen, an der sich alle anderen Anleiheklassen orientieren: So zahlen zum Beispiel Bundesanleihen derzeit 3 bis 4 Prozent weniger Zinsen als noch vor zehn Jahren, woraufhin sich die Renditeniveaus der riskanteren Papiere ebenfalls nach unten angepasst haben. Anleger werden 2016 also schauen müssen, in welchen Anleihesegmenten überhaupt noch interessante Renditen zu akzeptablen Risiken geboten werden.

Deutsche Bank
Zinsen in der Eurozone weiter auf sehr niedrigen Niveaus

Etwas vereinfacht lässt sich sagen: Alle Papiere mit guter Bonität dürften im kommenden Jahr ihre extrem niedrigen Renditeniveaus halten. Das betrifft Pfandbriefe ebenso wie europäische Unternehmensanleihen mit Investment Grade und Euro-Staatsanleihen. Bei Letzteren wird die Europäische Zentralbank durch ihr Anleiheankaufprogramm die Nachfrage weiter hoch halten - und die Zinsen dadurch niedrig.

Ausblick auf das Anlagejahr 2016 – Dr. Ulrich Stephan
Wir rechnen für 10-jährige Bundesanleihen zum Jahresende 2016 bei stabilen Kursen mit einer nur leicht steigenden Verzinsung auf 1,1 Prozent, tendenziell sogar eher etwas darunter. Kurzlaufende deutsche Anleihen rentieren, wie auch Papiere zum Beispiel aus Österreich oder Belgien, weiter im negativen Bereich. Etwas mehr gibt es für Staatsanleihen aus Frankreich und Italien sowie den Euro-Peripheriestaaten. Selbst in Portugal oder Irland hat sich die Zinsdifferenz zu Bundesanleihen seit 2011 jedoch stark verringert und dürfte auch aufgrund der vergleichsweise positiven Konjunkturaussichten weiter abnehmen.

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